Die Mercedes-Benz S-Klasse zählt seit Jahrzehnten zu den Maßstäben im Segment der Luxuslimousinen und behauptet weltweit eine führende Position. Auch in der aktuellen elften Generation zeigt das Modell eindrucksvoll, warum Mercedes-Benz im direkten Wettbewerbsumfeld weiterhin vorne liegt. Seit ihrem Start im Dezember 2020 wurde die Baureihe kontinuierlich weiterentwickelt. Für das Modelljahr 2025 erweitert Mercedes-Benz die Individualisierungsmöglichkeiten im MANUFAKTUR Programm um neue Farbtöne und Materialien und optimiert gleichzeitig verschiedene Funktionen. Zudem ermöglicht der überarbeitete DRIVE PILOT in Deutschland künftig hochautomatisiertes Fahren bei höheren Geschwindigkeiten. Diese Updates sowie all die anderen Highlights prüfen wir im ausführlichen Fahrbericht auf Herz und Nieren.

Karosserie/Design
Mercedes-Benz vereint in seinem Flaggschiff traditionelle Handwerkskunst, Liebe zum Detail und den modernen Zeitgeist mit einer Selbstverständlichkeit, die man sonst nur selten findet. Optik ist immer Geschmackssache – klar. Aber mal ehrlich: Wer will dieser Limousine ernsthaft ihren prestigeträchtigen Auftritt streitig machen? Die Designer haben es geschafft, die S-Klasse trotz ihrer imposanten Abmessungen filigran, dynamisch und zugleich elegant wirken zu lassen. Mondän, niemals protzig. Schon die reguläre Variante beeindruckt mit mindestens 5,18 Metern Außenlänge, die von mir gefahrene Langversion legt mit 5,32 Metern noch einmal sichtbar nach – und bleibt dennoch erstaunlich grazil.

Die Front zieht mich sofort in ihren Bann! Diese ausdrucksstarken Scheinwerfer, der große, selbstbewusste Kühlergrill und der aufrecht stehende Mercedes-Stern – ein Bild, das seit Jahrzehnten für automobilen Luxus steht und hier erneut seinen eigenen Maßstab setzt. Hinzu kommen die bündig integrierten Türgriffe, die in Verbindung mit KEYLESS-GO elektrisch ausfahren. Ein kleines Detail, das den Auftritt nicht nur veredelt, sondern sich im Alltag als ausgesprochen praktisch erweist. Der Griff ist sauber, der Öffnungsvorgang dank elektromechanischer Unterstützung leichtgängig – ein sanfter Zug genügt. Und ehe ich mich versehe, fahren sie beim Näherkommen schon aus und begrüßen mich, als wüsste die S-Klasse genau, dass ich wieder einsteigen möchte.



Mit dem MANUFAKTUR Programm öffnet Mercedes-Benz die Tür zu einer Welt, die einem mehr als einmal ein Staunen entlockt. Für das Modelljahr 2025 wird dieses exklusive Angebot noch einmal massiv erweitert: Über 50 neue Lackfarben und 25 zusätzliche Interieur-Optionen schaffen eine Gestaltungsfreiheit, die fast schon grenzenlos wirkt. Handveredelte Textilien, feinste Lederkombinationen, kunstvolle Holzintarsien. Selbst maßgeschneiderte Interieurkomponenten und Sonderlackierungen entstehen hier nicht am Fließband, sondern in geduldiger, millimetergenauer Handarbeit – vom Nähen der feinsten Nähte bis hin zum belederten Dachhimmel.
Innenraum/Kofferraum
Im Inneren angekommen, tauche ich in eine Welt ein, die im Automobilbereich seit Jahrzehnten Maßstäbe setzt. Die Mercedes-Benz S-Klasse fasziniert vom ersten Moment an. Ich nehme Platz, atme einmal durch und lasse dieses Interieur ganz bewusst auf mich wirken. Und auch wenn mich sofort unzählige Details anstrahlen, gönne ich mir zunächst diesen einen kurzen, nostalgischen Moment: den Blick über die Motorhaube hinweg auf den stolz aufrecht stehenden Stern. So modern ich die Mercedes-Modelle mit integriertem Stern auch finde – dieser Blick weckt etwas in mir. Erinnerungen, Emotionen, eine kleine Zeitreise zu früheren Modellen, die ebenfalls für mich eine besondere Bedeutung hatten.

