RENAULT SCENIC VISION CONCEPT CAR

Mit der Studie Scenic Vision gibt Renault einen Ausblick auf die nächste Generation des Scenic, die 2024 mit rein batterieelektrischem Antrieb auf den Markt kommen wird. Gleichzeitig vermittelt das Concept Car einen Eindruck der neuen Designsprache der Marke. Anders als die spätere Serienversion verfügt der dynamisch gezeichnete Technologieträger zur Bewältigung langer Strecken mit schnellen Tankstopps über einen kombinierten Batterie-Brennstoffzellen-Antrieb und besteht zu 70 Prozent aus Rezyklaten. Hieraus resultiert in Produktion und Gebrauch ein um 75 Prozent geringerer CO2-Fußabdruck als bei konventionellen Elektrofahrzeugen. Innovationen wie der „Safety Coach“, der den Fahrer proaktiv vor Gefahrenstellen warnt, oder der „Safe Guardian“, der bei nachlassender Aufmerksamkeit aktiv ins Fahrgeschehen eingreift, heben darüber hinaus die aktive Sicherheit auf ein neues Niveau.

Mit 4,49 Meter Länge bei 1,9 Meter Breite und 1,59 Meter Höhe entspricht der Renault Scénic Vision dem Maßkonzept der Kompaktklasse. Der lange Radstand und langgezogene Fensterflächen signalisieren bereits nach außen das exzellente Platzangebot im Interieur. Geschwungene Linien sowie der dynamische Wechsel von konvex und konkav ausgeformten Oberflächen drücken Kraft und Bewegung aus.

Lufteinlässe, Scheinwerfer und Tagfahrlicht schaffen ebenso wie die großen 21-Zoll-Räder eine ausgeprägte Hightech-Anmutung. An den Felgen befinden sich bewegliche Klappen, die die Öffnungen zwischen den Speichen verschließen und damit die aerodynamische Effizienz des Fahrzeugs verstärken. Bei Fahrgeschwindigkeiten unter 10 km/h öffnen sich die Klappen zur besseren Ableitung der Abwärme der Bremsen.

Originelles Detail: Das Renault Markenzeichen an den Radnabenabdeckungen dreht sich nicht mit den Rädern, sondern bleibt auch in aufrechter Position, wenn der Scenic Vision in Bewegung ist. Um größtmögliche Einstiegsfreundlichkeit für Fahrer und Passagiere zu realisieren, ist das Concept Car ohne B-Säule und mit gegenläufigen Türen konzipiert.

Ebenso zukunftsweisend wie das Design ist die Antriebstechnik des Scenic Vision. Die Studie verfügt über einen Hybridantrieb, bestehend aus einem hochmodernen, fremderregten Synchronmotor mit 160 kW/218 PS, einer kompakten Batterie mit 40 kWh Kapazität und einer Brennstoffzelle mit 16 kW/22 PS, die mit grünem Wasserstoff betrieben wird und Energie zum Laden des Akkus liefert. Vorteil der Elektro-Wasserstoff-Hybridtechnologie sind die deutlich kürzeren Tankzeiten als sie zum Laden einer Antriebsbatterie benötigt werden. Ein Tankstopp an einer Wasserstoffstation lässt sich in fünf Minuten absolvieren, ideal für lange Fahrten. Bei alltäglichen Fahrten funktioniert der Scenic Vision wie ein herkömmliches Elektrofahrzeug und nutzt die Brennstoffzelle nicht.

Bei längeren Strecken berechnet ein Routenplaner den Leistungsanteil, den die Brennstoffzelle übernehmen muss, damit der Nutzer die Batterie nicht aufzuladen braucht. Stellt er das Fahrzeug am Zielort ab, kann er es wieder an der Ladestation anschließen. Weiterer Vorteil der Brennstoffzelle: Bei kaltem Wetter sorgt das System dafür, dass der Akku schneller auf die optimale Betriebstemperatur kommt.

Einziges Emissionsprodukt der Brennstoffzellenreaktion ist Wasser. Darüber hinaus beinhaltet das Hybridsystem des Scenic Vision alle Vorteile des Elektroantriebs: sofort bereitstehendes Drehmoment sowie geräuscharmer und vibrationsfreier Betrieb. Die Studie versteht sich darüber hinaus als Teil eines größeren elektrischen Ökosystems: Sie verfügt über die technische Voraussetzung für das bidirektionale Laden und kann mit der Vehicle-to-Grid-Technologie (V2G) Strom ins Netz zurückspeisen.

Um sämtliche Komponenten für sein innovatives Antriebskonzept aufzunehmen, nutzt der Scenic Vision eine neuartige Plattform mit dem Elektromotor im Heck und dem 2,5 Kilogramm schweren Wasserstofftank vorne. Entsprechend der Einbauposition des Motors verfügt die Studie über Hinterradantrieb. Die Batterie ist im Fahrzeugboden untergebracht, ebenso die dahinter liegende Brennstoffzelle.

Auch in puncto Rezyklatverwendung setzt der Scenic Vision Zeichen: Das Concept Car besteht zu über 70 Gewichtsprozent aus wiederverwendeten Materialien. Ebenso lassen sich 95 Prozent der Materialien, aus denen das Fahrzeug einschließlich der Batterie besteht, im Rahmen des industriellen Wertstoffkreislaufs wiederverwerten. Renault demonstriert damit anschaulich seine Pionierrolle im Recyclingbereich. So war die Renault Group 2008 der erste Automobilhersteller, der sich über die Gründung der Tochtergesellschaft Renault Environnement 2008 finanziell an der Recyclingindustrie beteiligte. Heute richtet der Konzern mit der Re-Factory den Produktionsstandort Flins neu aus zu einem Zentrum für Kreislaufwirtschaft rund um die Mobilität.

Alle Stahlteile der Studie wurden mit kohlenstoffarmen Prozessen hergestellt, die Rohkarosserie besteht zu 95 Prozent aus Recyclingstählen. Noch höher, nämlich 100 Prozent, ist die Recyclingquote bei den Aluminiumkomponenten von Türen und Hauben bis hin zu Felgen und Zierteilen. Auch bei den Carbonfasern im Scenic Vision handelt es sich ausnahmslos um Rezyklate, beispielsweise aus Abfallprodukten der Luftfahrt- und Papierindustrie. Ebenso sind das Platin für die Membran der Brennstoffzelle sowie das Kupfer in der Batterie und den elektrischen Leitungen im Fahrzeug zu 100 Prozent wiederverwertet.

Der Innenraumboden besteht ausschließlich aus den Rezyklaten von Milchflaschen und Kunststoffrohren. Insgesamt beträgt die Kunststoff-Recyclingquote im Scenic Vision 70 Prozent. Ungewöhnliche Wege geht Renault bei der Farbe für das Fahrzeugdach. Diese basiert auf Feinstaubpartikeln aus Stadtluft und verbindet damit Recycling und Verbesserung der Luftqualität.

Stand: Mai 2022; Fotos: Renault

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