Unterwegs mit dem BMW X2 sDrive 18d

Der BMW X2 wurde 2018 als sportlich und lifestyle-orientiert positionierte Alternative zum X1 eingeführt. Technisch auf derselben Basis aufgebaut, setzte BMW beim X2 von Beginn an stärker auf ein flacheres, coupéartiges Design und eine dynamischere Ausrichtung. Ziel war ein kompaktes SUV-Coupé im damals wachsenden Segment der Sports Activity Coupés (SAC). Mit dem Facelift 2021 folgte eine Modellpflege mit moderaten optischen Anpassungen sowie aktualisierten Ausstattungs- und Assistenzsystemen. Die zweite Generation, die 2024 an den Start ging, fällt dagegen deutlich umfangreicher aus. Der neue X2 ist größer, markanter gezeichnet und klarer als SUV-Coupé abgrenzt. Gleichzeitig ordnet BMW seine Kompaktklasse neu und erweitert die Antriebspalette um eine vollelektrische Variante, den BMW iX2. Updates bei Connectivity und Bedienung runden die aktuelle Modellgeneration ab.

Karosserie/Design

Der neue BMW X2 trägt sein eigenständiges Gesicht mit spürbar mehr Selbstbewusstsein. Er macht sofort klar, dass er nicht einfach nur der „X1 mit schickerer Dachlinie“ sein will. BMW differenziert ihn optisch deutlich vom X1. Der X2 ist auf den ersten Blick als Sports Activity Coupé erkennbar. Die Linienführung wirkt dynamisch gestreckt, die Flächen sind großzügig modelliert – insgesamt mehr Präsenz, mehr Statement.

Vorne steht er spürbar aufrechter im Wind, mit einer modellspezifischen Front, die ordentlich Eindruck schindet. Markante LED-Scheinwerfer und die nahezu sechseckige BMW Niere geben den Ton an. Wer gern ein bisschen „Show“ mag, kann optional die Konturbeleuchtung „BMW Iconic Glow“ wählen. Die beleuchtete Umrandung des sechseckigen Kühlergrills sorgt für einen weiteren Eyecatcher. Dazu gibt’s auf Wunsch Adaptive LED-Scheinwerfer mit blendfreiem Matrix-Fernlicht.

Die Dachlinie zieht sich in einem kontinuierlichen Schwung nach hinten und fließt ins Heck – genau das macht die coupéhafte, flache Silhouette aus, die man von einem BMW SAC erwartet. In der Heckansicht kommen die weit ausgestellten Radhäuser und die kräftigen Schultern schön zur Geltung. Sportliche Akzente setzen die horizontal betonten Rückleuchten, ein Spoiler im Gurney-Stil und die markant gezeichnete Heckschürze.

Wer beim Thema Sportlichkeit noch einen drauflegen will, landet beim X2 M35i xDrive: M-spezifische Details und die beiden in die Heckschürze integrierten Endrohrpaare geben ihm diese extra M-Portion. Für die weiteren Varianten – inklusive iX2 – steht das M Sportpaket bereit, ebenfalls mit aerodynamisch optimierten Exterieurdetails. Und dann gibt’s noch das M Sportpaket Pro, das optisch wie ein Ausrufezeichen wirkt. Erweiterte M Hochglanz Shadow Line, M Shadow Line Leuchten, M Heckspoiler und dazu die M Sportbremsanlage mit rot lackierten Bremssätteln. Wer den X2 gern „schärfer“ haben möchte, bekommt hier genau das passende Werkzeug.

Auch bei den Farben lässt BMW Spielraum: Uni, Metallic und BMW Individual Frozen-Lackierungen stehen zur Wahl – darunter auch die neu eingeführten Varianten Fire Red metallic und Frozen Black metallic. Und wer es noch individueller will, kann mit BMW Individual Sonderlackierungen weiter eskalieren (im besten Sinne). Schlagen diese mit 1.780 bis 3.900 Euro zu, veranschlagt BMW für das Skyscraper Grau Metallic meines Testwagen 890 Euro.

