Opel Astra Facelift im Test

Die Rüsselsheimer präsentieren die aufgefrischte Modellgeneration aktuell auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 2019 in Frankfurt am Main. Wir durften bereits mit dem neuen Opel Astra eine Runde drehen. Das Facelift fährt mit einer komplett neuen Motorengeneration, darunter ausschließlich Dreizylinder, neuen Getriebelösungen, zahlreichen neuen Features, einer Armada an Assistenzsystemen, modernen Infotainmentlösungen und optimaler Vernetzung vor. Darüber hinaus hat Opel die neuen Ausstattungslinien GS Line und Elegance im Gepäck. Alle Überarbeitungen und Veränderungen hatten stets ein Ziel: Mehr Effizienz, weniger CO2.

Karosserie/Design

Die Aerodynamik ist unglaublich wichtig für die CO2 Realisierung, mit einem cW-Wert von 0,26 setzt der Astra ganz klar Maßstäbe im Segment. Um dies zu erreichen, legten Ingenieure besonderes Augenmerk auf Unterboden, Räder und Radhäuser, zudem entwickelte man speziell einen neuen aktiven Vollflächen-Aero-Shutters.

Bei der hochmodernen Kühlerjalousie setzt Opel auf eine intelligente Steuerung die thermische, elektrische und aerodynamische Parameter kombiniert und den oberen und unteren Teil des Kühlergrills unabhängig voneinander automatisch öffnet beziehungsweise schließt.

Der Luftwiderstand konnte so um zehn Prozent reduziert werden, beim Verbrauch drückt sich dies gemäß NEFZ von einer Einsparung von rund zwei Prozent aus. Bei Fahrten mit Richtgeschwindigkeit von 130 km/h lassen sich so bis zu fünf Prozent Kraftstoff einsparen.

Die thermischen Vorteile des Vollflächen-Aero-Shutter sind dabei ebenso wenig von der Hand zu weisen, einerseits kühlt der Motor nach dem Ausschalten langsamer ab, auf der anderen Seite beschleunigt sich die Aufwärmphase beim Kaltstart. Gerade bei winterlichen Temperaturen wirkt sich dies positiv auf den Verbrauch aus.

Mit dem adaptiven, blendfreien IntelliLux LED® Matrix-Licht präsentierte Opel 2015 eine regelrechte Revolution in der Kompaktklasse. Beim MY2020 kommen nun als weitere Option extra sparsame LED-Scheinwerfer hinzu, die lediglich 13 Watt verbrauchen. Somit bietet der Astra beste Sicht in Verbindung mit zusätzlicher CO2-Einsparung.

Innenraum/Kofferraum

Mit der jüngsten Infotainment-Generation bietet Opel nicht nur die besten Konnektivitätslösungen, auch eine umfangreiche Auswahl ist gegeben. Hauptaugenmerk möchten wir auf das Multimedia Navi Pro legen. Gekoppelt an einen acht Zoll großen Farb-Touchscreen stehen zwei Modi zur Wahl, können Sie zwischen der Darstellung „Tour“ und „Sport“ wechseln und das System zusätzlich individualisieren. Die Bedienmöglichkeiten „Touch“ und „Sprache“ funktionierten einwandfrei. Ist das Smartphone kompatibel, können Sie es bequem und induktiv per Wireless Charging laden.

Wer sich bei seinem Fahrzeug für diese Top-Infotainment-Variante entscheidet, blickt zugleich auf einen digitalen Tacho, verbaut Opel diese Instrumentenanzeige nun erstmals im Astra.

Ebenfalls im Umfang enthalten, die Connected Navigation-Services. Echtzeit-Verkehrsinformationen, Online-Kartenaktualisierungen und vorausschauende Navigation lernt man schnell zu schätzen. Außerdem liefert das System Wunsch Informationen über Kraftstoffpreise der umliegenden Tankstellen oder zeigt die nächstgelegenen Parkmöglichkeiten an.

Mit dem auf Wunsch erhältlichen Bose-High-End-Soundsystem gibt es ordentlich was auf die Ohren, insgesamt sind hier sieben Lautsprecher inklusive RichBass-Subwoofer unter dem Gepäckabteil verbaut. DAB+ Radio ist ebenso selbstverständlich, wie ein Digitalverstärker der die Möglichkeit bietet, bis zu acht individuelle Klangprofile zu speichern.

Die neue beheizbare Windschutzscheibe ist ab sofort in beiden Karosserievarianten zu haben, die sensorgesteuerte Heckklappe gibt es in Verbindung mit dem Kombi und schwenkt nach einer Fußbewegung unter dem hinteren Stoßfänger auf.

2/3 der Kunden entscheiden sich beim Kauf eines Opel Astra für die aufpreispflichtigen AGR-Sitze, absolut verständlich. Denn die von der Aktion Gesunder Rücken e.V. (AGR) zertifizierten ergonomischen Aktiv-Sitze verwöhnen mit bestem Sitzkomfort und sind darüber hinaus mit einer Sitzheizung bzw. -kühlung oder sogar einer Massagefunktion erhältlich. Ob Stoff, Alcantara oder feines Leder, das Gestühl ist in verschiedenen Ausführungen erhältlich.

