Fiat 500C – 365 Tage Sommer.

Fiat 500C 10Mit viel Kult, Charme und Emotionen erobert der 500 seit seiner Wiedergeburt im Jahre 2007 Millionen von Herzen, ob jung oder alt, männlich oder weiblich … und wenn der Fiat 500 auch nach seinem Facelift im vergangenen Jahr noch nicht makellos ist, so nimmt er uns und unsere Herz immer wieder ein und Schwächen werden wie selbstverständlich verziehen.

Unabhängig von der Jahreszeit versprüht der Fiat 500C pures Sommerfeeling. Und auch wenn die Sonne mal nicht scheinen mag, hat er diese stets im Herzen und trägt sie im Falle unseres knallgelben Testwagens sogar auch nach außen.

Behutsame aber vor allen Dingen gelungene Retuschen kennzeichnen dabei das aktuelle Modelljahr. Die zunächst immer noch rund wirkenden Hauptscheinwerfer sind jetzt mit einem elliptisch geformten Fahrlicht versehen und die Blinkleuchten sind oberhalb untergebracht. Das schräg darunter platzierte LED-Tagfahrlicht nimmt das Design der „0“ im Schriftzug „500“ auf und integriert das Fernlicht.

Fiat 500C 13Besonders gut macht sich auch die mit Chromelementen verzierte untere Kühlergrilleinfassung, die ab der Variante LOUNGE serienmäßig und von Haus aus nun stärker dreidimensional ausgeführt ist. Darüber hinaus verleihen die beiden horizontal verlaufenden Chromspangen dem oberen minimalistischen Kühlergrill mehr Betonung.

Wenn auch einzig auf die Rückleuchten beschränkt, so gefällt uns die Veränderung am Heck besonders gut. Ja, die Nebelrückleuchten und Rückfahrscheinwerfer wurden auch neu positioniert, doch mit der in der Mitte herausblitzenden Karosseriefarbe wirken die neu designten Leuchten besonders pfiffig.

An Pepp fehlt es dem Fiat 500C ohnehin nicht und die schier endlosen Individualisierungsmöglichkeiten scheinen wirklich keine Wünsche offen zu lassen. Wie Ihr ganz persönlicher Fiat 500C letztlich aussehen soll, liegt also ganz an Ihnen. In jedem Fall sollten Sie sich für die Konfiguration ausgiebig Zeit nehmen.

Für das Verdeck stehen die Farben Elfenbein, Rot und Schwarz zur Auswahl, unabhängig von dieser Wahl lässt es sich mittels Knopfdruck am Dachhimmel oder per Funkfernbedienung Fiat 500C 09blitzschnell öffnen. Einmal Drücken und das Faltverdeck fährt bis zur C-Säule, die Heckscheibe bleibt dabei stehen. Allerdings fängt der kleine Fiat nun bei zunehmendem Tempo an zu Wummern.

Also noch mal Drücken und das Dach faltet sich samt Heckfenster, Spoiler und dritter Bremsleuchte zusammen. Letztere bleibt natürlich stets gut sichtbar. Weniger gut ist es allerdings um die Sicht nach hinten bestellt. Da auch jetzt noch ein großer Teil stehen bleibt, ist der Blick im Rückspiegel stark eingeschränkt. Die für 350 Euro angepriesenen hinteren Parksensoren sind somit eine Überlegung wert.

Ist das Verdeck vollständig geöffnet, stört es zudem beim Zugang zum Kofferraum. Doch kein Problem, wollen wir die Ladeklappe öffnen, fährt das Dach entsprechend und automatisch nach oben. Wenn das Faltverdeck nach dem Schließen nun wieder runter fahren würde … aber gut.

Apropos, um das Dach wieder zu schließen, muss der Verdeckschalter dauerhaft gedrückt werden. 1x kurz Drücken und wir gelangen wieder zur Stufe 1, ein weiterer Tastendruck und wir erreichen mit einer Öffnung von 30 Zentimetern eine sogenannte Schiebedachfunktion.

