VW Tayron im Test: Viel mehr als nur ein großer Tiguan

Mit dem Tayron erweitert Volkswagen 2024 sein SUV-Portfolio um ein neues Modell zwischen Tiguan und Touareg. Gleichzeitig übernimmt der Tayron die Rolle des bisherigen Tiguan Allspace, geht konzeptionell jedoch einen Schritt weiter. Statt einer verlängerten Tiguan-Version positioniert Volkswagen den Tayron als eigenständige Baureihe mit mehr Platz, höherer Variabilität und auf Wunsch bis zu sieben Sitzplätzen.

Mit einer Länge von rund 4,79 Metern richtet sich das SUV vor allem an Familien und Vielfahrer, die Wert auf großzügige Platzverhältnisse, hohe Alltagstauglichkeit und moderne Technik legen. Neben verschiedenen Benzin-, Hybrid- und Plug-in-Hybridantrieben steht auch weiterhin ein klassischer Diesel zur Verfügung.

Für meinen Test trat der VW Tayron in der Ausstattung Elegance mit dem 2.0 TDI und 193 PS starkem Dieselmotor in Kombination mit 7-Gang-DSG und Allradantrieb an. Ob das neue Familien-SUV die hohen Erwartungen erfüllen kann und wie sich der Selbstzünder im Alltag schlägt, zeigt mein ausführlicher Fahrbericht.

Karosserie/Design

Schon auf den ersten Blick wird deutlich, dass der Tayron zwar unverkennbar aus der aktuellen Volkswagen-Familie stammt, sich aber keineswegs als bloße Langversion des Tiguan versteht. Natürlich gibt es Parallelen – insbesondere an der Front –, dennoch wirkt der Tayron insgesamt erwachsener, souveräner und deutlich präsenter. Gerade in der Seitenansicht und am Heck entwickelt er einen ganz eigenen Charakter.

Mit einer Länge von 4,79 Metern schließt der Tayron genau die Lücke zwischen Tiguan und Touareg. Dabei gelingt Volkswagen ein Kunststück: Trotz seiner stattlichen Abmessungen wirkt das SUV weder überladen noch wuchtig. Im Gegenteil. Die klaren Linien, die lang gezogene Dachpartie und die kraftvoll modellierten Flanken verleihen ihm eine elegante Präsenz, während die hohe Front den selbstbewussten Auftritt zusätzlich unterstreicht.

Besonders gelungen finde ich die Silhouette. Das lange Dach, die bis weit in die D-Säule hineinreichende Fensterlinie und die charakteristische Chromspange – intern „Hockeyschläger“ genannt – strecken den Tayron optisch und lassen ihn flacher erscheinen, als er tatsächlich ist. Gleichzeitig sorgen die markanten Radhäuser und die kraftvoll ausgeformten Schultern für genau die Portion Robustheit, die man von einem modernen SUV erwartet.

Mein Testwagen trat in der Ausstattung Elegance an – und genau das spiegelt sich auch im Design wider. Chromakzente im großen Kühlergrill, die edlen 18-Zoll-Leichtmetallräder „Napoli“, die silberne Dachreling sowie die fein abgestimmten Details verleihen dem Tayron eine hochwertige, fast schon noble Ausstrahlung. Er wirkt stilvoll, ohne jemals geschniegelt oder übertrieben luxuriös aufzutreten.

Ganz ehrlich? Würde ich meinen Tayron selbst konfigurieren, würde meine Wahl allerdings auf die R-Line fallen. Die sportlicher gestalteten Stoßfänger, hochglänzend schwarze Radlaufverkleidungen, schwarze Designelemente und die serienmäßigen 19-Zoll-Felgen verleihen dem großen SUV noch einmal deutlich mehr Dynamik. Der Tayron wirkt dadurch einen Tick kraftvoller, ohne seine elegante Linie zu verlieren. Genau diese Mischung trifft meinen persönlichen Geschmack.