Zurück im Hier und Jetzt zeigt die S-Klasse, wie sich Tradition und Moderne miteinander verweben lassen. Mercedes-Benz setzt auf ressourcenschonende Materialien und nachwachsende Rohstoffe, ohne dass auch nur ein Hauch an Wertigkeit verloren ginge. Die Materialqualität ist überragend, das Verarbeitungsniveau erhaben und mit einer Selbstverständlichkeit ausgeführt, die man nur im obersten Luxussegment findet.
Das Interieur selbst ist modern gezeichnet und dennoch warm und einladend. Ein Mix aus Klarheit, Eleganz und dieser unverwechselbaren S-Klasse-Aura. Während sich manche an den Touchfeldern im Lenkrad reiben, schätze ich sie sogar. Nach einer kurzen Eingewöhnung funktioniert das Streichen und Wischen völlig intuitiv. Und sollte das jemandem nicht gefallen, bleibt immer noch das umfassende MBUX-System, das mit Sprache, Touchscreen oder Gestensteuerung sämtliche Wünsche erfüllt.
Mit der Mercedes-Benz User Experience – kurz MBUX – haben die Stuttgarter schon bei ihrer Einführung einen neuen Standard gesetzt. Nun präsentiert sich das lernfähige Infotainmentsystem in seiner jüngsten Generation und führt die S-Klasse noch ein Stück tiefer in die digitale Zukunft. Bis zu fünf große Displayflächen, unzählige Personalisierungsoptionen und moderne Bedienlogiken sorgten bereits bisher für reichlich Staunmomente – doch das neue KI-Upgrade setzt dem Ganzen die Krone auf.

Mercedes-Benz erweitert das digitale Erlebnis per Over-the-air-Updates um zahlreiche Funktionen, die Navigation, Sprachsteuerung und Entertainment noch intuitiver machen. Ein echtes Highlight ist die Integration von ChatGPT in den MBUX Sprachassistenten über den Microsoft Azure Open AI Service. Sprachbefehle werden dadurch natürlicher, flüssiger und vielseitiger. Im Test abrufte ich Informationen, führte kontextbezogene Gespräche und erhielt aktuelle Inhalte über Microsoft Bing – alles mit einem einfachen „Hey Mercedes“, ohne die Hände vom Lenkrad zu nehmen. Das System versteht Anschlussfragen und führt Dialoge nahtlos weiter, als hätte es schon immer dazugehört.
Auch die Navigation profitiert von der Digitalisierung. Die hochauflösende Google-Satellitenansicht zeigt komplexe Umgebungen aus der Vogelperspektive und vermittelt eine Übersicht, die besonders in Großstädten Gold wert ist.
Für Unterhaltung ist ebenfalls gesorgt. Über den Mercedes-Benz Store steht das Entertainment-Paket Plus zur Verfügung, mit dem beliebte Streamingdienste wie die YouTube Web App oder der Video-Dienst RIDEVU von Sony Pictures Entertainment direkt im Fahrzeug genutzt werden können. Besonders im Fond der S-Klasse verwandelt RIDEVU die Rückbank in ein kleines Kino, inklusive einer großen Auswahl an Filmen und Serien.