Fiat 500C 08Bevor wir uns dem überarbeiteten Cockpit widmen, werfen wir doch gleich einen Blick in den Kofferraum.

Mit 182 Liter Stauvolumen wahrlich kein Lademeister, können wir den Laderaum aber immerhin durch Umlegen der Rücksitze (geteilt im Verhältnis 50:50) auf 520 Liter vergrößern. Die recht kleine Ladeluke erschwert allerdings das Beladen des kleinen Italieners – beim Cabrio von Vorteil, hier können wir auch von oben rein. Gerade bei Getränkekisten, lernen wir diesen Weg zu schätzen.

Was die Platzverhältnisse anbelangt, können wir auch bei der neuen Generation von keinen Verbesserungen oder Veränderungen berichten. Die Rücksitze eignen sich auch jetzt noch mehr als zusätzliche Ablage. Wer doch die enge und unbequeme Reise nach hinten antritt, findet dort als Erwachsener jedoch kaum Platz.

Aber genug gemeckert. Nehmen wir doch endlich hinter dem Lenkrad Platz. Spätestens jetzt ist ohnehin jegliche schlechte Laune verflogen, strahlt uns auch hier das Gelb der äußeren Hülle entgegen. Und gerade wenn wir wieder in den tristen grau-/schwarzen Alltag wechseln, der uns sonst meist in den Autos empfängt, merken wir wieder, wie fröhlich einen der Fiat 500 macht. Das perfekte Anti-Depressiva.

Fiat 500C 03Hier kommt unweigerlich gute Stimmung auf, und wenn auch die Sitze für unseren Geschmack zu hoch montiert sind und zu wenig Seitenhalt aufweisen oder aber eine Weitenverstellung für das Lenkrad fehlt, so kann einfach nichts unseren Gemütszustand erschüttern. Das ist die Faszination Fiat 500 und eine einmalige Wirkung des kleinen Italieners.

Es muss natürlich nicht zwingend die Farbe Gelb sein, insgesamt stehen zehn Farbkombinationen für den Innenraum zur Wahl, hinzu kommen neun Kombinationen für die Sitze.

Noch ein Wort zu den technischen Änderungen im neuen Modelljahr … hält hier sowohl auf Seiten der Instrumenteneinheit (digitales TFT-Display mit 18 Zentimeter Diagonale) als auch beim Infotainmentsystem Uconnect moderne Technologie Einzug.

Uconnect stets mit Fünf-Zoll-Display ausgestattet, steht in fünf Varianten zur Wahl, im wahrsten Sinne des Wortes „connected“ ist der Fiat 500 aber mit Uconnect Live (Serie LOUNGE). Den Touchscreen inbegriffen, ist das System in dieser Version außerdem mit einem integrierten Navigationssystem und einem Empfangsmodul für digitale Radiosender DAB ausgestattet. Darüber hinaus können Sie über ein gekoppeltes Smartphone auf die weite Welt des Internets zugreifen und sich eingehende SMS vorlesen lassen. Diverse Smartphone-Fiat 500C 11Applikationen wie beispielsweise Facebook oder der Internet-Musikdienst Deezer mit 35 Millionen Songs können dabei direkt über den Bildschirm bedient werden.

Des weiteren können Sie auf die Spritspar-Software eco:Drive zugreifen, die mit individuellen Tipps eine besonders effiziente Fahrweise fördert. Auch der Fahrzeug-basierte Dienst my:Car ist in Uconnect LIVE integriert. Er bietet beispielsweise Serviceempfehlungen in Echtzeit, Warnhinweise sowie ein interaktives Benutzerhandbuch.

Motorenseitig hat der Käufer die Wahl zwischen dem Zweizylinder-Benziner TwinAir in den Leistungsstufen 63 kW/85 PS oder 77 kW/105 PS, dem Vierzylinder-Benziner 1.2 8V mit 51 kW/69 PS und dem 1.3 16V MultiJet Turbodiesel mit 70 kW/95 PS. Das gesamte Portfolio erfüllt selbstverständlich die Euro 6 Norm.

