MINI Aceman SE im Test

Der MINI Aceman erweitert die Modellpalette um einen Crossover, der konsequent auf den Elektroantrieb setzt. Als Baureihe wird er aktuell ausschließlich vollelektrisch angeboten. Während MINI Cooper und MINI Countryman je nach Ausführung sowohl als E-Varianten als auch mit Verbrennungsmotoren verfügbar sind, positioniert MINI den Aceman als „all-electric“-Bindeglied zwischen beiden Baureihen. Damit besetzt er im Portfolio die Lücke zwischen dem urbanen Cooper und dem deutlich größeren Countryman. MINI setzt dabei auf eine Mischung aus markentypischem Design und agiler Auslegung, kombiniert mit mehr Übersicht und einer praktikableren Karosserie als beim Cooper. Wie sich der Aceman SE im Alltag schlägt, wie realistisch die Reichweitenangabe ist und welche Qualitäten er im Praxistest zeigt, klärt der folgende Fahrbericht.

Karosserie/Design

Die MINI Familie gehört unverkennbar zusammen – und trotzdem schafft es MINI, den einzelnen Modellen einen eigenen Charakter mitzugeben. Man möchte sich mit dem Look bewusst vom Einheitsbrei im Straßenbild abheben, wiedererkennbar sein, ein Statement setzen. Dies gelingt MINI zweifelsohne und weniger überraschend, polarisiert dieser Mut.

Die moderne Interpretation der klassischen MINI-DNA trifft auch bei mir nicht in jeder Designentscheidung ins Schwarze. Ich merke bei der neuen Designausrichtung der Baureihen, dass mir die Emotionalität früherer Generationen zunehmend fehlt.

Mit seinen Proportionen von 4,07 Meter Länge, 1,75 Meter Breite und 1,50 Meter Höhe steht der MINI Aceman ungeachtet dessen selbstbewusst da. Kurze Überhänge und das funktionale Zweibox-Design prägen seine Silhouette und unterstreichen, dass er als Crossover gedacht ist.

Vorn wirkt der Aceman kraftvoll und sehr präsent. MINI nimmt typische Markenelemente wie die expressiven Scheinwerfer und den charakteristischen Grill, interpretiert sie aber sichtbar neu. Der Frontgrill setzt auf eine oktogonale Form und entwickelt damit das bisherige Grundthema weiter. Je nach Ausführung – etwa in Vibrant Silver oder in hochglänzendem Jet Black – entstehen kontraststarke Akzente, die dem Gesicht einen fast grafischen Look geben.

Auch die kantig ausgeführten LED-Frontscheinwerfer betonen die Eigenständigkeit des Aceman innerhalb der MINI Modellfamilie. Die Tagfahrlichtelemente lassen sich in drei verschiedene Modi schalten und verändern damit die Lichtsignatur. Kleine Spielerei, großer Effekt, weil es den Charakter tatsächlich spürbar verändert.

Am Heck rahmen die aufrechten Rückleuchten den mittleren Bereich ein, während die Matrix-Heckleuchten mit drei unterschiedlichen Grafiken den Auftritt variieren können. Je nachdem, welche Stimmung man dem Aceman mitgeben möchte.

Zum Crossover-Look passen der Unterfahrschutz an Front, Heck und den Seiten, ebenso wie die serienmäßige Dachreling, die den praktischen Anspruch betont. Dazu kommen ausdrucksstarke Karosseriefarben und insgesamt vier Trims, die den Aceman jeweils anders inszenieren – inklusive der MINI-typischen Kontrastfarben fürs Dach. Im vorderen Bereich des Seitenschwellers sitzt ein langlochförmiges Badge, das je nach Ausstattungsvariante im passenden Design ausgeführt ist.