Schön ist dabei, dass beide Ausstattungslinien ihren ganz eigenen Charakter besitzen. Während der Elegance eher den stilvollen Gentleman verkörpert, gibt die R-Line den sportlich gekleideten Athleten.

Richtig faszinierend wird es allerdings, sobald die Sonne untergeht.

Schon serienmäßig setzt der Tayron mit den durchgehenden LED-Lichtleisten an Front und Heck sowie den illuminierten Volkswagen-Logos starke Akzente. Mein Testwagen verfügte über die LED-Plus-Scheinwerfer inklusive dynamischer Leuchtweitenregulierung und Kurvenlicht, die bereits eine hervorragende Ausleuchtung bieten.

Wer allerdings die optionalen IQ.LIGHT HD Matrix-Scheinwerfer bestellt, erlebt eines der beeindruckendsten Lichtsysteme, das Volkswagen derzeit im Programm hat. Bis zu 19.000 LEDs pro Scheinwerfer sorgen nicht nur für eine außergewöhnlich präzise Ausleuchtung der Fahrbahn, sondern schaffen gemeinsam mit der markanten Lichtsignatur und den Welcome- beziehungsweise Goodbye-Animationen einen Auftritt, der besonders bei Dunkelheit fast schon Premiumklasse-Niveau erreicht.

Auch das Heck weiß zu begeistern. Die durchgehende LED-Leiste betont die Fahrzeugbreite eindrucksvoll, während das leuchtende VW-Logo und die markanten Rückleuchten den Tayron selbst nachts sofort erkennbar machen. Gerade im Rückspiegel anderer Verkehrsteilnehmer dürfte dieses Lichtdesign einen bleibenden Eindruck hinterlassen.

Es sind oft die kleinen Dinge, die den hochwertigen Gesamteindruck abrunden. Geräuschdämmende Seitenscheiben, die Privacy-Verglasung im Fond, die sauber ausgearbeiteten Linien und die harmonischen Proportionen zeigen, wie viel Wert Volkswagen auf eine ausgewogene Gestaltung gelegt hat.

Auch bei der Individualisierung bleibt kaum ein Wunsch offen. Acht Außenfarben sowie – je nach Ausstattung – Leichtmetallräder zwischen 17 und 20 Zoll ermöglichen es, dem Tayron eine ganz persönliche Note zu verleihen. Ob elegant, sportlich oder besonders markant – der große Volkswagen passt sich dem eigenen Geschmack erstaunlich vielseitig an.

Innenraum/Kofferraum

Kaum öffnet sich die Tür, wird klar, dass Volkswagen den Tayron nicht einfach größer, sondern spürbar hochwertiger machen wollte. Vieles erinnert zwar an den Tiguan, dennoch besitzt das Interieur seinen ganz eigenen Charakter. Das Armaturenbrett wirkt edel, die Materialien fühlen sich hochwertig an und überall entsteht der Eindruck, dass hier viel Wert auf eine angenehme Atmosphäre gelegt wurde.

Besonders gefallen haben mir die offenporigen Echtholz-Applikationen meines Tayron Elegance. Zusammen mit den weichen Oberflächen, den feinen Kontrastnähten und der stimmungsvollen Ambientebeleuchtung entsteht ein Ambiente, das deutlich über das hinausgeht, was man früher mit einem klassischen Volkswagen verbunden hätte. Alles wirkt sauber verarbeitet und solide zusammengesetzt. Lediglich vereinzelte Hartplastikflächen erinnern daran, dass auch der Tayron wirtschaftlich kalkuliert werden muss.

Während der Elegance eher auf wohnliche Eleganz setzt, schlägt die R-Line eine sportlichere Richtung ein. Aluminium-Optik, ArtVelours-Einsätze und Sportsitze verleihen dem Innenraum einen dynamischeren Charakter. Zwei unterschiedliche Interpretationen – und beide haben durchaus ihren Reiz.