Motor/Getriebe

Mit einem komplett neuen Antriebsportfolio wappnet sich Opel für die Zukunft und so konzentriert sich die größte Neuheit wahrlich auf die Motoren, bieten die Rüsselsheimer künftig ausschließlich Dreizylinder an.

Unbestritten, die immer strengeren CO2-Vorschriften stellen die Autohersteller vor große Herausforderungen, mit der neuen Motorenfamilie und den ebenfalls neu entwickelten Getrieben ist es den Entwicklern gelungen, im Vergleich zum Vorgänger den CO2-Ausstoß um bis zu 21 Prozent zu reduzieren. Sieben Antriebskombinationen hat Opel zu bieten, fünf unterbieten dabei bereits die 100 Gramm CO2-Marke, Respekt.

Die Dreizylinder-Turbobenziner verfügen über 1,2 und 1,4 Liter Hubraum und sind stets mit Benzinpartikelfilter ausgestattet, der Kraftstoffverbrauch liegt gemäß WLTP im kombinierten Fahrzyklus bei 6,2-5,2 l/100 km. Der 1,2-Liter-Motor ist in den Ausführungen 110, 130 oder 145 PS erhältlich, der 1.4er entwickelt ausschließlich 145 PS.

Während der neue Astra 1.2 Direct Injection Turbo bereits in seiner kleinsten Leistungsstufe einen tollen Sechsgang-Handschalter spendiert bekommt, sorgt beim Opel Astra 1.4 Direct Injection Turbo eine stufenlose Automatik für die Kraftübertragung. Opel koppelt das Kompaktfahrzeug erstmals an eine stufenlose Automatik, die uns tatsächlich positiv überrascht, bleibt der Nervfaktor völlig aus.

Der stärkere Diesel bekommt eine Neunstufen-Automatik spendiert. Und gerade in der Kombivariante – wird der Selbstzünder bevorzugt. Beide Motoren haben uns überzeugt, laufen zwar insgesamt etwas rauer, aber störend wirkte sich das Motorengeräusch bei beiden Aggregaten nicht aus.

Die aktuellen und neuen Dreizylinder-Diesel, erhältlich mit 77 kW/105 PS und 90 kW/122 PS verbrauchen im Schnitt 5,6-4,4 l/100 km, diese vorläufigen Werten wurden ebenfalls gemäß WLTP ermittelt. Ein passiv wirkender Oxidations-Katalysator, AdBlue-Einspritzung, ein SCR-Kat sowie der Dieselpartikelfilter wurden zur Abgasnachbehandlung verbaut.

Euro6d ist für die gesamte neue Motorenfamilie absolut selbstverständlich.

Sicherheit

Opel präsentierte 2015 mit Einführung des Opel Astra K zahlreiche Assistenzsysteme, in der Fahrzeugklasse der Kompakten bis dato absolut einzigartig. Jetzt fährt das Facelift mit weiteren neuen und weiterentwickelten Systemen vor, stets mit dem Hintergedanken, den CO2-Ausstoß weiter zu senken.

So verbauten die Opel-Ingenieure überarbeitete Kamerasysteme, die nicht nur Fahrzeuge, sondern auch Fußgänger erkennen. Die gesamte Darstellung ist schärfer, die Sicht auch bei Dunkelheit besser und die Kameras insgesamt leistungsstärker.

Künftig erhöht auch das Notrufsystem eCall Deine Sicherheit. Stimmst Du der Nutzung im Vorfeld zu, stellt eCall Dir bei Bedarf eine sofortige Verbindung mit der Notrufzentrale her. Im Falle eines Unfalls und Auslösung von Airbag oder Gurtstraffer, setzt das Notrufsystem automatisch einen Notruf ab. Ansonsten kannst Du eCall jederzeit auch manuell per Druck auf die rote SOS-Taste im Dachhimmel aktivieren. Hilfe ist umgehend auf dem Weg.

Ausstattung/Kosten

Ab November rollt der neue Opel Astra in den Handel, die fünftürige Limousine kann ab 19.990 Euro bestellt werden, der Sports Tourer geht bei 20.990 Euro los.

Insgesamt können Sie aus sechs Ausstattungslinien wählen, während die Basisvariante ausschließlich in Verbindung mit dem 1.2 Direct Injection Turbo und 105 PS starken 1.5 Diesel erhältlich ist, können die Varianten Edition, GS Line, Elegance und das Sondermodell „120 Jahre“ mit allen verfügbaren Motoren kombiniert werden. Die Version Ultimate steht dagegen den drei Topmotorisierungen zur Wahl, die Preise variieren entsprechend zwischen 30.780 und 35.725 Euro.

Stand: September 2019; Test: auto-reise-creative; Fotos: Opel

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