Die 3D-Technologie der S-Klasse klingt nach Science-Fiction, ist aber bereits Realität: Dreidimensionale Anzeigen und Eye-Tracking reagieren auf Blickrichtung, Handbewegungen und sogar Körperhaltung. Auf Knopfdruck wechsle ich im Fahrerdisplay in den 3D-Modus – die Tiefe des Bildes entsteht ohne jegliche 3D-Brille, erzeugt durch zwei integrierte Kameras, die meine Augenbewegungen erfassen.
Beim Thema Head-up-Display setzt Mercedes-Benz ebenfalls Maßstäbe. Das größere der beiden verfügbaren HUDs erstreckt sich über eine virtuelle Diagonale von 77 Zoll. Die gestochen scharfen AR-Grafiken scheinen zehn Meter vor mir auf der Straße zu schweben. Navigationspfeile werden direkt in die Fahrbahn eingebettet, aktive Assistenzfunktionen ebenfalls sichtbar integriert.
Auch im Fond zeigt die S-Klasse, was möglich ist. Bis zu drei Touchscreens stehen zur Verfügung, Inhalte lassen sich untereinander teilen, und mit dem MBUX High-End Fond-Entertainment kommen zwei 11,6-Zoll-Displays an die Rückenlehnen von Fahrer- und Beifahrersitz. Darüber hinaus bietet Mercedes-Benz ein handliches MBUX Fond-Tablet, das sich auf Wunsch sogar außerhalb des Fahrzeugs nutzen lässt. Die Dockingstation ist je nach Ausstattung elegant in die Business-Konsole oder die klappbare Mittelarmlehne integriert.

All das fügt sich zu einem Infotainmentsystem, das personalisiert, permanent aktuell und technisch beeindruckend ist. Over-the-air-Updates halten die S-Klasse stets am Puls der Zeit, während Funktionen wie Dolby Atmos, MBUX Zero Layer und das serienmäßige OLED-Zentraldisplay die Benutzererfahrung nochmals verfeinern. Trotz dieser immensen Funktionsfülle bleibt die Bedienung erstaunlich einfach und klar strukturiert. Der 12,8-Zoll-Touchscreen und das digitale Instrumentendisplay bilden das intuitive Zentrum der Steuerung. Gestochen scharf, logisch aufgebaut und angenehm übersichtlich.
Ambientebeleuchtung ist heute kein Feature mehr, bei dem man automatisch ins Schwärmen gerät. Doch die S-Klasse spielt auch hier in ihrer eigenen Liga. Optional steht eine Aktive Ambientebeleuchtung zur Wahl, die ein durchgehendes Lichtband mit rund 250 LEDs erzeugt. Die Ausführung schafft dynamische Farbverläufe und ein beeindruckendes „Lauflicht“, das sich durch den Innenraum zieht.
Das Licht tut aber mehr als nur schön aussehen: Es interagiert. Die Fahrassistenzsysteme greifen über rote Lichtimpulse visuell ein, und selbst Bedienschritte – etwa an der Klimatisierung – erhalten auf Wunsch eine optische Rückmeldung. Über die Energizing Komfortsteuerung öffnen sich verschiedene Erlebniswelten, die je nach Stimmung und Tageszeit die passende Atmosphäre schaffen.

Und ja: Man könnte fast von einem technologischen Overload sprechen. Die S-Klasse hält so viele Funktionen bereit, dass man sie unmöglich in einer Stunde erfassen kann. Doch gleichzeitig ist es genau diese Fülle an Möglichkeiten, die das Fahrzeug so außergewöhnlich macht. Man möchte wirklich nichts davon ungenutzt lassen, auch wenn nicht jedes Feature im Alltag zur Gewohnheit wird.
Die Vielfalt an Sitzen ist enorm – und das unabhängig von Variante oder Ausstattungslinie. Alle Sitzkonfigurationen tragen das AGR-Siegel der „Aktion Gesunder Rücken“. Bis zu 19 Motoren arbeiten im Hintergrund, um jeden Sitz millimetergenau an den eigenen Körper anzupassen: von der Sitzkissentiefe über die Höhen- und Neigungsverstellung der Kopfstütze bis hin zu zahlreichen Feinjustierungen. Mit dem zusätzlichen Kopfstützenkissen fühle ich mich förmlich eingebettet, fast schon schwerelos.
Zehn Massageprogramme stehen bereit, darunter meine Favoriten mit Hot-Stone-Effekt – die Kombination aus Massage und Wärme übertrifft viele Wellnessliegen. Und die Sitzheizung der S-Klasse denkt weiter: Sie erwärmt nicht nur die Sitzflächen, sondern auch Armlehnen und Türverkleidungen. Ergänzt durch eine Nackenheizung entsteht ein Komfortniveau, das besonders auf winterlichen Langstrecken pure Wohltat ist.