Schon nach wenigen Kilometern wurde mir klar, warum Volkswagen so viel Wert auf seine optionalen ergoActive-Plus-Sitze legt. Bereits die serienmäßigen Sitze bieten hervorragenden Komfort, doch wer sich das Lederpaket gönnt, bekommt Sitze, die fast schon Oberklasse-Niveau erreichen.

Elektrisch einstellbar, mit ausziehbarer Oberschenkelauflage, Sitzklimatisierung, Memory-Funktion und einer Massage, die tatsächlich ihren Namen verdient – hier wird jede längere Reise deutlich entspannter. Selten habe ich in dieser Fahrzeugklasse eine so angenehme Sitzmassage erlebt.

Auch die Sitzposition selbst überzeugt auf Anhieb. Man sitzt angenehm erhöht, genießt eine hervorragende Übersicht und findet dank der zahlreichen Einstellmöglichkeiten schnell die perfekte Position.

Genau hier spielt der Tayron seine größte Stärke aus.

Bereits in der zweiten Sitzreihe herrscht ein Raumangebot, das eher an eine Klasse höher erinnert. Selbst groß gewachsene Mitfahrer genießen üppige Bein- und Kopffreiheit. Da sich die Rückbank verschieben und die Lehnenneigung einstellen lassen, lässt sich der Innenraum flexibel an die jeweiligen Bedürfnisse anpassen – mehr Beinfreiheit oder doch lieber zusätzlicher Stauraum? Beides ist mit wenigen Handgriffen erledigt.

Wer sich für die optionale dritte Sitzreihe entscheidet, macht aus dem Tayron sogar einen Siebensitzer. Natürlich gilt auch hier das bekannte Prinzip: Die Plätze sechs und sieben eignen sich in erster Linie für Kinder oder kleinere Erwachsene. Mit meinen 1,80 Metern konnte ich dort zwar durchaus sitzen, sofern die zweite Sitzreihe weit nach vorne geschoben wurde, für längere Urlaubsfahrten würde ich diese Plätze jedoch nicht dauerhaft wählen. Schließlich bleibt der Tayron ein SUV – und kein klassischer Van.

Mindestens genauso beeindruckend fällt das Ladeabteil aus.

Bereits als Fünfsitzer schluckt der Tayron bis zu 885 Liter Gepäck. Werden die Rücksitze umgelegt, wächst das Ladevolumen auf beeindruckende 2.090 Liter. Selbst bei ausgeklappter dritter Sitzreihe bleiben noch 345 Liter Stauraum übrig.

Die niedrige Ladekante, die nahezu ebene Ladefläche und die enorme Tiefe machen den Tayron zu einem echten Transporttalent.

Auch im Cockpit zeigt sich, dass Volkswagen in den vergangenen Jahren einiges gelernt hat.

Hinter dem Lenkrad informiert das 10,25 Zoll große Digital Cockpit Pro mit einer übersichtlichen Darstellung, während der serienmäßige 12,9-Zoll-Touchscreen sämtliche wichtigen Funktionen bündelt. Optional wächst dieser sogar auf 15 Zoll an. Ehrlich gesagt hätte ich dafür jedoch keinen Aufpreis investiert, denn bereits der kleinere Bildschirm bietet mehr als genug Fläche und lässt sich hervorragend bedienen.

Besonders gut gefällt mir, dass Volkswagen die Menüstruktur deutlich aufgeräumt hat. Wichtige Funktionen wie Navigation oder Assistenzsysteme sind jederzeit schnell erreichbar, ebenso die Klimabedienung. Bereits nach kurzer Zeit findet man sich intuitiv zurecht.

Eine kleine Überraschung wartete dann am Lenkrad. Entgegen meiner Erwartung setzt mein Tayron Elegance erfreulicherweise auf klassische, drückbare Tasten statt auf die oftmals kritisierten kapazitiven Touchflächen.