Ich persönlich vermisse ein bisschen das BMW-Logo auf der C-Säule der ersten Generation. Das war so ein schöner Retro-Kniff, den BMW sonst eher aus der Historie kennt – und genau dieses kleine Detail hatte für mich Charakter. In der zweiten Generation ist es leider gestrichen worden. Schade eigentlich… mir hat’s echt gefallen.

Der neue X2 ist nicht nur optisch gewachsen, sondern auch ganz offiziell in Zahlen. Im Vergleich zum Vorgänger legt er 194 Millimeter in der Länge zu und kommt auf 4.554 Millimeter. Dazu wachsen 21 Millimeter in der Breite auf 1.845 Millimeter und auch in der Höhe geht’s 64 Millimeter nach oben auf 1.590 Millimeter. Man sieht’s ihm an – und man spürt: BMW wollte hier bewusst mehr Präsenz.

Innenraum/Kofferraum

Vom Plus an Radstand und Spurweite profitiert der BMW X2 spürbar – und zwar nicht nur vorn, sondern auch in Reihe zwei. Die Kniefreiheit im Fond wächst um 25 Millimeter, was ich mit meinen langen Beinen bei 1,80 Meter positiv bemerke. Trotzdem sitze ich natürlich am liebsten dort, wo der X2 am meisten „BMW“ ist: hinter dem Lenkrad. Hier passen Ergonomie, Platzgefühl und die gesamte Fahrerorientierung richtig gut zusammen.

Trotz der Coupé-Form wirkt der Innenraum nicht beengt, und auch hinten fühlen sich die Passagiere nicht eingesperrt. Natürlich, im Vergleich zum BMW X1 kostet die flachere Dachlinie etwas Kopffreiheit, doch für aufrecht sitzende Personen bis etwa 1,85 Meter reicht es absolut. Vorn ist das Platzangebot angenehm großzügig, auch für größere Menschen.

Ein echtes Plus sind die neuentwickelten Sportsitze. Sie verbinden Komfort mit knackigem Seitenhalt und treffen damit genau den Sweet Spot, den man in einem X2 erwartet. Mein Testwagen war dabei gefühlt das volle Verwöhnprogramm.Einstellmöglichkeiten für Sitzneigung und Sitztiefe, elektrische Justierung von Länge und Höhe, Memory-Funktion, dazu eine Lordosenstütze samt Massagefunktion und Sitzheizung – man merkt einfach, wie sehr BMW hier auf Langstrecken-Qualitäten setzt, ohne den sportlichen Anspruch zu verwässern.

Bei den Materialien und Polstern lässt BMW ebenfalls viel Spielraum. Serienmäßig geht’s mit anthrazitfarbenem Stoff los, optional stehen unter anderem Veganza perforiert oder Leder Vernasca mit attraktiver Steppung zur Wahl – jeweils in Schwarz, Mokka oder Oyster. Dazu kommen Veganza-Oberflächen auch als Bicolor-Varianten, inklusive der neuen Kombination Atlasgrau/Rauchweiß. Im M Sportpaket gehören Sportsitze in Veganza/Alcantara (Anthrazit mit blauen Kontrastnähten) dazu, optional auch Leder Vernasca mit spezifischer Rautensteppung. Und wer gern ein „aus einem Guss“-Gefühl mag: Optional lassen sich Veganza-Oberflächen mit markanten Kontrastnähten auch für Instrumententafel und Türbrüstungen ordern.

Das Lenkrad passt da ins Bild. Das serienmäßige Sport-Lederlenkrad kommt mit hochwertig gestalteten Akzentspangen in Perlglanz Chrom, großen Daumenauflagen und Multifunktionstasten. Mit M Sportpaket wird’s noch markanter, gibt es dann ein M Lederlenkrad im Drei-Speichen-Design inklusive Schaltwippen. Eine Lenkradheizung ist jeweils optional verfügbar.