Die neue ENERGIZING Sitzkinetik entspannt zusätzlich die Muskulatur und fördert die Durchblutung während der Fahrt, ein echter Segen auf langen Autobahnetappen. Am Beifahrersitz gibt es sogar eine ausfahrbare Fersenauflage.
Das optionale Burmester® High-End 4D Surround-Soundsystem setzt dem Interieur eine weitere Krone auf. In den Rückenlehnen der vorderen und äußeren hinteren Sitze arbeiten Exciter, die tiefe Frequenzen in feine Vibrationen umwandeln. Musik wird dadurch nicht nur gehört, sondern erlebt. Integrierte Lautsprecher in den Kopfstützen verbessern die Kommunikation im Fahrzeug zusätzlich.
In der zweiten Reihe angekommen, wechselt die Perspektive komplett. Hier fühle ich mich wahrlich königlich. Die S-Klasse schafft eine perfekte Mischung aus Entspannungsoase und mobilem Arbeitsplatz. Fünf Fondsitzvarianten stehen zur Wahl, fein abgestuft und weiter optimiert. Von einer dreisitzigen Konfiguration über luxuriöse Einzelsitze bis hin zu Varianten mit Liegefunktion und Business-Mittelkonsole. Hier bleibt kein Wunsch unerfüllt.

Elektrisch einstellbare Sitze, der optional verfügbare Chauffeur-Modus, eine vergrößerte Fersenauflage, die zusätzlich als Fußstütze fungieren kann. Die Möglichkeiten sind unglaublich vielfältig. Das Sitzkomfort-Paket Fond kombiniert Aktiv-Multikontursitze, Nackenwärme und eine 8-Wege-Komfortkopfstütze.
Im First-Class Fond zieht sich die vordere Konsole elegant in den hinteren Bereich fort. In der Mittelkonsole warten zwei Thermo-Cupholder, die Getränke nach Wunsch wärmen oder kühlen. Dazu kommen Ablageflächen für das MBUX Fond-Tablet, eine Black-Panel-Oberfläche, vier USB-C-Anschlüsse und ein kabelloses Ladesystem. Auf Wunsch gibt es sogar zwei klappbare Tische, perfekt für mobiles Arbeiten. Im Executive-Paket ist zudem ein Sitzkissenairbag enthalten.
Schon die Standardvariante der S-Klasse misst 5,18 Meter und bietet einen Radstand von 3,11 Metern. Die Langversion steigert sich je nach Motorisierung auf 5,29 oder 5,32 Meter, bei einem Radstand von 3,22 Metern. Das Plus an Länge bringt einen Kofferraum mit 550 Litern Fassungsvermögen mit sich. Platzmangel? In keiner Konfiguration. Weder für Passagiere noch für Gepäck.

Komfort/Fahrwerk
Die Begeisterung hat ihren Höhepunkt noch lange nicht erreicht! Denn erst jetzt beginnt der Teil, der mich jedes Mal auf Neue packt: das Fahren. Die Mercedes-Benz S-Klasse bietet ein Fahrerlebnis, das nicht einfach nur begeistert, sondern nachhaltig beeindruckt.
Und natürlich wäre es nicht die S-Klasse, wenn Mercedes-Benz dem Käufer nicht auch beim Fahrwerk eine nahezu verschwenderische Auswahl bieten würde. Die Luftfederung AIRMATIC und die Hinterachslenkung gehören unbestritten zu den Highlights. Darüber hinaus öffnet die Preisliste die Tür zu der Welt des vollaktiven E-ACTIVE BODY CONTROL Fahrwerk auf 48-Volt-Basis.
Genau dieses Fahrwerk steckt in meinem Testwagen. Die E-Active Body Control ergänzt die serienmäßige AIRMATIC um aktive, hydraulisch angesteuerte Dämpfer, die jedes Rad einzeln regeln. Das Ergebnis? Eine Luxuslimousine, die Straßenunebenheiten mit einer Gelassenheit absorbiert, als hätte sie ihre eigene kleine Parallelwelt erschaffen.

