Kia ProCeed

Beim Namensvorgänger handelte es sich noch um den schnittigen Dreitürer pro_cee´d, nun präsentiert sich die dritte Karosserievariante der Ceed-Familie mit einer vereinfachten Schreibweise und vor allen Dingen in einer komplett neuen Gestalt. Handelt es sich beim ProCeed um den ersten Shooting Brake im Hause Kia.

Karosserie/Design

Die gesamte neue Ceed-Familie basiert auf der sogenannten K2-Plattform, letztlich geht der ProCeed aber seinen eigenen Weg und teilt sich lediglich die Haube und die vorderen Kotflügel mit seinen Schwestermodellen.

Bei identischem Radstand von 2,65 Meter ist der neue ProCeed mit 4,61 Meter fünf Millimeter länger und ganze vier Zentimeter flacher als der Kombi.

Besonders charakteristisch für den ProCeed ist die langgestreckte Silhouette, die Fenstergrafik mit den schicken Chromelementen, die stark geneigte Heckscheibe und das völlig eigenständige Heckdesign, unterscheidet sich die dritte Modellvariante hier ganz besonders vom Ceed und Ceed Sportswagon und vermittelt eine gewisse Extravaganz, die den ProCeed so außergewöhnlich macht.

Der Modellname wurde in Großbuchstaben stolz mittig auf der Heckklappe platziert, doch besonders prägend ist das Lichtband, welches die LED-Rückleuchten verbindet und für eine sehr charakteristische Lichtsignatur sorgt.

Die Ausführung GT Line ist mit 17- oder 18-Zahl-Leichtmetallfelgen verfügbar, der GT rollt serienmäßig auf 18-Zoll-Rädern und etwas tiefer gelegt vor. Die GT-Version hebt sich außerdem durch neu designte Front- und Heckstoßfänger, ausgeprägte Seitenschweller, rot lackierte Bremssättel sowie etliche weitere Elemente in Rot und Hochglanzschwarz vom Grundmodell ab.

Neben dem neuen ProCeed gibt es noch den klassischen Fünftürer Ceed und den klassischen Kombi, genannt Sportswagon. Wie gut der Sportswagon auch gelungen ist, ob der Kombi bei diesem Shooting Brake noch eine Rolle spielen wird? Kia rechnet vorerst mit 25 Prozent, die auf den neuen ProCeed entfallen, weitere 25 Prozent soll der Sportswagon einnehmen und die übrigen 50 Prozent gehen an den Fünftürer.

Innenraum/Kofferraum

Unsere persönliche Wahl würde ganz klar auf den Shooting Brake fallen, denn der neue Kia ProCeed setzt nicht nur auf den Faktor Design, mit einem Stauvolumen von 594 Liter fasst das Gepäckabteil des Shooting Brake lediglich 31 Liter weniger, als die Kombiversion.

Durch umlegen der dreigeteilten Rückbank, ebenfalls im Verhältnis 40:20:40 können Sie den Laderaum auch hier vom Kofferraum aus im Handumdrehen auf bis zu 1.545 Liter vergrößern. Ein Gepäckraumtrennsystem mit Schienen, ein in der Höhe variabler Gepäckraumboden und eine sensorgesteuerte elektrische Heckklappe untermalen den Nutz- und Komfortanspruch.

Die sehr dynamisch verlaufende Dachlinie nimmt einem Fahrzeug natürlich die Kopffreiheit auf der Rückbank, um diesem Effekt entgegenzuwirken, hat Kia den Hüftpunkt der Rücksitze tiefergelegt. Und tatsächlich sitzen Sie hier auch noch mit 1.85 Meter mehr als bequem.

Das Cockpit entspricht dem uns bereits bekannten Ceed und so ist auch hier die Materialanmutung sowie die Verarbeitung für ein Fahrzeug im Kompaktwagensegment unerwartet hoch. Ebenso verfügt der Kia ProCeed serienmäßig über einen 7-Zoll-Touchscreen mit Smartphone-Integration und Bluetooth-Freisprecheinrichtung. Darüber hinaus ist eine 8-Zoll-Kartennavigation inklusive Multimediadienst Kia Connected Services, JBL-Premium-Soundsystem und induktive Smartphone-Ladestation erhältlich. Bei beiden Systemen können Sie via Android Auto oder Apple CarPlay Ihre Smartphone-Funktionen über den Touchscreen bedienen.

Mit Sportsitzen in verschiedenen Ausführungen, einem sehr schicken und unten abgeflachten Sportlenkrad und dem schwarzem Dachhimmel versprüht man im neuen Shooting Brake noch mehr Sportlichkeit und im Topmodell GT sind nochmals verbesserte Sportsitze mit schwarzen Bezügen in Leder-Veloursleder-Kombination verbaut, die gegen Aufpreis aber auch für die GT Line zu haben sind.