Der Essential Trim setzt dabei auf ein bewusst klares, reduziertes Gesamtbild und hebt funktionale Elemente wie das Logo über Vibrant Silver hervor. Der Classic Trim erlaubt das kontrastfarbene Dach und Spiegelkappen in Schwarz oder Weiß, der Frontgrill ist in Schwarz Hochglanz gehalten, während Innenflächen und Stoßfänger in Wagenfarbe ausgeführt sind. Beim Favoured Trim wächst der individuelle Ausdruck weiter – inklusive der Option auf das charakteristische Multitone Roof, weißen Spiegelkappen und einem Grillrahmen in Vibrant Silver.

Und wer es maximal sportlich möchte, landet beim JCW Trim. Die vom Motorsport inspirierte Linie trägt eine eigene Front- und Heckgestaltung, setzt auf Schwarz-Hochglanz-Details inklusive JCW-Logo und kombiniert auf Wunsch ein Kontrastdach in Chili Red mit roten Motorhaubenstreifen. Insgesamt wirkt das Heck muskulöser, umlaufende Verkleidungen sind in hochglänzendem Schwarz gehalten. Ein deutlich kräftigerer Auftritt, der den Aceman optisch spürbar „breiter“ wirken lässt.

Abgerundet wird die Optik durch verschiedene aerodynamisch optimierte Felgendesigns in 17 bis 19 Zoll, die – je nach Trim – von clean bis sportlich alles abdecken.

Innenraum/Kofferraum

Im Innenraum des MINI Aceman trifft neue Designsprache auf das, was MINI-Fans lieben: Charakter statt Beliebigkeit. MINI nennt das Ganze „Charismatic Simplicity“ – und ja, vieles wirkt aufgeräumter, digitaler, reduzierter. Aber eben nicht kühl. Sondern mit genau dieser Mischung aus Retro-Zitat und Zukunftsgefühl, die MINI seit jeher besonders macht. Die Kippschalterleiste und das große, kreisrunde Zentraldisplay bleiben das emotionale Zentrum des Cockpits – neu gedacht, neu gestaltet, aber unverkennbar MINI.

Die überarbeiteten Toggle-Schalter sind nicht nur hübsche Designobjekte, sondern machen auch haptisch Spaß. Fünf markante Kipphebel, klare Funktionen, kein überflüssiger Schnickschnack. Weil der separate Gangwahlhebel weggefallen ist, entsteht in der Mittelkonsole spürbar mehr Luft. Dort liegt jetzt das Smartphone gut erreichbar – inklusive Wireless Charging.

Das absolute Bühnenlicht gehört dem runden OLED-Zentraldisplay mit Glasoberfläche und satten 240 Millimetern Durchmesser. Extrem flach, extrem präsent, extrem MINI. Hier läuft das MINI Operating System 9, bedienbar per Touch oder Sprache. Die Darstellung ist modern und bewusst reduziert, die wichtigsten Infos – Tempo und Akkustand – sitzen prominent im oberen Sichtbereich. Ein Tipp auf die Geschwindigkeitsanzeige, und schon öffnet sich ein Full-Screen-Tacho, der den Fokus ganz aufs Fahren legt. Widgets wandern per Wischbewegung nach vorn, Navigation, Medien, Telefon und Klima bleiben dauerhaft direkt erreichbar.

So mutig das rein displaybasierte Konzept ist – im Alltag verlangt es Eingewöhnung. Für einen schnellen Blick auf die Geschwindigkeit wandert der Blick weiter von der Straße weg, als man es gewohnt ist. Dazu wirkt die Informationsfülle stellenweise dichter, als es das minimalistische Design vermuten lässt. Umso wertvoller ist das Head-up-Display, das – je nach Trim Serie oder Option – die wichtigsten Daten direkt ins Sichtfeld projiziert. Gesteuert wird es bequem über die Lenkradtasten. Und wenn die Hand gerade nicht frei ist: der Sprachassistent rettet die Situation.

