Dritte Generation Kia Sorento

kia-sorento-16Die erste Generation Kia Sorento liegt mit 14 Jahren schon ein wenig zurück, doch heute noch denken die Koreaner gerne an diesen besonderen Imageträger zurück. Machte sich der seinerzeit eher im Kleinwagensegment erfolgreiche Hersteller mit diesem großen SUV auf völlig neuen Kundenfang und legte den Grundstein für eine neue Portfolio-Aufstellung. Mittlerweile wird der koreanische Automobilbauer mit seinem sehr breit gefächerten Sortiment den unterschiedlichsten Kundenansprüchen gerecht. Vom schicken Kleinwagen über die sportlich-elegante Limousine oder Kombivariante bis hin zu den verschiedenen SUV-Modellen – darunter auch der jüngst eingeführte Hybrid-Crossover Kia Niro.

Doch zurück zum Flaggschiff der Marke, dem Kia Sorento, der wie die gesamte Modellpalette auf faire Preise und ein einmaliges 7-Jahre-Kia-Qualitätsversprechen setzt. Beinhaltet dieses doch stets eine 7-Jahre-Kia-Herstellergarantie, die 7-Jahre-Kia-Mobilitätsgarantie und das 7-Jahre-Kia-Navigationskarten-Update.

Karosserie/Design

Es ist immer so eine Sache mit einem Facelift, oftmals bringt es nur marginale optische Veränderungen mit sich, womit schlussendlich für den Kunden kein großer Anreiz zum kia-sorento-09Modellwechsel gegeben ist. Doch das es sich bei der dritten Generation Kia Sorento um mehr als nur eine äußerliche Modellpflege handelt, wird schnell klar.

Von Grund auf neu konzipiert, ist das Topmodell der Marke sogar noch einmal 95 Millimeter länger als noch der Vorgänger. Mit einem Gardemaß von nun 4,78 Metern, wirkt der Sorento aber keineswegs plump oder wie ein Kasten. Die um 15 mm niedrigere Dachlinie sorgt trotz der Fahrzeuggröße für eine gestreckte elegant-sportliche Silhouette.

Die Designer haben bei der Optik zweifelsohne kein solchen Quantensprung wie beim kleineren Kia Sportage vollzogen, doch die optischen Veränderungen verfehlen dennoch nicht ihre Wirkung und wurden entsprechend auch mit Designpreisen ausgezeichnet. Unser persönliches Highlight ist ganz klar das neue und einzigartige Kühlergrilldesign.

Innenraum/Kofferraum

Und auch im Innenraum blieb kein Stein mehr auf dem anderen. Vollständig umgekrempelt präsentiert sich der Sorento mit zahlreichen neuen Soft-Touch-Materialien deutlich gereifter, im Gesamtbild stimmiger und aufgeräumter, was sich letztlich auch auf die Bedienfreundlichkeit auswirkt.

kia-sorento-03Schon die Basisversion Edition 7 sorgt mit der serienmäßigen Klimaanlage für wohlige Temperaturen, während der Tempomat zuverlässig die Geschwindigkeit hält und die Parksensoren hinten vor unschönen Remplern schützen. Das Audiosystem sorgt nicht nur für die musikalische Untermalung, dank der enthaltenen Bluetooth-Freisprecheinrichtung ist auch die Integration des eigenen Smartphones mühelos möglich.

Das neue Multifunktions-Lederlenkrad ist immer Serie und wird im nächst höheren Niveau bereits um eine Zwei-Zonen-Klimaautomatik, die 7-Zoll-Kartennavigation, eine Rückfahrkamera, Parksensoren auch vorn, einen Regen- wie auch einen Dämmerungssensor ergänzt. Ja sogar ein beheizbares Lenkrad lernen Sie in den Wintermonaten lieben.

Die schwarze Teillederausstattung, der gestochen scharfe Aktiv-Matrix-Display, die elektronische Parkbremse sowie der komfortable schlüssellose Zugang zum Fahrzeug oder aber die elektrische Heckklappe zeichnen denn Bestseller Spirit aus.

Wer noch mehr Premium-Flair möchte, sollte sich einmal die Topversion ansehen, kann diese neben der 8-Zoll-Kartennavigation oder dem Infinity Premium-Soundsystem auch eine Rundumsichtkamera, eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage, ein intelligentes Parksystem zum Parallel- und Quereinparken sowie Parallelausparken und last but not least ein Panoramadach auffahren.

kia-sorento-12Komfortabel ist das Gestühl von Haus aus, doch in der Platinum Edition kann die Teillederausstattung auch in den Farbvarianten Hellgrau/Schwarz oder in Braun ausgewählt werden. Darüber hinaus lässt sich der Fahrersitz 10-fach elektrisch justieren, verfügt über eine Memory-Funktion und kann wie auch der Beifahrersitz dank serienmäßiger Sitzventilatoren gekühlt werden.