Über das raue Kopfsteinpflaster unserer Altstadt schwebt die S-Klasse regelrecht hinweg. Das System reagiert nicht nur auf Bodenunebenheiten – selbst Seitenneigungen in Kurven werden aktiv ausgeglichen, was spürbar die Stabilität und Sicherheit erhöht. Bei einem Seitenaufprall hebt das Fahrzeug sogar die Karosserie minimal an, um Energie besser abzuleiten.
Die Niveauregulierung der Luftfederung hält die Bodenfreiheit unabhängig von der Beladung konstant. Je nach gewähltem Fahrprogramm greift die Elektronik zusätzlich ein:
– Im Modus COMFORT senkt sich die S-Klasse ab 120 km/h um 10 Millimeter.
– Ab 160 km/h folgt eine weitere Absenkung um 10 Millimeter.
– Im SPORT Modus liegt die Karosserie generell 10 Millimeter tiefer.
– In SPORT+ sind es sogar 17 Millimeter.
– Und wenn nötig, lässt sich das Fahrzeug bis Tempo 60 um bis zu 30 Millimeter anheben.
Trotz ihrer beeindruckenden Außenlänge lässt die S-Klasse dieses Format nahezu vergessen. Die Kombination aus Hinterachslenkung – die bis zu 10 Grad Lenkwinkel zulässt – und der präzisen elektromechanischen Direktlenkung vorne sorgt für eine Handlichkeit, die fast schon surreal wirkt. Engste Gassen, Parkhäuser, U-Turns. . . all das meistert die Limousine mit spielerischer Leichtigkeit. Die Hinterachslenkung reduziert den Wendekreis um bis zu zwei Meter. Ein Effekt, den man jedes Mal aufs Neue staunend erlebt.

Der Lenk-Assistent STEER CONTROL ergänzt diesen Eindruck perfekt. Er passt die Lenkkraft situativ an und stabilisiert die Limousine selbst in anspruchsvollen Fahrsituationen.
Auf der Autobahn spielt die S-Klasse endgültig in ihrer eigenen Galaxie. Begleitet von sanften Massagen, einer Wohlfühlposition im Sitz und einem Klangteppich aus dem Burmester® 4D-Surround-System schwebe ich entspannt dahin. Würden unsere Straßen es zulassen, könnte Tempo 200 ohne Weiteres die neue Wohlfühlgeschwindigkeit sein. Die S-Klasse gleitet bei hohem Tempo mit einer Souveränität dahin, die sich kaum in Worte fassen lässt.
Und wenn die Realität des Verkehrs dann doch einmal zuschlägt, zeigt sich die Bremsanlage von ihrer besten Seite. Aus hohen Geschwindigkeiten verzögert sie vehement, stabil und absolut vertrauenerweckend.
Motor/Getriebe
Wie rasant die von mir getestete Limousine S 500 4MATIC tatsächlich unterwegs ist, verrät schon ein kurzer Blick auf die Stoppuhr. Trotz der imposanten Fahrzeugmasse drückt mich die Limousine bei Vollgas sanft, aber unmissverständlich in die Sitze. Sie kennt ihre Kräfte sehr genau, setzt sie aber mit Stil ein – impulsiv, aber niemals grob. Die S-Klasse bleibt auch unter voller Last manierlich und zieht mit einer Leichtigkeit davon, die einem ein kleines Lächeln entlockt.