Eines der weiteren Highlights ist das Panorama-Glasdach. Die dunkel eingefärbte Glasfläche reicht weit nach hinten und bringt spürbar mehr Licht und Weite ins Auto, ohne dabei „Wintergarten-Vibes“ zu übertreiben. Bei Bedarf sorgt ein mehrlagiges, elektrisch angetriebenes Rollo für angenehme Abschattung. Kombiniert mit dem optionalen Ambiente Licht wird’s abends richtig stimmungsvoll. Lichtverteilung, Helligkeit und Farben lassen sich über iDrive konfigurieren, dazu kommt ein Dynamisches Innenlicht, das beispielsweise bei eingehenden Anrufen oder beim Türöffnen bei laufendem Motor mit pulsierenden Signalen aufmerksam macht. Im optionalen Premiumpaket steckt außerdem ein Spiegelpaket mit Lichtprojektionen aus den Außenspiegeln, elektrischer Anklappfunktion sowie automatischer Abblendung für Innen- und Fahrerseitenspiegel.

Das Cockpit selbst wirkt modern und angenehm aufgeräumt. Eine flache Armaturentafel dient als Bühne für das BMW Curved Display, dazu eine schwebend wirkende Armauflage mit integriertem Bedienfeld zwischen Fahrer und Beifahrer. Das Ganze fühlt sich sehr „aus einem Guss“ an. Das Curved Display ist rahmenlos, leicht zum Fahrer geneigt und kombiniert ein 10,25 Zoll großes Information Display mit einem 10,7 Zoll Control Display unter einer gemeinsamen Glasfläche.

Mit dem BMW Operating System 9 und dem neuen Einstiegsbildschirm ist die Bedienlogik deutlich stärker auf „direkt zum Punkt“ getrimmt. Über QuickSelect lassen sich Funktionen ohne Umweg über Untermenüs aufrufen, die Menüstruktur wirkt flacher und aufgeräumter. Auf der linken Seite des Displays sitzen vertikal angeordnete Symbole, zwischen denen man per Wischbewegung wechseln kann.

Das geht nach kurzer Eingewöhnung flott. Allerdings muss man sich damit auch anfreunden. Der legendäre iDrive-Knopf fehlt, und auch die haptischen Tasten für die Klimaanlage sind Geschichte. Die Steuerung läuft nun hauptsächlich über den Touchscreen, über ein dauerhaftes Menü-Element am unteren Bildschirmrand. Funktional, aber eben weniger „blind bedienbar“, als es viele BMW-Fans vermutlich lieben.

Optisch streckt BMW den Innenraum über eine schlanke Armaturentafel mit großzügiger horizontaler Dekorfläche, was die Breite betont. Für die Individualisierung stehen Interieurleisten in fünf Varianten zur Wahl, darunter Aluminium mit Grafikakzenten sowie – exklusiv mit M Sportpaket – Aluminium Hexacube hell. Alle optionalen Interieurleisten werden mit dem Ambiente Licht kombiniert. Auch die Mittelkonsole ist hochwertig gemacht. Neben dem neugestalteten Gangwahlschalter sitzen dort sauber integrierte Tasten für Start/Stop, Lautstärke, Warnblinker sowie unter anderem Parkbremse, My Modes und Parkassistent.Klimatisierung ist serienmäßig als 2-Zonen-Klimaautomatik an Bord und lässt sich per Sprache oder über das Display bedienen. Die Regelung berücksichtigt die Sonneneinstrahlung und bezieht – je nach Ausstattung – Sitz- und Lenkradheizung in die Temperatursteuerung ein. Flache Ausströmer verteilen die Luft gleichmäßig, seitliche Düsen sind in die A-Säulen integriert, und auch im Fond gibt es separate Ausströmer in der Rückseite der Mittelarmlehne.

