Kia Soul 1.6 CRDi Spirit

2014 hat Kia die zweite Generation des Kia Soul auf die Straße gebracht, neu aufgelegt aber nicht weniger polarisierend fiel der Kia Soul somit auch weiterhin aus dem Rahmen. Dass der Kia Soul jedoch mehr Kaufargumente als nur seine Optik zu bieten hat, zeigte mir der Koreaner schon mehrfach auf. Doch was hat sich nun zum neuen Modelljahr 2017 alles geändert?

Karosserie/Design

Im direkten Vergleich ist optisch schon mal zu erkennen, dass der Kia Soul MY17 auf neu gestaltete Stoßfänger, modifizierte Einfassungen für den Kühlergrill und die Nebelscheinwerfer sowie Lufteinlässe und 16-Zoll-Leichtmetallfelgen im neuen Design setzt.

Durch einen neuen silberfarbenen Unterfahrschutz, der sich von vorn bis nach hinten erstreckt, setzen die Macher in der Edition 7 wie auch in der Turbo-Version verstärkt und serienmäßig auf SUV-Charakter.

Der von uns gefahrene SPIRIT mit den serienmäßigen 18-Zoll-Leichtmetallfelgen, den zweifarbigen Außenspiegeln, den Türgriffen in Chrom, der Privacy-Verglasung, der Dachreling, dem LED-Tagfahrlicht und den LED-Rückleuchten steht betont stylisch dar.

Den urbanen Touch möchten die Verantwortlichen hier zudem mit dem serienmäßig enthaltenen „Urban Active“ Stylingkit stärker hervorheben. Das Paket umfasst Frontspoiler, Seitenschweller, Radlaufverbreiterungen und eine Heckschürze in Klavierlackschwarz. Diese treffen auf Chromzierleisten an Front, Seite und Heck sowie Chromringe an den Nebelscheinwerfern, Heckreflektoren kennzeichnen das Stylingkit ebenfalls.

Darüber hinaus hat Kia Hand an die Farbpalette angelegt und diese um die Zweitonlackierungen Mysterious Blue Metallic und Russet Brown Metallic erweitert – die jeweils mit weißem Dach kombiniert sind – sowie die Farbe Wild Orange Metallic neu ins Sortiment aufgenommen.

Innenraum/Kofferraum

Werfen wir einen Blick ins Innere, fallen uns lediglich die neuen metallfarbenen Zierelemente unter anderem am Lenkrad auf. Finden sich die wichtigsten Neuerungen doch beim Infotainmentsystem und der Ausstattung.

Der tolle 8,0-Zoll Touchscreen mit Kartennavigation (optional für Spirit, Serie im Turbo) und dem Multimediadienst Kia Connected Services und DAB-Empfang ermöglicht jetzt auch die Vernetzung via Android Auto und Apple CarPlay. Funktionen des Smartphones können so ebenfalls bequem über das Display im Fahrzeug bedient werden, die Freisprechfunktion sowie die Text- und Spracherkennung oder das Streamen von Musik nutzen. Doch auch die übrige Bedienung gelingt dank modifizierter Benutzeroberfläche sehr einfach und erklärt sich von selbst.

An dem großartigen Platzangebot gab es nun wirklich keine Änderungen vorzunehmen und so erfreuen wir uns weiterhin an einer sehr üppigen Kopffreiheit und nehmen mit 1,90 Metern auch sehr bequem auf der Rückbank Platz, kann der Soul hier sowohl in Kopf- wie auch Beinraum mit großzügigen Raumverhältnissen glänzen. Ob wir nun hinten oder vorne Platz nehmen, der Ein- und Ausstieg ist ebenso bequem, da der Hüftpunkt angenehm hoch ist.

Zu den Neuerungen im Modelljahr 2017 zählen wiederum die nun erhältlichen 8-fach elektrisch verstellbaren Sitze.

Wenn uns auch der Kofferraum bereits von vorne herein mit 354 Liter ordentlich Stauraum bietet, so können wir durch einfaches Umlegen der Sitzlehnen das Volumen auf bis zu 1.367 Liter vergrößern, eine kleine Stufe und ein leicht nach vorne ansteigender Boden bleiben aber nach wie vor. Dafür können wir den stabilen Klappboden auch herausnehmen, darunter finden wir ein ebenfalls entnehmbares großes Fach aus Styropor mit drei Unterteilungen vor. Und die Kofferraumleuchte kann praktischerweise als portable LED-Taschenlampe genutzt werden.

Komfort/Fahrwerk/Bremsen

Das Fahrwerkskonzept, basierend auf der in der zweiten Generation eingeführten neuen Plattform, wurde im jetzigen Modelljahr unverändert übernommen und so erfreuen wir uns auch weiterhin an dem sportlich straffen Fahrwerk, müssen dem Kia Soul in punkto Komfort jedoch kleine Schwächen zu Lasten legen. Lässt er grobe Straßenschäden doch spürbar nach Innen dringen.

