CUPRA Formentor VZ 2.0 TSI 7-Gang DSG 4Drive

Der Name CUPRA steht bei SEAT seit jeher für Performance. Um diese noch mehr in den Vordergrund zu rücken, entschied sich der spanische Automobilbauer dazu, CUPRA zu einer eigenen Marke zu machen. Dabei greifen die Spanier nicht nur auf die SEAT Modellpalette zu und bieten den CUPRA Leon, CUPRA Leon Sportstourer und CUPRA Ateca an. Sie kreierten mit dem CUPRA Formentor ein völlig eigenständiges Fahrzeug. Von Grund auf neu entwickelt, ist der Formentor der erste seiner Art.

Karosserie/Design

4.45 Meter lang, 1.83 Meter breit und für ein SUV gerade mal 1.51 Meter hoch, kommt der CUPRA Formentor super schnittig daher. Das Design, ästhetisch und prägnant, zieht die Blicke auf sich.

Das Crossover-Coupé ist eine Augenweide und setzt auf emotionales aus ausdrucksstarkes Design.

Das Auto setzt auf die Gene eines SUV, tief und windschnittig, mit gestreckten Proportionen paart er diese Züge mit der Sportlichkeit eines Coupés. Der Blick wandert vom kraftvollen Heck über den dynamischen Dachverlauf und die gestreckte Motorhaube bis hin zur markanten Front.

Die CUPRA Designsprache beschränkt sich nicht nur auf Oberflächligkeiten, sie erfüllt aerodynamische Funktionen. Die Lufteinlässe unter den Scheinwerfern leiten beispielsweise die Luft gezielt um das Fahrzeug und kühlen die Bremsen.

Am Heck prägen die Rückleuchten mit dem durchgängigen Leuchtband das Bild und verleihen dem CUPRA Formentor optische Breite inklusive Heckdiffusor und Heckspoiler.

Speziell für die Marke CUPRA entwickelt, die 19-Zoll-Leichtmetallräder in den Farben Kupfer oder Diamant. In Verbindung mit den kupferfarbenen 18-Zoll-Brembo-Bremsen ein absoluter Eyecatcher. So auch die Auspuffanlage mit den vier Endrohren, die ebenfalls kupferfarbene Akzente setzt.

Innenraum/Kofferraum

Die Farbe Kupfer setzt sich im Cockpit des CUPRA Formentor gelungen fort. An den Ziernähten der Sitze, dem Lederlenkrad mit den Schaltwippen oder den Lüftungsdüsen. In Kombination mit gebürsteten dunklen Aluminium Elementen haben die Verantwortlichen ein harmonisches Gesamtbild geschaffen, welches sich weiß von tristen schwarzen Innenraumausführungen abzuheben. Die verarbeiteten Materialien weisen eine hohe Qualitätsanmutung auf.

Sportschalensitze in Petrol Blau, in schwarzes Leder gehüllte Sportsitze oder hochwertiges Sharp Textil, die Auswahl ist vielfältig. Die Variante Petrol Blau beinhaltet zudem die farbliche Anpassung des Armaturenbretts.

Unabhängig davon, finden sich im schicken CUPRA Lenkrad neben den Bedienelementen für Infotainment, Fahrassistenten etc. zwei ganz besondere Schalterelemente. Handelt es sich auf der rechten Seite um den Motorstartknopf, mit dem ich den CUPRA Formentor zum Leben erwecke. Auf der gegenüberliegenden Seite wiederum, findet sich die CUPRA-Taste. Was sich hinter diesem Schalter verbirgt, dazu schon gleich mehr.

Mit der Shift-by-Wire-Ausführung des DSG-Getriebes haben sich die Spanier für einen kleinen platzsparenden Schalthebel entschieden.

Die waagerecht über die gesamte Armatureneinheit verlaufende Ambientebeleuchtung verläuft bis in die Türen. Ganz nach Stimmung wähle ich die Farbe der LED-Beleuchtung aus. Der Exit-Assistent blinkt stets in orange auf, nähert sich bei Verlassen des Fahrzeuges ein Auto von hinten und hat sich dem Blick entzogen oder befindet sich während der Fahrt ein Auto im toten Winkel.

In der Mittelkonsole finden sich vereinzelte Bedienelemente, Dreh- und Angelpunkt stellt der Touchscreen dar. Das 10-Zoll-Infotainmentsystem öffnet in Verbindung mit dem Digital Cockpit und 10,25-Zoll-Display die Tür in eine digitale Welt.