Beim Thema Connectivity ist der X2 ebenfalls auf Stand. Bluetooth gehört ebenso zur Serie wie vier USB-C-Anschlüsse sowie je ein 12-Volt-Anschluss auf der Mittelkonsole und im Gepäckraum. Das BMW Live Cockpit Plus beinhaltet das cloudbasierte Navigationssystem BMW Maps sowie ein Audiosystem mit sechs Lautsprechern und 100 Watt. Optional lässt sich auf Harman Kardon aufrüsten. Dann spielen zwölf Lautsprecher mit 205 Watt, inklusive in die Türverkleidungen integrierter Hochton-Lautsprecher, die von Edelstahlblenden abgedeckt werden.

BMW denkt hier insgesamt stark „digital“. Über ConnectedDrive Upgrades lassen sich Funktionen einen Monat kostenfrei testen und anschließend je nach Laufzeit buchen. Auch BMW Digital Premium ist verfügbar und bündelt im Abo die im jeweiligen Land verfügbaren Apps (Musik-/Video-Streaming, News, Gaming) inklusive Datennutzung für die digitalen Dienste und Apps aus dem ConnectedDrive Store. Optional kann BMW Maps zudem um Augmented View erweitert werden, außerdem sind unter anderem eine auf 5G ausgelegte Personal eSIM, BMW Digital Key Plus, BMW ID sowie die Smartphone-Integration via Apple CarPlay und Android Auto an Bord.

Besonders praktisch finde ich die zunehmende Personalisierung über die BMW ID. Nach der ersten Anmeldung per QR-Code-Scan werden persönliche Einstellungen synchronisiert, und das Fahrzeug wird automatisch in der My BMW App hinterlegt. Mit dem optionalen Komfortzugang kommt der BMW Digital Key Plus dazu. Entriegeln und Verriegeln funktionieren dann über Ultra-Wideband (UWB), das Smartphone kann in der Tasche bleiben – Annähern oder Entfernen reicht. Der digitale Schlüssel lässt sich mit bis zu fünf weiteren Nutzern teilen, unabhängig davon, ob sie iOS oder Android nutzen.

Und ja – neben all der Digital-Show hat der X2 auch seine praktischen Seiten nicht vergessen. Der Kofferraum meines Testwagens fasst 560 Liter, das sind satte 90 Liter mehr als beim Vorgänger. Mit umgeklappten Lehnen wächst das Volumen auf bis zu 1.470 Liter (+115 Liter). Die Rücksitzlehnen lassen sich serienmäßig im Verhältnis 40:20:40 teilen und umklappen, optional ist auch eine verstellbare Lehnenneigung möglich – je nachdem, ob man mehr Sitzkomfort oder mehr Laderaum will. Der doppelte Ladeboden lässt sich per Gasdruckheber in angehobener Stellung arretieren, was das Be- und Entladen angenehm erleichtert. Und selbst der elektrische iX2 muss beim Ladevolumen kaum Abstriche machen. Die Werte liegen hier je nach Ausführung bei 525 bis 1.400 Litern.

Komfort/Fahrwerk

Eine gewichtsoptimierte Bauweise von Karosserie und Fahrwerkskomponenten kommt beim neuen BMW X2 nicht nur der Effizienz zugute, sondern zahlt spürbar auf seine Agilität ein. Auch die gezielt weiterentwickelte Aerodynamik unterstützt beides: weniger Widerstand, mehr Ruhe – und gleichzeitig mehr Stabilität, wenn das Tempo steigt.

Je nach Modell steht der X2 auf 18 Zoll großen Leichtmetallrädern, beim X2 sDrive18d serienmäßig, während BMW optional bis 21 Zoll anbietet. Wer zum M Sportpaket greift, bekommt 19 Zoll große M Leichtmetallräder. Und damit meist auch schon die passende optische Ansage, wohin die Reise fahrdynamisch geht.