Ein „Hey MINI!“ genügt, alternativ die Push-to-Talk-Taste – und das System hört zu. Navigation, Telefonie, Entertainment, Fahrzeugfunktionen: vieles lässt sich einfach per Zuruf erledigen. Die Reaktionen werden auf dem Display mit Animationen und Avatar lebendig inszeniert. Das System lernt charmanterweise mit. Wiederkehrende Strecken und Routinen erkennt es selbstständig, etwa die Einfahrt ins bekannte Parkhaus samt automatischem Fensteröffnen. Eine dieser Funktionen, die erst nach Spielerei klingt und dann ganz schnell zur liebgewonnenen Gewohnheit wird.

Über MINI Connected Upgrades lassen sich zusätzliche Funktionen flexibel freischalten. Augmented-Reality-Navigation macht komplexe Abbiegesituationen anschaulich, der Connected Store bringt Apps für Musik, Video und Games ins Auto. Mit der AirConsole App wird der Aceman im Stand sogar zur kleinen Spielhalle auf Rädern. Smartphone als Controller, Display als Spielfeld. Perfekt für Ladepausen mit Unterhaltungsfaktor.

Richtig stark präsentiert sich die optionale Harman-Kardon-Anlage. Klar, druckvoll, detailreich. So muss Premium-Sound klingen.

Bei den Materialien zeigt sich ein zweigeteiltes Bild. Viele Oberflächen fühlen sich hochwertig an und sind sauber verarbeitet. In den unteren Bereichen von Armaturenbrett, Türen und Mittelkonsole findet sich jedoch spürbar einfaches Plastik. Das fällt auf und passt nicht ganz zum selbstbewussten Premium-Anspruch.

Die verschiedenen Trims setzen dafür umso stärkere Akzente im Ambiente. Der Classic Trim kombiniert ein Drei-Speichen-Lenkrad mit farbigem Textilband und kontrastreiche Strickoberflächen. Der Favoured Trim spielt mit Dark-Petrol-Tönen und orangenen Verläufen, dazu perforiertes Vescin und markante Sportsitze. Der JCW Trim zeigt klare Kante und setzt auf stark konturierte Sitze, mehrfarbige Stoffe, schwarzes Kunstleder, rote Nähte.

Die Sitze selbst überzeugen mit gutem Komfort und ordentlichem Seitenhalt. Serienmäßig mechanisch verstellbar, im Testwagen elektrisch – inklusive Sitzflächenneigung. Als Aktivsitz bringt der Fahrersitz zusätzlich elektrische Lordosenverstellung, Massagefunktion und Memory mit. Die persönliche Sitzposition lässt sich an die MINI-ID koppeln – einsteigen, wohlfühlen, passt.

Das Panorama-Glasdach flutet dabei den Innenraum mit Licht und bei Nacht setzt die Ambientebeleuchtung entlang des Dachrahmens stimmungsvolle Akzente. Details wie freistehende Türgriffe und diagonal ausgerichtete Lautsprecherabdeckungen in Vibrant Silver zeigen, wie viel Liebe MINI noch immer ins Detail steckt.

Überraschend gut fällt das Platzangebot aus. Ist der Fahrersitz auf 1,85 Meter eingestellt, sitzt dahinter eine ebenso große Person noch ordentlich. Zu dritt wird es hinten allerdings kuschelig eng.

Der Gepäckraum bietet alltagstaugliche, gut nutzbar geschnittene 300 Liter. Mit umgeklappten Lehnen wachsen daraus bis zu 1.005 Liter. Einen Frunk unter der Fronthaube gibt es leider nicht – gerade fürs Ladekabel wäre das ein Volltreffer gewesen. Die Heckklappe wird klassisch manuell geöffnet, eine elektrische Lösung fehlt. Die Öffnung ist großzügig, große Personen jenseits der 1.90 sollten dennoch auf die Kopffreiheit achten. Die Ladekante liegt recht hoch, dazu kommt eine spürbare Stufe, beim Heben schwerer Gegenstände merkt man das leider deutlich. Praktisch wiederum zeigt sich die Gepäckraumabdeckung, diese verschwindet bei Bedarf ordentlich unter dem variablen Ladeboden.