Ein weiteres Highlight ist der neue Fahrerlebnisschalter auf der Mittelkonsole. Der massive Dreh-Drück-Regler fühlt sich nicht nur ausgesprochen hochwertig an, sondern übernimmt weit mehr als nur die Lautstärkeregelung.

Über ihn lassen sich Fahrmodi auswählen oder verschiedene sogenannte „Atmospheres“ aktivieren, bei denen Ambientebeleuchtung und Soundsystem unterschiedliche Stimmungen erzeugen – vom entspannten Lounge-Abend bis hin zur dynamischen Fahrt mit entsprechend passender Licht- und Klangkulisse. Das ist sicherlich kein zwingend notwendiges Feature, sorgt aber für eine angenehm moderne und fast schon spielerische Note.

Abgerundet wird das Ganze vom Sprachassistenten IDA, der mittlerweile sogar auf ChatGPT-Unterstützung zurückgreift und Sprachbefehle erstaunlich zuverlässig versteht. Wer lieber spricht als tippt, dürfte daran viel Freude haben.

Komfort/Fahrwerk

Schon nach den ersten Kilometern wird klar, welche Philosophie Volkswagen dem Tayron mit auf den Weg gegeben hat. Er möchte kein sportliches SUV sein, das seine Leistung ständig unter Beweis stellen muss. Vielmehr versteht er sich als souveräner Langstreckenbegleiter, der Komfort über Hektik stellt – und genau darin liegt seine größte Stärke.

Das Fahrwerk ist angenehm komfortabel abgestimmt und vermittelt bereits in der Grundeinstellung viel Gelassenheit. Wer es dynamischer mag, kann das optionale DCC-Pro-Fahrwerk per Knopfdruck an die eigenen Vorlieben anpassen. Die Bandbreite der 15 Einstellstufen überrascht dabei durchaus. Von angenehm straff bis beinahe sänftenartig ist alles möglich.

Gerade in der weichsten Einstellung gleitet der Tayron nahezu mühelos über schlechte Straßen. Schlaglöcher, Querfugen oder Frostaufbrüche verlieren ihren Schrecken und werden souverän weggefiltert. Gleichzeitig bleibt das Fahrwerk jederzeit kontrolliert und vermittelt nie das Gefühl, den Kontakt zur Straße zu verlieren.

In flotter gefahrenen Kurven macht sich zwar eine gewisse Seitenneigung bemerkbar, doch das passt hervorragend zum Charakter des Fahrzeugs. Der Tayron möchte nicht zum Kurvenräuber werden – gemütliches, entspanntes Reisen liegt ihm schlicht deutlich besser.

Überraschend ist dagegen, wie leichtfüßig sich das knapp 4,80 Meter lange SUV bewegen lässt.

Die Progressivlenkung arbeitet angenehm leichtgängig, vermittelt dennoch ausreichend Rückmeldung und setzt Lenkbefehle präzise um. Bereits nach kurzer Zeit vergisst man beinahe, wie groß der Tayron tatsächlich ist. Gerade in engen Kurven oder auf verwinkelten Landstraßen wirkt das SUV deutlich handlicher, als es seine Abmessungen zunächst vermuten lassen.

Dieses entspannte Fahrgefühl zieht sich wie ein roter Faden durch den gesamten Fahreindruck. Nichts wirkt nervös oder künstlich sportlich. Stattdessen vermittelt der Tayron jederzeit Sicherheit, Souveränität und Vertrauen.

Besonders gut harmoniert der von mir gefahrene 2,0-Liter-TDI mit 193 PS und 4MOTION-Allradantrieb mit diesem Gesamtkonzept.

Der Motor verrichtet seine Arbeit angenehm unaufgeregt. Selbst bei höheren Autobahngeschwindigkeiten bleibt der Diesel akustisch dezent im Hintergrund. Tiefe, zurückhaltende Motorgeräusche sind zwar wahrnehmbar, drängen sich jedoch nie in den Vordergrund.