Für alle Varianten optional ist das Adaptive M Fahrwerk erhältlich. Es kombiniert eine frequenzselektive Dämpfung mit Sportlenkung und einer Tieferlegung um 15 Millimeter. Beim BMW iX2 xDrive30 und beim BMW X2 M35i xDrive zählt dieses Setup bereits zur Serienausstattung, bei weiteren Modellen ist es Teil des M Sportpakets. Technisch setzt BMW dabei auf variable, mechanisch geregelte und frequenzselektive Stoßdämpfer, die in Verbindung mit der Tieferlegung vor allem eines klar machen: Hier wird eher Richtung Fahrdynamik als Richtung Sofakissen abgestimmt.

Und genau das merkt man im Alltag. Die straffere Auslegung bedeutet BMW nimmt den Komfort raus und packt ordentlich Fahrdynamik rein. Selbst dann, wenn die Dämpfer adaptiv arbeiten. Vor allem kurze Wellen und Querfugen können die Abstimmung recht deutlich anregen und bringen dann spürbar Unruhe in den Aufbau. Wer sich einen betont geschmeidigen Federungskomfort erhofft, wird hier eher nicht abgeholt. Dafür fühlt sich der BMW X2 jederzeit „wach“ an, dem ein oder anderen vielleicht manchmal fast schon ein bisschen zu wach.

Auf der anderen Seite ist es eben auch typisch BMW, Fahraktivität gehört zur Marken-DNA. Und sobald die Straße kurviger wird, dreht der X2 richtig auf. Die Lenkung gibt präzise Rückmeldung, das Auto lässt sich sauber in die Kurve stellen, die Seitenneigung bleibt angenehm gering, und auf Lenkbefehle reagiert der Wagen spontan und sehr direkt. Der Grenzbereich liegt hoch und das fühlt sich in dieser Klasse tatsächlich nach „mehr als Standard“ an. Wer es gern dynamisch angeht, wird das Modell genau dafür feiern, dass der X2 lieber stramm steht als weich nachwippt.

Zu den weiteren technischen Neuerungen zählen ein integriertes Bremssystem sowie eine hubabhängige Zusatzdämpfung an der Vorderachse. Optional ist außerdem eine M Sportbremsanlage erhältlich. Passend für alle, die nicht nur zackig einlenken, sondern auch genauso souverän wieder verzögern wollen.

Praktisch endet das Kapitel nicht bei Kurvenlaune, denn auch an Alltagsthemen wurde gedacht: Optional gibt es für den neuen BMW X2 eine Anhängevorrichtung, die elektrisch per Knopfdruck aus- beziehungsweise einschwenkt. Je nach Modellvariante sind bis zu 1.800 Kilogramm Anhängelast möglich.

Motor/Getriebe

Beim neuen BMW X2 ist die Motorenwelt breit aufgestellt – vom vollelektrischen iX2 in zwei Leistungsstufen bis zum X2 M35i xDrive, der als Performance-Spitze mit dem stärksten Vierzylinder der aktuellen Generation antritt. Dazwischen bedienen Benziner und Diesel die klassische Fraktion in einer Form, die deutlich zeigt, wie sehr auch BMW heute Richtung Elektrifizierung denkt. 20i und 20d sind jeweils an ein 48-Volt-Mildhybrid-System gekoppelt, der 20d lässt sich zudem je nach Ausführung mit Front- oder Allradantrieb kombinieren.

Mein Testwagen hört auf den Namen BMW X2 sDrive 18d und damit steckt hier der „kleine“ Diesel im Programm. Ein 2,0-Liter-Vierzylinder ohne 48-Volt-Unterstützung, also ganz klassisch, ganz oldschool (im positiven Sinne, wenn man Langstrecke liebt). Er leistet 110 kW / 150 PS und stellt zwischen 1.500 und 2.500 U/min ein maximales Drehmoment von 360 Nm bereit. Das sind Werte, die nicht nach Stammtisch klingen, aber im Alltag genau die Art von Souveränität liefern, die man an einem Diesel immer mochte: früh Druck, wenig Drama.