Komfort/Fahrwerk

Das Fahrwerk verleiht dem MINI Aceman einen klar sportlich geprägten Charakter – ganz in der Tradition der Marke. Die Abstimmung zielt eindeutig auf Dynamik und Präzision statt auf maximalen Komfort. Unterstützt wird das durch ein präzises Dämpfungssystem mit hochvorgespannten Stabilisatoren, das dem Crossover eine überraschend direkte Rückmeldung verpasst.

Typisch MINI: In Kurven fühlt sich der Aceman sofort zuhause. Er lenkt willig ein, bleibt stabil auf Linie und vermittelt ein sehr verbindliches Fahrgefühl. Besonders deutlich wird das in den MINI Experience Modes, die nicht nur Optik und Ansprechverhalten, sondern auch die fahrdynamische Charakteristik beeinflussen.

Im sogenannten Go-Kart-Modus schärft der Aceman seine Krallen. Die Gaspedalkennlinie reagiert spontaner, die Lenkung wirkt nochmals direkter. Das Ergebnis ist ein sehr lebendiges, agiles Fahrverhalten. Gerade auf kurvigen Landstraßen sorgt das für genau den markentypischen Fahrspaß, den man erwartet.

Die Kehrseite der Medaille: Die Abstimmung fällt insgesamt straff aus. Lange Fahrbahnwellen filtert das Fahrwerk noch ordentlich weg, kurze Unebenheiten hingegen werden deutlich spürbar. Hier neigt der Aceman zum Stuckern und leichten Wippen. Die ausgeprägte Agilität geht somit klar zulasten des Federungskomforts. Wer es weich und gleitend mag, wird diese Straffheit merken und sich daran stören. Wer es direkt und fahraktiv liebt, dagegen feiern.

Beim Rangieren und Einparken zeigt sich der Aceman dagegen von seiner sehr entspannten Seite. Moderne Assistenzsysteme unterstützen zuverlässig. Der Trailer Assistant hilft beim Rückwärtsfahren mit Anhänger und gibt Hinweise zum richtigen Lenkeinschlag. Zwölf Ultraschallsensoren und vier Surround-View-Kameras ermöglichen eine präzise Umfeldüberwachung und erleichtern automatische Parkvorgänge auch bei engen Platzverhältnissen.

Optional erweitert der Parking Assistant Pro den Funktionsumfang um Remote Parking. Damit lässt sich das Fahrzeug per Smartphone ein- und ausparken – praktisch, wenn die Parklücke mal wieder enger geplant wurde als die eigene Türöffnung zulässt.

Motor/Getriebe

Der MINI Aceman ist ausschließlich mit vollelektrischem Antrieb erhältlich – klassischer Verbrenner? Fehlanzeige. Stattdessen gibt’s Strom pur in zwei Leistungsstufen. Bereits die Basisversion Aceman E liefert 135 kW/184 PS, meine getestete SE-Variante legt mit 160 kW/218 PS und 330 Nm Drehmoment noch einmal spürbar nach.

Im Alltag zeigt sich, Leistung ist mehr als genug vorhanden. Der Sprint von 0 auf 100 km/h gelingt in 7,1 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 170 km/h. Gerade aus dem Stand heraus reagiert der Aceman SE sehr spontan, fast schon zu spontan. Bei kräftigem Tritt aufs Pedal drehen die Vorderräder überraschend leicht durch. Auf nasser Fahrbahn verstärkt sich dieser Effekt, sodass ein fein dosierter Gasfuß klar die bessere Wahl ist.

MINI koppelt die beiden Leistungsstufen jeweils an unterschiedliche Batteriegrößen. Der Aceman E fährt mit einem 42,5-kWh-Akku vor, der Aceman SE nutzt eine größere Batterie mit rund 54 kWh Energiegehalt. Für den Test stand die stärkere SE-Version bereit und die passt charakterlich sehr gut zum agilen Gesamtauftritt des Fahrzeugs.