Die 2,1 Tonnen schwere Luxuslimousine sprintet in gerade einmal 4,7 Sekunden von 0 auf 100 km/h. Dass die elektronisch abgeregelten 250 km/h keineswegs das Ende ihrer Fähigkeiten markieren, wird mir sofort klar. Und schön gelöst: Die Abriegelung erfolgt angenehm weich, ohne „Gegen-die-Wand“-Effekt.
Unter der Haube arbeitet der kultivierte Sechszylinder-Mildhybrid mit 48-Volt-Bordnetz, elektrischem Zusatzverdichter und Riemen-Startergenerator. In der Praxis bedeutet das einen elektrischen Zusatzschub von 23 PS, der sich genau dann meldet, wenn man ihn am meisten spürt. Insgesamt leistet der S 500 4MATIC 347 kW / 472 PS, das maximale Drehmoment liegt bei 560 Newtonmetern – und dank EQ Boost kommt für kurze Momente noch ein kräftiger Nachschlag obendrauf.
Der Startergenerator übernimmt zusätzlich die Rekuperation und speist Energie zurück. Ein Effizienzbaustein, der im Hintergrund arbeitet, aber spürbar Einfluss hat. Mercedes-Benz gibt für den S 500 4MATIC einen kombinierten Verbrauch von 8,2 Litern auf 100 Kilometern an (CO₂: 186 g/km). In meinem Test pendelte sich der Durchschnitt bei 10 Litern ein. Mit Blick auf die gebotene Leistung, das Gewicht und den permanenten Allradantrieb ist das absolut nachvollziehbar. Werte jenseits der 13 Liter sind je nach Fahrstil genauso realistisch – aber auch das überrascht angesichts der Power nicht im Geringsten.

Sicherheit
Eine absolute Spitzenposition nimmt die Mercedes-Benz S-Klasse bei den verfügbaren Sicherheits- und Assistenzsystemen ein. Wer bis hierher aufmerksam geblieben ist, sollte jetzt einmal tief durchatmen – denn dieses Kapitel könnte problemlos einen eigenen Bericht füllen. Und doch lohnt sich jede Zeile, denn all diese Systeme sind weit mehr als Spielerei. Wer sie einmal erlebt hat, weiß: Sie verändern das Fahren nachhaltig.
Ob Geschwindigkeitsanpassung, Abstandregelung, Spurwechsel, Lenkunterstützung oder Parkmanöver – die S-Klasse arbeitet zuverlässig, präzise und mit einer Geschmeidigkeit, die ihresgleichen sucht. In puncto Funktionalität und Level des autonomen Fahrens kommt aktuell kein anderer Hersteller an Mercedes-Benz heran.
Ein echtes Highlight ist der neue DRIVE PILOT. Während bisher bis 60 km/h im Stau hochautomatisiert gefahren werden konnte, sind in Deutschland nun bis zu 95 km/h im regulären Verkehr möglich – vorausgesetzt, die Autobahnbedingungen stimmen und ein Fahrzeug vorneweg fährt. Dadurch konnte ich im Test häufiger und deutlich länger hochautomatisiert unterwegs sein.

Bei aktiviertem DRIVE PILOT darf ich mich anderen Dingen widmen: Filme schauen, Zeitung lesen, arbeiten oder einfach entspannen. Sollte ich nicht reagieren, führt das System einen sicheren Nothalt durch – kontrolliert und für den nachfolgenden Verkehr berechenbar.
Über 35 Sensoren sind an Bord, darunter Kameras, Radare, Ultraschallsensoren und der für SAE-Level-3 essenzielle LiDAR. Sie arbeiten nach verschiedenen physikalischen Prinzipien und schaffen Redundanz für eine hochpräzise Umfelderkennung in Echtzeit. Ein spezielles Positionierungssystem kombiniert diese Daten mit hochauflösendem Kartenmaterial und erkennt die genaue Spurposition des Fahrzeugs, auf wenige Zentimeter exakt.
Selbst im Lenkrad steckt Hightech: Eine Zwei-Zonen-Sensormatte mit kapazitiver Hands-Off-Erkennung ersetzt das frühere „Lenkradbewegung erzwingen“. Berühren genügt und das Fahrzeug weiß, dass ich da bin.
Die Personenanwesenheitserinnerung warnt, wenn eventuell Personen oder Tiere im Fond zurückgelassen wurden.