Die Messwerte zeigen, dass der X2 damit absolut ordentlich unterwegs ist: 0–100 km/h in 8,9 Sekunden, 210 km/h Spitze. Braucht man wirklich mehr Leistung? Ganz rational betrachtet: eher nicht. Für ein SUV, das in dieser Klasse schnell bei rund 1,7 Tonnen landet, ist der 18d potent genug, ohne dabei so zu tun, als wäre er ein Kraftpaket. Er ist eher der Typ „ich mach das“, nicht „ich schreie es raus“. Dazu passt das serienmäßige 7-Gang Steptronic Getriebe mit Doppelkupplung, das im Alltag angenehm unauffällig arbeitet: schnelle Reaktionen, saubere Gangwahl, wenig Hektik. Die Schaltpaddles am Lenkrad sind mehr ein Angebot fürs Gefühl als eine Notwendigkeit. Man nutzt sie, wenn man Lust hat, nicht weil man muss. Über die linke Wippe lässt sich eine Boost-Funktion aktivieren, wenn man maximalen Leistungsabruf möchte, auch ohne elektrische Unterstützung an Bord.

Typisch Diesel bleibt allerdings: Wenn man ihn hoch dreht, wird er hörbar, aber tritt nicht störend hervor. Seine Komfortzone ist nicht das sportliche Auswringen, sondern das entspannte Kilometersammeln. Genau da fühlt sich der 18d zu Hause. Auf Landstraße, auf langen Etappen und auf Autobahnen, die nicht permanent nach Vollgas schreien. Und das ist im Jahr 2026 irgendwie auch wieder eine kleine Stärke. Während viele Antriebe inzwischen „technisch beeindruckend“ sind, ist so ein Diesel vor allem eins – effizient, stressfrei und reichweitenstark.

Im besten Fall sind Durchschnittsverbräuche knapp unter fünf Litern pro 100 Kilometer drin, was bei 45 Litern Tankvolumen Reichweiten um 900 Kilometer möglich macht. Im Testalltag lande ich bei 5,8 l/100 km und damit nur leicht über dem WLTP-Wert, den BMW für den X2 sDrive18d mit 5,1 bis 5,5 l/100 km angibt (CO₂ kombiniert: 145 bis 133 g/km nach WLTP). Das ist nicht „Wunderwerk“, aber sehr solide und vor allem berechenbar.

Technisch hat BMW den Vierzylinder-Diesel zudem spürbar weiterentwickelt: reibungsoptimierte Kolben aus vergütetem Stahl, eine Grafitbeschichtung der Kolbenschäfte und ein aktiver Ölabscheider mit kennfeldgeregeltem elektrischem Antrieb zielen darauf ab, Reibung zu senken und Effizienz zu erhöhen. Dazu kommen Optimierungen an zweistufiger Turboaufladung, Common-Rail-Einspritzung und Abgasrückführung – also genau da, wo man an Verbrauch und Emissionen im Detail arbeitet, ohne das Grundprinzip zu verändern.

Unterm Strich ist der 18d damit der Antrieb für alle, die nicht jeden Tag „mehr“ brauchen, sondern einfach nur satt Drehmoment, entspanntes Fahren und Reichweite. Genau dafür macht er im X2 eine überraschend runde Figur.