Die Bedienung der Fahrstufen erfolgt über den Gangwahltaster in der Mittelkonsole. Das funktioniert intuitiv, die gewählte Fahrtrichtung wird per LED klar angezeigt. Der Wechsel zwischen Vorwärts- und Rückwärtsgang erfolgt angenehm flott. Praktisch beim Rangieren oder schnellen Wendemanövern.

Bei der Rekuperation stehen mehrere Stufen zur Verfügung: niedrig, mittel, hoch sowie ein adaptiver Modus. Gesteuert wird das entweder über den Gangtaster (D- oder B-Modus) oder direkt im Menü. Interessant ist der adaptive Modus, der die Bremsenergierückgewinnung automatisch an Verkehr und Umgebung anpasst – etwa an die Relativgeschwindigkeit zum vorausfahrenden Fahrzeug.

Ich favorisiere bei Elektrofahrzeugen stets den B-Modus. Hier wird stark rekuperiert, sodass echtes One-Pedal-Driving möglich ist. Nimmt man den Fuß vom Fahrpedal, verzögert der Aceman bis zum Stillstand. In Kombination mit der serienmäßigen Auto-Hold-Funktion wird das Fahrzeug anschließend automatisch gegen Wegrollen gesichert. Das funktioniert im Stadtverkehr angenehm souverän und reduziert die Pedalarbeit spürbar.

Beim Energieverbrauch pendelt sich der Aceman SE im Alltag zwischen 16 und 17 kWh pro 100 Kilometer ein. Daraus ergeben sich praxisnahe Reichweiten um etwa 350 Kilometer. MINI nennt nach WLTP einen Normverbrauch von 14,0 bis 14,8 kWh/100 km sowie eine maximale Reichweite von bis zu 405 Kilometern. Ein ausgesprochener Langstreckenläufer ist er damit nicht, aber für Pendelstrecken und den urbanen Einsatz absolut passend dimensioniert.

Geladen wird die Hochvoltbatterie mit bis zu 95 kW an DC-Schnellladesäulen. Von 10 auf 80 Prozent vergehen rund 30 Minuten. Solide, aber kein Spitzenwert im Wettbewerbsumfeld. An der AC-Wallbox stehen bis zu 11 kW zur Verfügung.

Positiv zu erwähnen ist die Wärmepumpe, diese gehört zur Serienausstattung und hilft, den Energiebedarf bei sehr niedrigen oder hohen Außentemperaturen zu senken. Die Navigation plant auf Wunsch notwendige Ladestopps automatisch ein. Zusätzlich kann die Batterie vorkonditioniert werden – automatisch bei aktiver Routenführung oder manuell über das Menü. Gerade bei kaltem Wetter verkürzt das die Ladezeiten deutlich.

Der Ladevorgang selbst lässt sich komfortabel konfigurieren. Startzeiten, Ladefenster und Ziel-Ladezustand können vorab festgelegt werden. Auch eine Vorklimatisierung des Innenraums bis zur geplanten Abfahrt ist möglich. Über die MINI App behält man den Ladezustand jederzeit im Blick, inklusive Historie, Kostenübersicht und Routenplanung mit Ladeoptimierung.

Sicherheit

Auszeichnungen sammelt der vollelektrische MINI Aceman nicht nur bei den Restwertprognosen, sondern auch für seine Sicherheitsperformance. Im Euro-NCAP-Crashtest holte das Crossover-Modell die Höchstwertung von fünf Sternen.

Ein wichtiger Baustein dafür ist die umfangreiche Sicherheits- und Assistenzausstattung, die MINI bereits serienmäßig mitgibt. Dazu gehören unter anderem Frontkollisionswarnung mit Bremseingriff, Spurverlassenswarnung, Informationen zur Geschwindigkeitsbegrenzung inklusive Assistent sowie ein Parking Assistant mit Rückfahrkamera. Der Driving Assistant ergänzt je nach Ausführung weitere Funktionen wie Spurwechselwarnung mit Totwinkel-Erkennung und Maßnahmen zur Heckkollisionsprävention.