Unser kleiner gelber Flitzer hatte den 1,2-Liter-Benziner aus der FIRE-Baureihe unter der Haube. Für die Stadt sind die 69 PS absolut in Ordnung, doch sobald wir diese verlassen fehlt es uns auf der Landstraße und der Autobahn an Kraft. In bergigen Gebieten ist viel Schaltarbeit angesagt und selbst wer das Fünfgang-Getriebe versucht bei Laune zu halten, das Motörchen ist einfach zu langsam (12,9 Sekunden von 0-100 km/h / max. 160 km/h möglich), wird aber dafür kernig laut.

Fiat 500C 07Wirklich schade, hat das Fahrwerk doch viel Potential und kann was. Und wenn er auch von der Karosserie her recht hoch ist, liegt er super und stets gutmütig auf der Straße. Der kleine Fiat lässt sich zackig um die Pylonen zirkeln oder richtig flott um enge Kurven jagen, wobei aber die Reifen herzerweichend wimmern.

Letztlich dürfte den Käufer aber vielmehr das kinderleichte Handling und die enorme Wendigkeit in der Stadt interessieren. Und so lässt sich der Italiener wunderbar agil und handlich manövrieren, schnell ist die passende Lücke gefunden und im Nu hat man das Fahrzeug dort eingeparkt.

Wer möchte kann hier den City-Schalter aktivieren. Die direkte und angenehm straffe Servolenkung ist nun besonders leichtgängig und der Rangiervorgang noch einfacher.

Zurück zum Motor.

Wir würden Ihnen viel mehr die fahrspaßorientierten TwinAir-Motoren ans Herz legen, die aber dennoch Wert auf Effizienz legen und zudem mit einem Sechsgang-Handschalter ausgestattet sind.

Ja, der sechste Gang fehlt beim 1.2 Benziner wirklich und würde doch auch dem Verbrauch zu Fiat 500C 05gute kommen. Denn überschreitet man die 120 km/h nicht, zeigt der Bordcomputer einen Verbrauch von 5,6 Litern an, doch kaum erreicht man Tempo 130 läuft schon ein halber Liter mehr durch die Benzinleitungen.

Wer besonderen Wert auf Effizienz legt, dem sei das ECO-Paket empfohlen. Es besteht aus einer bedarfsabhängig gesteuerten Lichtmaschine, einem Aerodynamik-Kit sowie Reifen mit reduziertem Rollwiderstand und senkt den CO2-Ausstoß in unserem Fall auf 99 g/km. Der Verbrauch liegt hier laut Hersteller im Schnitt bei 4,3 Liter, was einer Ersparnis von einem halben Liter entspricht.

Doch mit dem Motor ist auch unser größter Kritikpunkt abgedeckt und wie gesagt, Fiat hat ja diesbezüglich gute Alternativen im Angebot.

Und die anderen Schwächen sind zumindest für uns absolut zu verschmerzen. Ob das auch für den Preis gilt, muss ebenfalls jeder für sich entscheiden.

Fiat 500C 04Der Fiat 500C startet als Pop bei 14.990 Euro, wird in Kombination mit der Einstiegsvariante aber ausschließlich vom 1.2 Benziner angetrieben. Das gilt auch für die Variante Pop Star, die für 16.090 Euro zu haben ist.

Alternativ stehen dem Kunden alle Motorvarianten in der sehr beliebten Version Lounge zur Wahl, preislich positioniert sich das Fiat 500er Cabrio dann zwischen 17.390 und 20.790 Euro.

Mit dem rassigen „S“-Modell wie aber auch dem Sondermodell „Riva“ hat Fiat erst kürzlich weitere reizvolle Versionen nachgelegt.

Stand: August 2016; Test und Fotos: auto-reise-creative

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