Komfort/Fahrwerk/Bremsen

Im Gegensatz zum Fünftürer und der Kombivariante versprechen die Koreaner eine nochmals dynamischere Fahrwerksabstimmung, von einer speziellen Abstimmung mit eigener, betont sportlicher Charakteristik ist die Rede. Auf der Rennstrecke, durften wir uns von den fahrerischen Qualitäten des Kia Proceed überzeugen.

Motor/Getriebe

Unter der Haube finden Sie, wie auch schon beim Fünftürer und Kombi, wahlweise einen 103 kW / 140 PS starken 1,4-Liter-Turbo oder einen Diesel mit 1,6-Liter Hubraum und 136 PS bzw. 100 kW sowie die Topmotorisierung GT vor. Befeuert von 204 PS (150 kW), wird der 1,6-Liter-Turbobenziner auch im Ceed GT verbaut werden.

Wer die Power fordert, soll dank elektronischem Soundgenerator und einer Auspuffanlage mit Abgasklappensystem mit einem entsprechend sportlichen Motorklang belohnt werden. Doch unseren Erwartungen konnte der GT dennoch nicht standhalten, sowohl akustisch, als auch die Leistungsentfaltung betreffend. Von 204 PS haben wir uns doch deutlich mehr versprochen. Selbst ein Druck auf die Sporttaste konnte uns nicht überzeugen, wenn er nun auch spürbar agiler wirkt.

Unsere Wahl würde da doch eher auf den 1.4 T-GDI entfallen, wirkt der wiederum für seine 140 PS angenehm spritzig.

Aber nochmal kurz zurück zum großen GT. Anders als noch beim Vorgänger, kann der 1.6 T-GDI erstmals auch mit dem DCT7 kombiniert werden, das sich über Leichtmetall-Schaltwippen am Sportlenkrad zudem manuell betätigen lässt.

Und auch die beiden anderen zur Wahl stehenden Aggregate sind sowohl mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe wie aber auch einem optionalen Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe verfügbar. Unabhängig davon, entsprechen alle Getriebe/Motoren-Kombinationen der Abgasnorm Euro 6d-Temp.

Sicherheit

Beim Thema Sicherheits- und Assistenzsysteme werden auch im Shooting Brake, eine Gegenlenkunterstützung, der Fernlichtassistent, Müdigkeitswarner und der Frontkollisionswarner mit Fußgängererkennung und autonomen Notbremsassistenten sowie der aktive Spurhalteassistent serienmäßig verbaut sein.

Der Spurhalteassistent warnt Sie bei einem unbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur nicht nur akustisch, mit korrigierendem Lenkeingriff hält Sie das System für eine kurze Zeit auch in der Spur. Bleibt eine Reaktion dennoch aus, schaltet sich das System allerdings ab.

Den nächsten Schritt in Richtung autonomes Fahren geht der koreanische Automobilbauer aber mit dem neuen Stauassistent. Er erkennt weit mehr als nur die Fahrbahnmarkierungen und hält das Fahrzeug entsprechend in seiner Fahrspur. Orientiert sich der ProCeed auch am vorausfahrenden Verkehr und übernimmt das Beschleunigen, Bremsen und Lenken, der Sicherheitsabstand zum vorderen Fahrzeug ist dabei stets gewährt. Aktiv ist der Assistent von Null bis Tempo 130 und somit mehr als nur ein Assistent im Stau.

Mit der adaptiven Geschwindigkeitsregelanlage inkl. Stop-and-go-Funktion, dem Spurwechselassistent, Querverkehrwarner , Verkehrszeichenerkennungund Parkassistent hat der neue Shooting Brake auch noch weitere Fahrerassistenzsysteme zu bieten.

Ausstattung/Kosten

Ein Gefühl von Sicherheit vermittelt Kia auch mit der in der Automobilbranche einzigartigen Herstellergarantie von sieben Jahren – maximal 150.000 km und in den ersten drei Jahren ohne Kilometerbegrenzung. Hinzu kommen zwölf Jahre Garantie gegen Durchrostung ohne Kilometerbegrenzung sowie fünf Jahre Lackgarantie (max. 150.000 Kilometer).

Der neue Kia ProCeed steht ab sofort im Handel, als sportlichste Variante im Ceed-Portfolio wird der Kia ProCeed jedoch ausschließlich in den Ausführungen GT Line und als GT angeboten.

Die Preise starten bei 27.690 Euro für den Kia ProCeed 1.4 T-GDI in der GT-Line, alternativ ist diese auch mit dem 1.6 CRDi kombinierbar, dann werden 29.590 Euro fällig.

Der Kia ProCeed GT wird ausschließlich als 1.6 T-GDI angeboten, für das Topmodell veranschlagen die Koreaner mindestens 31.190 Euro, das Doppelkupplungsgetriebe würde hier – wie auch in den GT-Line-Varianten – den Preis um zweitausend Euro steigern.

So großartig ausgestattet wie der Kia ProCeed von Haus aus ist, muss natürlich kaum noch Geld zusätzlich in die Hand genommen werden.

Stand: Januar 2018; Test: auto-reise-creative; Fotos: KIA

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