Wie gut diese Mischung in der Praxis funktioniert, entscheidet sich am Ende nicht auf dem Papier, sondern im täglichen Einsatz: Wie feinfühlig greift die Spurführung ein, wie natürlich wirkt die Lenkunterstützung, wie souverän regelt der Aceman Abstand und Tempo – und bleibt die Bedienung dabei so klar, dass man den Systemzustand jederzeit sofort versteht? Denn Assistenzsysteme sind nur dann ein Sicherheitsgewinn, wenn sie nicht irritieren, sondern intuitiv unterstützen.

Wer im Alltag noch mehr Entlastung möchte, findet sie im Driving Assistant Plus, der mehrere Assistenzfunktionen zu einem Gesamtsystem bündelt. Die Spurführung greift feinfühlig ein und bleibt angenehm zurückhaltend – statt ständig zu „korrigieren“, vermittelt sie ein ruhiges, kooperatives Fahrgefühl. Auch die Lenkung passt in dieses Bild. Sie wirkt natürlich, bietet einen stimmigen Widerstand und nimmt dem Fahrer nicht das Gefühl, selbst zu fahren. Der Spurhalteassistent (Lane Keep Assist) korrigiert dann, wenn es tatsächlich notwendig ist, während das Spurzentrierungssystem (Lane Centering) mit der adaptiven Geschwindigkeitsregelung zusammenarbeitet. Dieses Zusammenspiel funktioniert im Alltag harmonisch – genauso wie die Abstands- und Temporegelung insgesamt.

Ebenso positiv fällt die adaptive Geschwindigkeitsregelung (ACC) auf. Der Aceman verzichtet auf hektische oder abrupte Bremsmanöver und passt sein Tempo stattdessen geschmeidig an. Das wirkt souverän, steigert den Komfort und sorgt nebenbei dafür, dass man den Assistenten im Alltag gern aktiviert.

Ausstattung/Kosten

Ein Ausrufezeichen setzt zudem die Restwertprognose: Auto Bild und Schwacke zeichneten den MINI Aceman SE im Herbst 2025 als „Wertmeister 2025“ in der Kategorie „Kleinwagen elektrisch“ aus.

MINI verkauft den Aceman nicht als SUV, sondern als urbanen Crossover mit MINI-DNA – und genau so fällt auch die Positionierung aus. Der Aceman will kein Spar-EV sein, sondern ein Design- und Lifestyle-Crossover, das über Optik, Marke und Individualisierung funktioniert. Entsprechend läuft die Ausstattung weniger über klassische Linien, sondern vor allem über Trims. Der Einstieg gelingt über den Essential Trim, während Classic, Favoured und JCW vor allem beim Look, bei den Materialien und beim Ambiente nachlegen. Gleichzeitig bleibt MINI seinem Baukasten treu. Mit Paketen und Einzeloptionen lässt sich der Umfang nahezu beliebig erweitern – und damit auch der Endpreis.

Preislich startet der MINI Aceman E bei 30.950 Euro, der Aceman SE bei 34.450 Euro. In der Praxis entscheidet der finale Betrag allerdings nicht nur über E oder SE, sondern vor allem über die gewählte Ausprägung: Trim, Pakete, Felgen, Dachgestaltung (Kontrast oder Multitone) sowie Assistenz- und Komfortoptionen sind die eigentlichen Preistreiber. Genau in dieser Kombination schiebt MINI den Aceman schnell in eine Region, in der der Premium-Anspruch deutlich spürbar wird.

So verlangt das Classic Trim gegenüber dem Essential einen Aufpreis von 3.500 Euro. Das Favoured Trim liegt bei 39.590 Euro, das JCW Trim startet bei 41.040 Euro. Und das ist dann noch die Basis für weitere Entscheidungen. Wer hier ein paar Häkchen bei Paketen, großen Felgen oder den charakteristischen Design-Optionen setzt, merkt schnell, wie dynamisch sich der Preis nach oben bewegt.

Stand: Januar 2026; Test: Lexi Lind, Fotos: BMW/Lexi Lind

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