Überhaupt gehört die Geräuschdämmung zu den großen Stärken des Tayron. Windgeräusche bleiben selbst bei hohem Tempo erstaunlich weit draußen und auch Abrollgeräusche gelangen nur gedämpft in den Innenraum. Gemeinsam mit dem komfortabel abgestimmten Fahrwerk entsteht genau die entspannte Langstreckenatmosphäre, die ich mir von einem Fahrzeug dieser Klasse wünsche.

Dass der Tayron trotz seines komfortorientierten Charakters durchaus kräftig zupacken kann, zeigt sich spätestens beim Blick auf seine Anhängelast.

Mit bis zu 2,5 Tonnen zählt der Tayron 4MOTION zu den stärksten Zugfahrzeugen seiner Klasse. Ob großer Wohnwagen, Pferdeanhänger, Boot oder Oldtimer auf dem Trailer – an Reserven mangelt es ihm nicht.

Besonders clever arbeitet dabei der intelligente Allradantrieb. Im Alltag fährt der Tayron überwiegend über die Vorderachse und spart dadurch Kraftstoff. Erst wenn zusätzliche Traktion benötigt wird oder Schlupf droht, schaltet das System die Hinterachse nahezu unmerklich hinzu. Wer regelmäßig im Schnee oder auf unbefestigten Wegen unterwegs ist, kann über die Fahrprofile zudem spezielle Modi wie Snow oder Offroad aktivieren.

Wer häufig mit Anhänger fährt, dürfte den serienmäßigen Charakter des 2.0 TDI 4MOTION besonders zu schätzen wissen. In Verbindung mit dem optionalen Trailer Assist wird selbst das Rangieren rückwärts erstaunlich unkompliziert. Fast schon verblüffend präzise übernimmt das System die Lenkarbeit und macht selbst enge Rangiermanöver deutlich entspannter.

Nach mehreren Tagen mit dem Tayron blieb bei mir vor allem ein Eindruck hängen: Dieses SUV möchte seinen Fahrer nicht beeindrucken – sondern entlasten.

Es fährt angenehm leise, komfortabel und souverän, vermittelt jederzeit ein hohes Sicherheitsgefühl und macht selbst lange Etappen überraschend entspannt. Genau deshalb empfinde ich den Tayron nicht als das sportlichste SUV seiner Klasse. Ehrlich gesagt muss er das auch gar nicht sein. Seine größte Stärke liegt vielmehr darin, dass man nach mehreren hundert Kilometern deutlich entspannter aussteigt, als man eingestiegen ist.

Motor/Getriebe

Während viele Hersteller den Diesel inzwischen am liebsten nur noch am Rande erwähnen, erinnert der Tayron eindrucksvoll daran, weshalb dieser Antrieb über Jahrzehnte so erfolgreich war.

Gerade wer regelmäßig lange Strecken zurücklegt, häufig mit viel Gepäck unterwegs ist oder einen Wohnwagen beziehungsweise Anhänger zieht, findet auch heute kaum eine stimmigere Kombination als einen kräftigen Turbodiesel in einem großen SUV.

Genau deshalb halte ich den von mir gefahrenen 2,0-Liter-TDI mit 193 PS für die wohl ausgewogenste Motorisierung der gesamten Tayron-Baureihe. Vielleicht nicht die modernste Wahl für eine Marketingbroschüre – im Alltag aber vermutlich die vernünftigste.

Der Vierzylinder leistet 193 PS und stellt kräftige 400 Newtonmeter Drehmoment bereit. Zahlen, die auf dem Papier bereits überzeugen, ihre eigentliche Stärke aber erst auf der Straße zeigen.

Der Motor wirkt jederzeit souverän und besitzt genau die Gelassenheit, die hervorragend zum Charakter des Tayron passt. Statt hektisch nach Leistung zu suchen, steht das Drehmoment früh zur Verfügung und sorgt dafür, dass Überholmanöver oder Auffahrten auf die Autobahn angenehm mühelos gelingen.

