Kia Stinger GT Modelljahr 2019

Eindrucksvoll abgeliefert haben die Koreaner mit dem Kia Stinger bereits bei Einführung im Jahr 2017, nun steht das nochmals verfeinerte Modelljahr 2019 im Handel. In unserem Fahrbericht erfahren Sie alles über den Kia Stinger GT und die entsprechenden Neuheiten.

Karosserie/Design

Der Gran Turismo steht für eine ganz eigene Sinnlichkeit, diese Proportionen mit der langen Motorhaube, der kurze Frontüberhang der dem großen Überhang am Heck gegenübersteht und diese unglaublich ästhetische Linienführung, der Kia Stinger ist der Inbegriff von Leidenschaft.

Neben einer wunderschönen Designlinie haben sich die Designer beim Stinger auch für ganz besondere Zierelemente entschieden. Sowohl an den vorderen Lufteinlässen, am Kühlergrill und an den seitlichen Kiemen sind diese in „Dark Chrome“ ausgeführt, gleiches gilt für die Außenspiegelkappen.

Die seitlichen Lufteinlässe im Frontstoßfänger, die Kiemen an den vorderen Kotflügeln oder z. B. der Diffusor im Heckstoßfänger sind übrigens nicht nur optisch ein Hingucker, sie dienen vor allen Dingen der Aerodynamik.

Besonders gut steht dem Heck auch die Auspuffanlage mit verchromten Twin-Endrohren, die wunderbar in der Heckschürze integriert sind.

Innenraum/Kofferraum

Im Kia Stinger Platz genommen, fällt uns zunächst der freistehende 8 Zoll-Touchscreen des serienmäßigen Navigationssystems ins Auge. Er ragt oben aus dem Armaturenbrett heraus und präsentiert sich im neuen Modelljahr 2019 mit einem neuen, rahmenlosen Design.

Der Kia Stinger kann mit gelungenem Premium-Flair aufwarten. Allein bei Betrachtung des Türelements, feines Leder trifft auf sehr angreiffreundliche Materialien, alles ist vorbildlich verarbeitet, die schick gezeichneten Lautsprecher fügen sich dabei ebenso stimmig ins Bild ein wie die drei runden Lüftungsdüsen oder die metallische Bedieneinheit in der Zentralkonsole.

Das unten abgeflachte Sportlederlenkrad ist schön griffig, beheizbar sowie elektrisch höhen- und tiefenverstellbar. Diese Features sind dabei ebenso serienmäßig wie das tolle Gestühl, gehüllt in feinstes Nappa-Leder.

Besonders angenehm empfinden wir dabei die niedrige Sitzposition und die vielfachen Verstellmöglichkeiten. Die ohnehin großartig ausgeprägten Seitenwangen lassen sich perfekt auf den jeweiligen Fahrer einstellen und auch die Oberschenkelauflage lässt sich justieren, mittels Memory-Funktion können die Einstellungen abgespeichert werden. Dank der vielfachen Möglichkeiten an Sitz und Lenkrad findet sich schnell die perfekte Sitzposition.

Im Kia Stinger ist serienmäßig sogar ein hochwertiges Head-up-Display vorzufinden, dass im neuen Modelljahr auch die Hinweise zu Tempolimits anzeigt.

Die Supervision-Instrumenteneinheit kombiniert stilvoll analoge und digitale Anzeigen. Zwischen den großen Rundinstrumenten informiert mich ein 7 Zoll-LCD-Display über diverse Fahrzeugeinstellungen und erlaubt uns die Steuerung durch diverse Menüpunkte.

Im Sportmodus springen nicht nur die Anzeigen in der Instrumenteneinheit um, auch die Geschwindigkeitsanzeige im Head-up-Display wechselt in eine kursive sportliche Anzeige. Zwar ein dezenter aber doch wirklich feiner Unterschied.

Eine neue Ambiente-Innenraumbeleuchtung mit variierbarer Farbe ist zudem neu im Kia Stinger GT verbaut, natürlich serienmäßig.