Sicherheit

Im neuen BMW X2 spielt BMW das Thema Assistenzsysteme sehr rund aus, nicht als Technik-Feuerwerk, das man einmal ausprobiert und dann vergisst, sondern als spürbare Entlastung, die auf dem Weg zur Arbeit genauso hilft wie auf langen Etappen. Kamera-, Ultraschall- und Radarsensoren überwachen das Umfeld, warnen frühzeitig vor potenziellen Gefahren und können im Ernstfall mit Brems- oder Lenkeingriffen unterstützen, um Risiken zu minimieren. Gerade beim automatisierten Fahren und Parken wirkt das Systempaket insgesamt sehr „BMW-typisch“: präsent, aber nicht aufdringlich – und mit dem Gefühl, dass es zuverlässig im Hintergrund mitdenkt.

Schon serienmäßig ist der X2 in diesem Kapitel ordentlich aufgestellt. Dazu zählen unter anderem die Frontkollisionswarnung in aktueller Ausführung inklusive Bremseingriff, die Geschwindigkeitsregelung mit Bremsfunktion, die Verkehrszeichenerkennung Speed Limit Info sowie die Spurverlassenswarnung mit Fahrbahnrückführung.

Auch beim Parken bleibt es nicht bei einer reinen Rückfahrkamera. Der serienmäßige Parking Assistant arbeitet mit Sensorik rundum, kann bei drohenden Kollisionen mit Hindernissen sogar einen Bremseingriff setzen und übernimmt – je nach Situation – Lenk-, Beschleunigungs- und Bremsmanöver inklusive nötiger Gangwechsel beim Rangieren.

Der Rückfahrassistent hält den X2 beim Zurücksetzen zudem auf dem zuvor vorwärts gefahrenen Kurs, was in engen Bereichen erstaunlich entspannt sein kann. Optional erweitert der Parking Assistant Plus das Ganze um eine 360-Grad-Rundumsicht mit unterschiedlichen Perspektiven, und über Remote 3D View lässt sich das Fahrzeug samt Umgebung sogar als Live-Bild aufs Smartphone holen – praktisch, wenn man die Situation einmal „von außen“ checken möchte.

Besonders interessant ist die weiterentwickelte Frontkollisionswarnung, weil sie nicht nur klassische Auffahr-Szenarien adressiert, sondern auch Fußgänger und Radfahrer im Blick behält, inklusive Kreuzungswarnung. Auch beim Abbiegen soll sie zusätzliche Sicherheit liefern. Beim Rechtsabbiegen etwa, wenn sich Radfahrer oder Fußgänger parallel zur Fahrbahn nähern, und beim Linksabbiegen, wenn Gegenverkehr schnell näherkommt. Hier warnt das System optisch und akustisch und kann das Abbiegen notfalls per Bremseingriff unterbinden.

Wer noch mehr Assistenz möchte, findet im optionalen Angebot die passenden Bausteine. Je nach Ausstattung sind unter anderem Lenk- und Spurführungsassistenten, eine aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-&-Go, eine aktive Navigationsführung, Ausstiegswarnung, ein Head-Up Display sowie erweiterte Park- und Kamerafunktionen wie Surround View, Remote 3D View oder der BMW Drive Recorder verfügbar. Über Remote Software Upgrades lassen sich Funktionen nicht nur aktualisieren, sondern teils auch nachträglich freischalten. Das gibt dem X2 eine gewisse Zukunftssicherheit, weil das Auto nicht in dem Moment „fertig“ ist, in dem es vom Hof rollt.

Beim Thema Ausstiegswarnung zeigt sich, wie sehr BMW inzwischen auch die kleinen, urbanen Alltagsrisiken auf dem Schirm hat. Erkennt das System bei stehendem Fahrzeug eine mögliche Kollisionsgefahr durch sich schnell nähernde Fahrzeuge oder Radfahrer, werden Warnhinweise aktiviert – über blinkende Spiegel-LEDs beziehungsweise das Ambiente-Licht, ergänzt durch ein akustisches Signal.