Nie hatte ich das Gefühl, den Motor antreiben zu müssen. Vielmehr vermittelt er jederzeit ausreichend Reserven und erledigt seine Arbeit angenehm unaufgeregt – genau so wünsche ich mir einen Langstrecken-Diesel.

Einen wesentlichen Anteil daran hat auch das serienmäßige Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe.

Die Gangwechsel erfolgen nahezu unmerklich und so harmonisch, dass man sie im Alltag kaum wahrnimmt. Das DSG sortiert die Übersetzungen stets passend, hält den Motor im optimalen Drehzahlbereich und trägt seinen Teil dazu bei, dass sich der Tayron jederzeit ausgesprochen kultiviert bewegt.

Motor und Getriebe bilden eine Einheit, die hervorragend miteinander harmoniert und den entspannten Gesamteindruck des SUV konsequent unterstreicht.

Während meines Tests pendelte sich der Durchschnitt bei 6 ½ Litern Diesel auf 100 Kilometer ein – ein ausgesprochen guter Wert für ein nahezu 4,80 Meter langes SUV mit 193 PS und permanent verfügbarem Allradantrieb.

Auf der Landstraße sind bei zurückhaltender Fahrweise sogar Werte zwischen 5,4 und 6,0 Litern möglich. Selbst auf der Autobahn bleibt der Verbrauch mit rund 6,8 Litern angenehm niedrig. Erst wer die Leistung regelmäßig vollständig abruft, muss mit etwa 8,5 bis 9,5 Litern rechnen.

Gemeinsam mit dem 58-Liter-Tank ergibt sich daraus eine Reichweite von deutlich über 850 Kilometern. Genau diese Kombination aus Leistung, Effizienz und großer Reichweite macht den Diesel nach wie vor zu einem der angenehmsten Reisebegleiter überhaupt.

Unabhängig von meiner persönlichen Favoritenrolle bietet Volkswagen den Tayron mit insgesamt sieben Antriebsvarianten an und deckt damit ein ausgesprochen breites Einsatzspektrum ab.

Das Angebot reicht vom 48-Volt-Mildhybrid über zwei Plug-in-Hybride mit elektrischen Reichweiten von mehr als 100 Kilometern bis hin zu zwei Turbobenzinern und zwei Turbodieseln. Sämtliche Motorisierungen sind serienmäßig mit einem Doppelkupplungsgetriebe kombiniert, während die stärkeren Benziner sowie der 193-PS-Diesel grundsätzlich mit dem intelligenten 4MOTION-Allradantrieb ausgeliefert werden.

So findet letztlich jeder die passende Antriebsvariante – vom überwiegenden Stadtverkehr bis hin zum Vielfahrer, der regelmäßig hunderte Kilometer am Stück zurücklegt.

Natürlich verstehe ich, warum Volkswagen die neuen Plug-in-Hybride so stark in den Mittelpunkt stellt. Trotzdem würde meine persönliche Wahl jederzeit wieder auf den 2.0 TDI mit 193 PS fallen.

Nicht, weil er spektakulärer wäre. Sondern weil er genau das verkörpert, was ich von einem Fahrzeug wie dem Tayron erwarte: viel Kraft, hohe Reichweite, entspannte Souveränität und eine Effizienz, die selbst nach vielen hundert Kilometern noch beeindruckt.

Für Vielfahrer gehört dieser Motor deshalb nach wie vor zu den überzeugendsten Antrieben, die Volkswagen derzeit im Programm hat.

Sicherheit

Gerade bei den Assistenzsystemen zeigt sich, dass Volkswagen in den vergangenen Jahren genau hingehört hat.