Der ebenfalls im Preis enthaltene Multimediadienst Kia Connected Services umfasst neben dem Navigationssystem, den Verkehrsinformationen in Echtzeit oder dem Wetterbericht auch die Möglichkeit das Smartphone ab Android 5.0 bzw. iPhone 5 über Android Auto und Apple CarPlay mit dem Stinger GT zu vernetzen.

Das harman/kardon Premium Soundsystem mit 15 Lautsprechern und einem Subwoofer unter den Vordersitzen gibt Ihnen von Haus aus tollen Sound auf die Ohren.

Mit 1.80 Meter reisen wir auch auf der Rückbank fürstlich, Sitzriesen schöpfen bedingt durch abfallende Dachlinie allerdings die Kopffreiheit aus, werden aber auch hier von einer serienmäßigen Sitzheizung verwöhnt.

Die Gepäckstücke bringen Sie bequem im gut zugänglichen Kofferraum unter, hält der Stinger hier ein Ladeabteil mit einem Fassungsvermögen von 406 Liter bereit. Durch Umklappen der asymmetrisch geteilten Rücksitzlehnen kann das Stauvolumen im Handumdrehen auf bis zu 1.114 Liter bei dachhoher Beladung vergrößert werden. Die sensorgesteuerte elektrische Heckklappe unterstreicht den Komfortanspruch und so können Sie sich dem GT auch mit vollgepackten Taschen in den Händen nähern, öffnet sich die Kofferraumklappe automatisch und erlaubt ein ganz entspanntes Einladen.

Komfort/Fahrwerk/Bremsen

Der Kia Stinger GT ist nicht nur optisch die Definition eines Gran Turismo, auch das Fahrwerk betreffend erfüllt der Koreaner all unsere Erwartungen. Einerseits knackig sportlich-agil und das trotz der fast zwei Tonnen die der GT auf die Waage bringt und anderseits der ideale Cruiser mit höchstem Reisekomfort.

Je nach Belieben konnten wir die Dämpfungs- und Handling-Eigenschaften des Fahrwerks elektronisch variieren. Die Einstellung erfolgt ganz einfach per kleinem Drehregler, dem sogenannten Drive Mode Selector System, bei dem zwischen den Modi Smart, Eco, Comfort, Sport und Sport+ gewählt werden kann.

Mit den fünf Einstellungen nehmen Sie auch Einfluss auf die Lenkunterstützung. Bei der elektronisch unterstützten Servolenkung befindet sich der Elektromotor nebenbei bemerkt nicht an der Lenksäule, sondern direkt an der Zahnstange. Somit spricht die Lenkung mit variabler Lenkübersetzung wunderbar direkt an und gibt mir eine tolle Rückmeldung.

Zu verdanken haben wir all diese Qualitäten Albert Biermann, dem ehemaligen BMW M-Entwicklungschefs, der mit seinem Team die Abstimmung von Fahrwerk, Motor und Getriebe vorgenommen und diese unter extrem harten Bedingungen auf der legendären Nordschleife des Nürburgrings ausgiebig erprobt hat.

Die Hochleistungsbremsanlage – ebenfalls Serie – verrichtet ihre Arbeit gleichermaßen mit Bravour, lässt sich fein dosieren und spricht sofort an. Ganz ungewohnt für einen Kia, blitzt die Brembo-Bremsanlage hinter den schicken 19-Zoll-Felgen hervor.

Ab Modelljahr 2019 verfügt auch das GT-Modell über ein mechanisches Sperrdifferential, das je nach gewählten Fahrmodus sogar Drifts ermöglicht. Und eines ist klar, der Ausflug auf die Rennstrecke lohnt sich beim Kia Stinger 3.3 T-GDI GT auf jeden Fall.

Das Topmodell ist von Haus aus mit Vierradantrieb unterwegs, um den Fahrspaß hoch zu halten, arbeitet das verbaute System heckbetont. Und wenn auch im normalen Fahrbetrieb die Motorleistung größtenteils an die Hinterachse abgegeben wird, verteilt der Stinger im Sportprogramm die Power 40 Prozent nach vorn und zu 60 Prozent an die Hinterachse.