Dafür machte er beim Kurvenräubern eine überraschend gute Figur, nur die erhöhte Sitzposition hat uns hier die Karosserieneigungen stärker empfinden lassen. Nichts desto trotz haben wir uns wohl gefühlt und gerade bei diesem Ritt gerne den Dynamik-Modus aktiviert, wenn dieser letztlich auch „nur“ auf die Lenkeinstellung Einfluss nahm. Doch dann arbeitete die Lenkung nicht nur sportlich straff und direkt, sie vermittelte auch eine präzise Rückmeldung. Nur leicht untersteuernd, habe wir jetzt auch enge Kurven mit hohem Tempo absolut gelassen genommen.

Darüber hinaus stellte uns die serienmäßige variable Servolenkung Flex Steer zwei weitere Modi zur Wahl. Der Komfort-Modus stellte in unseren Augen aber nur in der Stadt eine gute Wahl dar, vermittelte diese Einstellung ansonsten zu wenig Gefühl und war uns zu leichtgängig. Was uns im Großstadtdschungel wiederum ein spielerisches Handling auch auf engstem Raum ermöglichte. Mittels einfachem Tastendruck am Lenkrad konnten wir die Modi aber ganz nach Belieben und Anforderung wechseln.

Motor/Getriebe

Wer mehr Wert auf Effizienz legt und auch längere Strecken zurücklegen muss, für den dürfte der von mir gefahrene 1,6-Liter-Diesel natürlich besonders interessant sein. Im Diesel-Kompetenzzentrum von Kia in Rüsselsheim entwickelt und mit einem elektronisch gesteuerten Turbolader mit variabler Geometrie ausgestattet, kommt das Aggregat auf 100 kW / 136 PS.

Serienmäßig mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe kombiniert, können Sie das Dieselmodell darüber hinaus optional für 1.750 Euro mit dem effizienten 7-Stufen-DCT ausstatten.

Unser Testwagen war mit dem Handschalter versehen, angenehm straff und exakt sowie auf ausreichend kurzen Wegen geführt, haben wir so gerne zum Schalthebel gegriffen. Auf der anderen Seite konnten wir den Kia Soul auch ganz bequem schaltfaul und niedertourig fahren.

Wenn er auch nicht zu den leisesten Gesellen gehört, so trat er aber keineswegs störend in Erscheinung und vermittelte mir stets einen angenehmen Durchzug.

Wer das maximale Drehmoment von 260 Nm zwischen 1.500 und 3.000 Touren fordert, schrammt aber mit fast zwei Liter an der Verbrauchs-Werksangabe von 4,8 Litern vorbei. Der CO2-Ausstoß beläuft sich auf 127 g/km.

Sicherheit

Nachbesserung hat Kia bezüglich der Sicherheitssysteme vorgenommen und so fährt die neue Topversion Turbo bereits serienmäßig und die Ausführung Spirit auf Wunsch im neuen Modelljahr mit einem Spurwechselassistent mit Blind Spot Detection, einem Querverkehrwarner und einem Spurhalteassistent vor.

Letzterer, kurz als LDWS bezeichnet, erkennt per Kamera oberhalb der Frontscheibe, ob Sie unbeabsichtigt die Fahrspur verlassen und alarmiert Sie bei Bedarf durch Warnsignale.

Der Spurwechselassistent wiederum registriert durch die radargestützte Blind Spot Detection herannahende Fahrzeuge im Bereich des toten Winkels und warnt Sie in diesem Fall vor einem Fahrspurwechsel.

Ebenfalls den toten Winkel im Blick, hat der Querverkehrwarner (RCTA) und zwar beim Zurücksetzen aus Parklücken oder Einfahrten. Sollten hierbei andere Verkehrsteilnehmer Ihren Weg kreuzen, werden Sie entsprechend gewarnt.

Ausstattung/Kosten

Ab 17.240 Euro bietet die Basisversion EDITION 7 bereits eine umfassende Serienausstattung, ist allerdings ausschließlich mit dem 1.6 GDi Motor erhältlich. Und während der neue 204 PS starke Topbenziner exklusiv in der Ausstattung Turbo für 28.640 Euro zu haben ist, können Sie den von uns gefahrenen Kia Soul 1.6 CRDi sowohl in der Dream-Team-Edition (Sondermodell mit Kundenvorteil von bis zu 3.440 Euro) wie auch als SPIRIT erwerben.

In Sachen Ausstattung konnte uns letztere für 25.240 Euro mit wirklich zahlreichen Komfortfeatures verwöhnen, angefangen beim schlüssellosen Zugang Smart-Key, über die Klimaautomatik, dem beheizbaren Lederlenkrad, Sitzheizung vorn, Audiosystem mit 5-Zoll-Display, der Rückfahrkamera, Bluetooth-Freisprecheinrichtung, Aktiv-Matrix-Display, Dämmerungssensor, Regensensor, Parksensoren vorn bis hin zu einer Geschwindigkeitsregelanlage, dem selbstabblendenden Innenrückspiegel und elektrisch anklappbaren Außenspiegeln.

Wie jedes Modell im Hause Kia, glänzt auch der exotische Soul serienmäßig mit dem 7-Jahre-Kia-Qualitätsversprechen, neben der 7-Jahre-Kia-Herstellergarantie umfasst dieses außerdem die 7-Jahre-Kia-Mobilitätsgarantie und das 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update.

Stand: Oktober 2017; Test und Fotos: auto-reise-creative

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