Wer klassisch analoge Rundinstrumente nicht missen möchte, kann sich diese in der Instrumenteneinheit virtuell anzeigen lassen. Das volldigitale Kombiinstrument erlaubt verschiedene Anzeigen, das Display kann man individuell anpassen. Ob Sie sich nun über die große Navigationskarte den Weg weisen lassen möchten, oder mittels Anzeigen für Leistung, Turboladedruck und G-Kräfte Rennfeeling aufkommen lassen. Hochauflösend ist die Darstellung in jedem Fall.

Die Menüführung verlangt eine Eingewöhnung, hat man sich einen Überblick verschafft geht die Bedienung über Touchscreen und Gestensteuerung einfach von der Hand. Die Steuerung per Sprache lenkt den Blick nicht von der Straße ab und reagiert im Test auf natürliche Formulierungen. Um die Sprachsteuerung zu aktivieren, sprechen Sie das System mit den Worten „Hola, hola“ an.

Einzig einen Drehregler für die Lautstärke vermissen wir, mit den sogenannten Touch-Slider werden wir nicht warm. Über diese Slider lässt sich auch die Klimaanlage teils umständlich steuern. Stützt man sich mit der Hand zudem am unteren Rand des Touchscreen ab, sind andere Einstellungen verstellt.

3D-Online-Navigation, Full Link, der CUPRA Formentor bewegt sich auf höchstem Niveau, was Infotainment und Konnektivität anbelangt. Die Vernetzung über Apple CarPlay gelingt kabellos und ist alternativ mit Android Auto möglich.

Ist das Handy in der Lage, kann dieses über die Connectivity Box nach dem Qi-Protokoll induktiv, sprich kabellos, aufgeladen werden. Und auch die modernen USB-C-Anschlüsse verlangen entsprechende Kabel bzw. einen Adapter.

Mithilfe der CUPRA Connect App kann ich mit dem Handy Fahrzeugdaten, den Status und den Standort des Formentor aus der Ferne abfragen. Die integrierte SIM-Karte und CUPRA Connect stellt darüber hinaus zahlreiche Online-Services zur Seite.

Musikliebhaber erfreuen sich am BeatsAudio-Soundsystem, inklusive zehn Lautsprechern und einem 340-Watt-Verstärker sowie einem 10-Liter-Subwoofer im Kofferraum.

Das Gepäckabteil fasst beim Allrad 420 Liter, ohne 4Drive sind es 450 Liter. Das Fahrzeug weiß ein ordentliches Ladevolumen zu bieten und beherbergt zudem vier Großgewachsene bequem. Das Gepäckraumvolumen kann man durch umlegen der Rücksitzlehnen auf bis zu 1.475 Liter vergrößern. Der variable Ladeboden schafft serienmäßig Variabilität und eine ebene Ladefläche.

Komfort/Fahrwerk

Basierend auf der MQB-Evo-Architektur ist der Formentor für verschiedene Antriebslösungen ausgelegt. Der CUPRA Formentor VZ 2.0 TSI mit 310 PS verfügt über die Adaptive Fahrwerksregelung DCC, hiermit lassen sich die Dämpfer abstimmen. Auf langen Strecken oder auch im alltäglichen Verkehr sorgte der Komfort-Modus für unaufgeregtes Vorankommen. Solch einen hohen Komfortanspruch stellt man nicht zwingend an ein Performance-Fahrzeug.

Doch beim CUPRA Formentor, der 1.644 Kilogramm auf die Waage bringt, ist schließlich von einem Performance-SUV die Rede, nun denn, wollen wir dieses zum Leben erwecken. Hierzu wechseln wir in den CUPRA Modus. Gegenüberliegend vom Motorstartknopf der sich rechts vom Lenkrad findet, platziert CUPRA die entsprechende Taste.

Mit nur einmaligen langen Tastendruck ist der Modus aktiv. Betätigen Sie den Schalter dagegen nur kurz, wechselt man zwischen den weiteren Fahrmodi Comfort, Sport, Offroad und Individual. Im Individual-Modus können Sie die Abstimmungen über den DCC-Touch-Slider anpassen. Die Variationen und Möglichkeiten sind Vielfach.

Der Turbo-Benziner hält sich im alltäglichen Fahrbetrieb akustisch derart zurück, der Gedanke an ein Performance-Fahrzeug kommt nicht auf. Im Sport- und CUPRA-Modus bekommen Sie das Auto zu hören, wenn auch über einen künstlich erzeugten Motorensound. Beim Sound allein, bleibt es nicht. Doch so brachial er nun akustisch in Erscheinung tritt, so zurückhaltend wirkt die Fahrwerksabstimmung. Schonungslose Härte kommt nicht auf. Die präzise und feinfühlige Progressivlenkung agiert spürbar direkter und fühlt sich knackig an, aber bewahrt sich eine gewisse Leichtigkeit.