Motor/Getriebe

Mit dem 272 kW / 370 PS starken 3,3-Liter-V6-Twin-Turbo, der auf ein stolzes Drehmoment von 510 Newtonmeter kommt, ist es den Koreanern endlich möglich, auch leistungstechnisch oben mitzumischen.

Aus dem Stand heraus geht es in gerade mal 4,9 Sekunden auf Tempo 100, und um beim Beschleunigen die Power maximal auf die Straße zu bringen, hat Kia dem allradangetriebenen V6 auch noch eine Launch Control spendiert.

Aus jeder Geschwindigkeit, aus jeder Laune heraus, tritt der Stinger GT voll an, selbst aus Tempo 180 zieht er noch beeindruckend los und lässt die deutschen Mitbewerber sogar hinter sich. Während diese elektronisch bei 250 km/h eingebremst werden, zieht der Koreaner stolz bis 270 km/h weiter.

Wenn sich der Sechszylinder-Sound im Alltäglichen im Hintergrund hält, entfaltet er sich beim Tritt aufs Gaspedal nicht nur sehr schön, er dreht im aktivierten Sportmodus sogar noch etwas mehr auf. Dieses Donner-Grollen, gerade bei Zwischensprints, einfach herrlich und purer Sportwagenflair. Im neuen Modelljahr wurde die Geräuschkulisse zudem verfeinert und ist darüber hinaus mit einer Sportabgasanlage mit Klappensteuerung zu toppen.

Da muss man sich wirklich immer wieder vor Augen führen, in einem Kia zu sitzen. Solche Fahrleistungen und Fahrqualitäten kannte man vor dem Stinger GT nicht von den Koreanern. Und so hält das Topmodell im Hause Kia auch fahrerisch, was es optisch verspricht.

Ohne auf puren Spaß zu verzichten pendelte sich der Verbrauch bei 13 Litern Super auf hundert Kilometer ein. Mit gezügeltem Gasfuß sind die vom Hersteller angegebenen 10 ½ Liter tatsächlich aufs Komma genau realisierbar.

Gut, dass Kia die Vernunft nicht aus den Augen verliert und und so erfüllen alle Motoren im neuen Modelljahr 2019 die Euro 6d-Temp-Norm, darunter auch die von mir gefahrene Topmotorisierung, die nach dem neuen Messverfahren WLTP 250-247 g/km CO2 ausstößt.

Sicherheit

Der Frontkollisionswarner inkl. autonomen Notbremsassistenten mit Fußgängererkennung, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Stopp-and-Go-Funktion, ein Müdigkeitswarner und eine Verkehrszeichenerkennung sind im Topmodell GT ebenso verbaut, wie die LED-Scheinwerfer (Abblend- und Fernlicht), das dynamische Kurvenlicht und der Fernlichtassistent oder aber der Spurwechselassistent mit Totwinkelwarner und der Querverkehrwarner.

Ausstattung/Kosten

Der Kia Stinger spielt ganz klar bei den Großen mit, positioniert sich preislich aber deutlich darunter. Was der Kia Stinger 3.3 T-GDI AWD GT mir da für 55.900 Euro bietet, lässt uns wirklich staunen und die deutschen Autobauer richtig blass aussehen.

Und das beim Kia Stinger GT am Ende nur noch das elektrische Glasschiebedach, die Metallic- oder Dreischicht-Lackierung und die Performance-Sportgasanlage als Option zu wählen ist, spricht wirklich für sich.

Immer noch unangefochten im Automobilmarkt, die einmalige 7-Jahre-Herstellergarantie die Kia Dir bei jedem Fahrzeug aus dem Portfolio bietet. Oben drauf packen die Koreaner eine 7-Jahre-Kia-Mobilitätsgarantie und das 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update.

Stand: Januar 2019; Test und Fotos: auto-reise-creative; Innenfoto: Kia

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