Seit 2024 beherrscht die S-Klasse den „Automatischen Spurwechsel“ (ALC), eine Weiterentwicklung innerhalb von SAE-Level 2. Auf geeigneten Autobahnen kann das Fahrzeug selbstständig überholen – ganz ohne zusätzlichen Impuls vom Fahrer. Findet das System ausreichend Freiraum und identifiziert die Spurmarkierungen klar, setzt die S-Klasse den Spurwechsel vollständig automatisiert um. Die Verantwortung bleibt allerdings beim Fahrer, der Vorgang muss überwacht werden.
Die animierte Assistenzanzeige im Kombiinstrument zeigt all diese Prozesse verständlich, hochwertig und in Echtzeit. Fahrzeuge, Spurmarkierungen, Bewegungsrichtungen, Kurvenradien. Man versteht sofort, was gerade passiert.
Der Kühlergrill ist nicht nur optisches Statement, sondern auch Technikzentrum. Erst bei genauem Hinsehen wird sichtbar, wie viele Kameras und Sensoren hier ihren Platz gefunden haben.
Mein Testwagen ist mit DIGITAL LIGHT ausgestattet, der Oberklasse unter den Lichtsystemen.

Drei lichtstarke LEDs pro Scheinwerfer strahlen über 1,3 Millionen Mikrospiegel an, die über einen Videostream angesteuert werden – ähnlich wie ein Beamer. Das Resultat ist beeindruckend:
– Fernlicht blendet den Gegenverkehr extrem präzise aus, über 100-mal genauer als bei MULTIBEAM LED.
– Die Lichtverteilung und Hell-Dunkel-Grenzen wirken fast chirurgisch sauber.
– Projektionen auf der Fahrbahn – Hilfsmarkierungen, Warnsymbole – gehören zu den Highlights.
– Das topografische Licht berücksichtigt Navigationsdaten und verhindert z. B., dass das Licht bei Kuppen in den Himmel strahlt.
Assistenzsysteme im Detail:
– Aktiver Abstands-Assistent DISTRONIC: hält automatisch den Abstand und kann nun bis 100 km/h auch auf stehende Fahrzeuge reagieren.
– Aktiver Lenk-Assistent: arbeitet bis 210 km/h, erkennt Spuren zusätzlich per 360°-Kamera, agiert stabiler und präziser.
– PRE-SAFE & PRE-SAFE Impuls Seite: baut eine virtuelle Knautschzone auf – mit Luftkammern in den Sitzwangen und einem blitzschnellen Anheben der Karosserie über das aktive Fahrwerk.
– Fondairbag (optional, Langversion): reduziert Belastungen für Fondpassagiere bei Frontalcrashs.
– Beltbag: aufblasbares Gurtband zur Reduktion von Brustbelastungen.
Mit URBAN GUARD vernetzt Mercedes-Benz Hardware und digitale Sicherheitslösungen:
– Einbruch- und Diebstahlwarnanlage
– Abschleppschutz
– Innenraumüberwachung
– Warnmeldungen über die Mercedes me App
– Parkkollisionserkennung mit 360°-Kamerabildern
– Fahrzeugortung bei Diebstahl
Die S-Klasse bleibt also nicht nur während der Fahrt geschützt, sondern auch dann, wenn sie abgestellt ist.

Ausstattung/Kosten
Um diesen umfangreichen Fahrbericht in aller Kürze abzurunden, bleiben an dieser Stelle die wichtigsten Eckdaten – und die Empfehlung, unbedingt selbst einen Blick in den Mercedes-Benz Konfigurator zu werfen. Denn kaum ein anderes Fahrzeug lädt so sehr dazu ein, seine persönliche Interpretation von Luxus zu gestalten.
Der von mir erfahrene S 500 4MATIC startet bei 135.392,25 Euro. Da ich die Variante mit langem Radstand testen durfte, steigt der Grundpreis um weitere 3.213 Euro. Und wer – wie in meinem Testwagen – die ganze Bandbreite an technologischen Highlights und Komfortausstattungen wählt, erhöht schnell den Grundpreis von 138.605,25 Euro um 30.000 Euro an Sonderausstattungen.
Und sollte selbst eine vollausgestattete S-Klasse noch nicht exklusiv genug erscheinen, dann wartet die Mercedes-Maybach S-Klasse – die ultimative Perfektion im High-End-Luxussegment.

Stand: November 2025; Test: Lexi Lind; Fotos: Mercedes-Benz/Lexi Lind