Nicht bei der Technik selbst – die gehörte ohnehin schon lange zu den Stärken der Marke. Vielmehr wurde dort nachgebessert, wo sich Kunden häufig mehr Alltagstauglichkeit gewünscht haben. Klassische Lenkradtasten statt kapazitiver Touchflächen, eine logisch aufgebaute Menüführung und sinnvoll platzierte Schnellzugriffe sorgen dafür, dass man sich bereits nach kurzer Zeit bestens zurechtfindet.

Genau so sollte moderne Technik funktionieren: Sie unterstützt den Fahrer, ohne ihn mit unnötiger Komplexität zu beschäftigen.

Besonders erfreulich ist, dass Volkswagen beim Tayron Sicherheit nicht von der gewählten Ausstattungslinie abhängig macht.

Bereits die Basisversion bringt ein beeindruckend umfangreiches Paket an Assistenzsystemen mit. Adaptive Distanzregelung, Spurhalte- und Spurwechselassistent, Notbremsassistent mit Fußgänger- und Radfahrererkennung, Kreuzungsassistent, Verkehrszeichenerkennung, Rückfahrkamera oder Park Assist Plus gehören ebenso zum Serienumfang wie insgesamt neun Airbags.

Besonders überzeugt hat mich der optionale Travel Assist aus dem IQ.DRIVE-Paket.

Auf längeren Autobahnetappen entlastet das System den Fahrer spürbar. Dank vernetzter Schwarmdaten hält der Tayron die Spur erstaunlich präzise und wirkt dabei jederzeit natürlich. Die Lenkbewegungen erfolgen angenehm sanft und niemals hektisch oder künstlich.

Beeindruckend funktioniert auch der automatische Spurwechsel. Ein kurzer Blinkerimpuls genügt und der Tayron führt den Fahrstreifenwechsel – sofern die Situation es zulässt – selbstständig, flüssig und nachvollziehbar aus. Das kommt dem teilautomatisierten Fahren bereits erstaunlich nahe.

Lediglich eine Eigenheit sollte man kennen: Hebt eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf, beschleunigt der Tayron im Tempomatbetrieb automatisch wieder auf die zuvor eingestellte Geschwindigkeit. Das funktioniert technisch einwandfrei, überrascht beim ersten Mal jedoch durchaus, wenn man nicht damit rechnet.

Mindestens ebenso beeindruckend arbeitet der Parkassistent.

Bereits serienmäßig unterstützt der Tayron beim Ein- und Ausparken. In meinem Tayron Elegance kommt zusätzlich die Memory-Funktion des Park Assist Pro zum Einsatz. Das System merkt sich wiederkehrende Parkmanöver und übernimmt diese auf Wunsch später vollständig selbstständig.

Wer das optionale Komfortpaket wählt, erhält darüber hinaus sogar eine Remote-Funktion. Dann lässt sich der Tayron per Smartphone von außen in enge Parklücken hinein- oder wieder herausmanövrieren. Gerade in schmalen Garagen kann das ein echter Komfortgewinn sein.

Fast schon ein eigenes Kapitel verdienen die optionalen IQ.LIGHT HD-Matrix-Scheinwerfer.

Mit über 19.000 einzeln ansteuerbaren LEDs pro Seite erzeugen sie nicht nur eine beeindruckende Ausleuchtung der Fahrbahn, sondern bieten zahlreiche intelligente Lichtfunktionen. Besonders das blendfreie Dauerfernlicht gehört zu den Highlights. Gegen- und vorausfahrende Fahrzeuge werden punktgenau ausgeblendet, während der restliche Bereich weiterhin optimal ausgeleuchtet bleibt.

Ebenso hilfreich ist der projizierte Lichtteppich, der sich exakt an der eigenen Fahrspur orientiert und nächtliche Fahrten noch entspannter macht. Gerade auf Landstraßen oder in Baustellen entsteht dadurch ein spürbares Plus an Komfort und Sicherheit.

Was mir am Tayron besonders gefällt: Keine dieser Technologien drängt sich in den Vordergrund.