Motor/Getriebe

Der Vierzylinder Benziner des CUPRA Formentor VZ 2.0 TSI bringt es auf eine Leistung von 228 kW / 310 PS. Das Drehmomentmaximum steht bei 400 Newtonmeter an. Gekoppelt an den Allradantrieb 4Drive garantiert der Formentor optimale Traktion, ob bei Nässe oder Schneefall. Das 4Drive-System überträgt die Power des 2.0 TSI abhängig von der Situation an die einzelnen Räder.

Schnell ist der CUPRA Formentor, lediglich 4,9 Sekunden vergehen und das Fahrzeug hat aus dem Stand heraus Tempo 100 erreicht. Doch der Formentor bewahrt sich beim Sprint seine Contenance und drückt einen nicht vehement in den Sitz.

Die Siebengang-Automatik, korrekt gesagt das DSG-Getriebe ist ein Sahnestück und so überlassen wir gerne dem Getriebe die Gangwahl. Wenn man auch über die großen Schaltpaddels am Lenkrad das Ruder übernehmen kann. Die Doppelkupplung schaltet selbst schnell und sanft. Die zierliche Shift-by-Wire-Ausführung des Schalthebel schafft in der Mittelkonsole Luft und Platz.

Unabhängig vom Drehzahlbereich und dem Tritt aufs Gaspedal, souveräner Vortrieb ist in diesem CUPRA sicher. Der Formentor wird bis zu 250 Stundenkilometer schnell.

Abhängig von der geforderten Power variiert der Verbrauch deutlich. Im aktivierten Eco-Modus und entsprechender Fahrweise erzielen wir einen Durchschnittsverbrauch von 8 ½ Liter auf hundert Kilometer. Die Herstellerangaben liegen für den CUPRA Formentor VZ 2.0 TSI bei 7,7 Liter im kombinierten Fahrzyklus. Die CO2-Emissionen belaufen sich auf 175 g/km.

Sicherheit

Die Geschwindigkeitsregelung ACC arbeitet adaptiv und somit vorausschauend. Das Fahrerassistenzsytem ACC hält konstant die Geschwindigkeit und den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug. Mithilfe der vom Navigationssystem gelieferten GPS-Daten über die Strecke berichtigt das System zudem das Fahrtempo in Abhängigkeit von der Straßenführung. Vor Kurven, Kreisverkehren oder Kreuzungen wird die Geschwindigkeit entsprechend angepasst. Ändern sich Geschwindigkeitsbegrenzungen erkennt das System ACC dies und reagiert.

Wie sehr die einzelnen Systeme miteinander agieren, zeigt der Travel Assit auf. Nutzt dieser die Funktionen des ACC und Spurhalteassistenten. Der Travel Assist hält den CUPRA Formentor mittig in der Fahrspur. Um dies zu gewährleisten, wird darüber hinaus das gefahrene Tempo an das Verkehrsaufkommen angepasst. Man spricht von teilautonomen Fahren, welches dem CUPRA Formentor bis Tempo 210 möglich ist.

Abschließend hat der Notfallassistent ein wachendes Auge über den Fahrer, beziehungsweise die Pedal und Lenkrad Aktivitäten. Bleiben diese aus, fordert das System u.a. mittels Bremsimpuls auf zu reagieren. Bleibt dieses Vorgehen erfolglos, aktiviert der Notfallassistent die Warnblinkanlage und bremst das Fahrzeug vollständig ab. Sobald der CUPRA Formentor zum Stehen gekommen ist, wird der Notruf verständigt.

Diesen automatischen Notruf setzt CUPRA in Verbindung mit dem eCall-System und eingebauter SIM-Karte ab. Der Rettungsdienst bekommt den genauen Standort und Informationen über die Anzahl der sich im Fahrzeug befindlichen Insassen übermittelt.

Ausstattung/Kosten

Für den CUPRA Formentor fallen als 1.5 TSI 150 PS mit 6-Gang-Schaltgetriebe 31.490 Euro an. Das 7-Gang-DSG treibt den Preis beim 1.5 TSI um 1.800 Euro in die Höhe und ist unserer Ausführung stets inklusive. Der im Test aufgeführte CUPRA Formentor VZ 2.0 TSI 310 PS mit 7-Gang DSG und 4Drive veranschlagt 45.090 Euro.

Der neue CUPRA Formentor VZ 1.4 e-HYBRID 245 PS mit 6-Gang-DSG ist mit 43.230 Euro gelistet. Alle Verkaufspreise beinhalten19 Prozent Mehrwertsteuer. Beim Kauf eines Plug-In-Hybriden ist der Umweltbonus zu berücksichtigen.

Stand: Februar 2021; Test und Fotos: Lexi Lind

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