Auf der Autobahn beziehungsweise auf längeren Strecken spielt dann der Driving Assistant Plus oder der Driving Assistant Professional seine Stärken aus. Hier kommen der Lenk- und Spurführungsassistent sowie die aktive Geschwindigkeitsregelung mit Stop-&-Go zusammen, die bis zu hohen Geschwindigkeiten nutzbar sind, das Tempo und den Abstand regeln und den X2 bei Bedarf bis zum Stillstand abbremsen. Ergänzend können Funktionen wie ein automatischer Speed Limit Assist Tempolimits vorausschauend berücksichtigen – basierend auf Verkehrszeichenerkennung und Navigationsdaten – während eine Streckenverlaufsregelung das Tempo vor Kurven, Kreisverkehren, Kreuzungen oder Ausfahrten situationsgerecht anpasst.

Spannend ist außerdem der BMW Drive Recorder, der die Kameras der Assistenzsysteme nutzt, um kurze Videosequenzen rund ums Fahrzeug aufzuzeichnen – entweder für Erinnerungen an schöne Strecken oder als dokumentierende Hilfe, wenn es mal unübersichtlich wird. In Verbindung mit der Alarmanlage kann zusätzlich der Remote Theft Recorder aktiv werden, der bei einem Alarm Videobilder aufzeichnet und per Push-Nachricht über die My BMW App informiert.

Ausstattung/Kosten

Beim BMW X2 kann man bei der Preisgestaltung ohne großes Zögern von Premium-Niveau sprechen. Nicht nur, weil der Einstieg schon selbstbewusst ausfällt, sondern weil der Weg zum „so will ich ihn haben“-X2 fast zwangsläufig durch den Konfigurator führt.

Der X2 liegt gegenüber dem X1 rund 1.500 Euro höher – und das passt auch zur Rolle, die er im BMW-Programm einnimmt: weniger Vernunft, mehr Auftritt. Und das lässt sich BMW bezahlen.

Mein Testwagen, ein BMW X2 sDrive 18d, startet bei 48.700 Euro. Unterm Strich ist die Serienausstattung nicht knauserig, aber sie wirkt eben wie das Fundament, nicht wie das fertig eingerichtete Penthouse: 2-Zonen-Klima, BMW Maps, Sport-Lederlenkrad, automatische Heckklappe, vier USB-C-Anschlüsse – alles da.

Du bekommst ein stimmiges Grundpaket, aber die Sachen, die im Alltag richtig „Premium“ schreien, kommen gern später. Und BMW hat – Überraschung – noch einiges in petto. Denn sobald Ausstattungspakete wie das Innovationspaket, das Comfort Paket oder ein M Sportpaket ins Spiel kommen, wird aus dem X2 ein ganz anderes Auto. Plötzlich stehen Features im Raum, die das Premium-Gefühl wirklich greifbar machen: adaptive LED-Scheinwerfer, Head-up-Display, induktive Smartphone-Ladeablage, elektrische Vordersitze – im besten Fall sogar mit Massagefunktion – und ein Harman/Kardon-Soundsystem, das die Playlist direkt ein paar Klassen höher klingen lässt.

Und dann sind da noch diese Dinge, die man nicht zwingend „braucht“, die aber optisch und emotional sofort den Ausschlag geben. Wie die schicken 20-Zoll-Felgen. Wenn man einmal gesehen hat, wie stimmig der X2 damit wirkt, fühlt sich die kleinere Rad-Reifen-Kombination fast schon wie ein Kompromiss an. Genau an dieser Stelle kippt es dann: Nicht, weil man völlig eskaliert, sondern weil man den X2 schlicht so konfiguriert, wie er im Kopf richtig ist. In meinem Fall landen wir dadurch bei Extras von fast 15.000 Euro.

BMW verkauft ein Gefühl von Individualität. Die neu strukturierten Ausstattungspakete helfen dabei im Vergleich zum Vorgänger eine gezieltere Individualisierung und Kombinierung, statt sich durch endlose Einzeloptionen zu wühlen.

Stand: Januar 2026; Test und Fotos: Lexi Lind, Innenraumfotos: BMW

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