Sie arbeiten unauffällig, greifen nur dann ein, wenn sie wirklich gebraucht werden, und vermitteln dadurch genau das Gefühl, das moderne Assistenzsysteme auszeichnen sollte: Sicherheit und Entlastung statt permanenter Bevormundung.

Genau deshalb hinterlässt der Tayron für mich einen der stimmigsten Gesamteindrücke, die Volkswagen in den vergangenen Jahren auf die Räder gestellt hat.

Ausstattung/Kosten

Bereits die Einstiegsversion Life zeigt, dass Volkswagen den Tayron nicht künstlich knapp kalkuliert hat. Schon ab 46.920 Euro gehören unter anderem eine 3-Zonen-Klimaautomatik mit Luftreinigungsfunktion, das Digital Cockpit Pro, ein großes Infotainmentsystem mit App-Connect Wireless, eine Ambientebeleuchtung mit zehn Farben, der Fahrerlebnisschalter sowie pneumatisch einstellbare Lendenwirbelstützen zur Serienausstattung.

Darüber positioniert Volkswagen die von mir gefahrene Ausstattung Elegance, die ab 51.585 Euro erhältlich ist. Sie verleiht dem Tayron nicht nur seinen besonders hochwertigen Charakter, sondern ergänzt den bereits umfangreichen Serienumfang um zahlreiche Komfortdetails. Dazu zählen unter anderem die elektrische Heckklappe, das schlüssellose Schließ- und Startsystem Keyless Access, eine 30-farbige Ambientebeleuchtung mit beleuchteten Dekorelementen sowie die komfortablen Sitze mit Massagefunktion und Sitzheizung. Die Sitzmittelbahnen in ArtVelours Eco und die exklusiven Edelholzeinlagen in Esche verleihen dem Innenraum zusätzlich eine besonders hochwertige Atmosphäre.

Wer den sportlicheren Auftritt bevorzugt, findet in der R-Line die passende Alternative. Sie startet bei 53.430 Euro und setzt optisch wie auch im Innenraum deutlich dynamischere Akzente. Gleichzeitig bleibt sie dem hohen Komfortniveau des Tayron treu. Das Topmodell Tayron R-Line 195 nimmt dabei eine Sonderstellung ein: Es ist ausschließlich mit dem 265 PS starken TSI erhältlich und schlägt mit mindestens 65.340 Euro zu Buche.

Mein Testwagen, der VW Tayron 2.0 TDI 4MOTION Elegance mit 193 PS, startet bei 60.050 Euro. Je nach Lackierung, Felgen, Ausstattungspaketen und Sonderausstattungen lässt sich dieser Preis selbstverständlich noch individuell erweitern.

Wer seinen Tayron auf die eigenen Bedürfnisse zuschneiden möchte, findet eine umfangreiche Optionsliste.

Dazu gehören unter anderem das Lederpaket Varenna mit den hervorragenden ergoActive-Plus-Sitzen inklusive elektrischer 14-Wege-Verstellung, Memory-Funktion, Sitzklimatisierung und Massage, das kraftvolle 700-Watt-Soundsystem von Harman Kardon, die elektrisch schwenkbare Anhängerkupplung inklusive Trailer Assist oder das zweiteilige Panorama-Ausstell- und Schiebedach.

Gerade diese Vielfalt macht den Tayron besonders interessant. Vom komfortabel ausgestatteten Familien-SUV bis hin zum nahezu voll ausgestatteten Langstreckenbegleiter lässt sich das Modell sehr individuell konfigurieren.

Dass Volkswagen mit diesem Konzept vieles richtig gemacht hat, zeigt auch eine aktuelle Auszeichnung: Beim „Goldenen Lenkrad“ wurde der Tayron von AUTO BILD und BILD am SONNTAG zum besten Familienauto gewählt und setzte sich dabei gegen die Konkurrenz aus Tschechien und Schweden durch.

Stand: Juli 2026; Text und Fotos: Lexi Lind, Innenraumfotos: VW

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