Eine Sitzheizung darf dann natürlich ebenfalls nicht fehlen, ist aber ausgenommen von der Einstiegsvariante immer Serie und steht zudem auch den Passagieren auf der Rückbank zur Verfügung. Vorbildlich!

Und wenn auch die jetzt niedrigere Dachlinie hier zunächst eine geringere Kopffreiheit vermuten lässt, hat es Kia selbst in diesem Punkt geschafft noch mehr Raum herauszuholen. Gleiches gilt für die sehr großzügige Beinfreiheit, können die Verantwortlichen mit einem Radstand von nun 2,78 Metern einen Zuwachs von 80 Millimeter verzeichnen und beherbergen Großgewachsene selbst im Fond fürstlich, standesgemäß können darüber hinaus die Lehnen in der Neigung verstellt werden.

Zudem bietet Kia dem Kunden die Option eine dritte Sitzreihe zu bestellen, die aber zweifelsohne nur für Kurzstrecken oder Kinder geeignet ist, durch die Möglichkeit jedoch die zweite Sitzreihe nun auch bis zu 27 Zentimeter längs zu verstellen, konnte aber auch hier der Komfort gesteigert werden.

Wer das Gestühl nicht zum Sitzen benötigt, kann dieses variabel und mühelos im kia-sorento-04Kofferraumboden verschwinden lassen. Die mittlere Sitzbank bietet mit der dreifachen Umklappmöglichkeit im Verhältnis 40:20:40 eine große Flexibilität, womit der Stauraum von 142 Litern bei Nutzung aller sieben Sitzplätze über 660 Liter Ladevolumen in der fünfsitzigen Konfiguration auf bis zu stolze 1.732 Liter vergrößert werden kann.

Womit der neue Kia Sorento auch in diesem Bereich eine Verbesserung verzeichnen kann. Zu den weiteren Neuerungen und Raffinessen zählt außerdem die Heckklappe. Ist hier kein Tastendruck auf der Fernbedienung oder ein Fußwisch unter dem Stoßfänger notwendig. Befindet sich der Smart-Key bei Ihnen, genügt es wenn Sie sich drei Sekunden hinter dem Fahrzeug aufhalten und die Heckklappe öffnet automatisch.

Komfort/Fahrwerk/Bremsen

Das im Kern beibehaltene Fahrwerkskonzept wurde im Detail gründlich überarbeitet und verbessert, Veränderungen, die den Komfort zusätzlich erhöhen. Und genau hierauf sollten Sie den Fokus setzen, liegt dem Flaggschiff das Cruisen deutlich mehr als die sportliche Kurvenhatz. Aber wer entscheidet sich schon für solch ein großes SUV, wenn er gerne um die Kurven räubert?!

Was aber jetzt keineswegs heißen soll, dass man mit dem Kia Sorento vor solch Situationen kapitulieren muss. Das Fahrzeug hängt sich zwar förmlich rein und schiebt über die Räder, kia-sorento-10bleibt aber stets gutmütig und auf Kurs.

Gut, ein Fahrzeug dieser Größenordnung ist auch nicht unbedingt ein Fahrzeug für die Stadt, dennoch ist der Sorento hier gut zu handeln.

Und während das Flaggschiff auch in einer Frontantriebsvariante angeboten wird, entscheidet sich der Käufer beim Kia Sorento meist für die Variante mit Allradantrieb. Das Dynamax™-Allradsystem mit Advanced Traction Cornering Control (ATCC) macht jedoch nicht nur das Fahren im Gelände möglich, der Antrieb verbessert auch die Traktion auf der Straße. Das System leitet im Alltäglichen die Motorkraft zunächst spritsparend an die Vorderachse, kann diese aber bei Bedarf bis zu 50 Prozent an die Hinterräder leiten.

Werden die Straßen- beziehungsweise die Offroadbedingungen immer rutschiger, können Sie manuell auch den Lock Mode aktivieren, bis zu 40 km/h ist dann die Drehmomentverteilung 50:50 auf Vorder- und Hinterräder fixiert.

Statt jedoch den Weg in die rauen Gefilde anzutreten, werden SUVs vielmehr als Zugmaschine genutzt. Mit einer zulässigen gebremsten Anhängelast von zwei Tonnen in Verbindung mit der Automatik (plus zusätzliche 500 kg beim Handschalter), dem serienmäßigen Gespannstabilisierungsassistent, der Gegenlenkunterstützung und der Berganfahrhilfe erweist sich der Sorento auch hier als idealer Begleiter und kann gegen Aufpreis mit einer kia-sorento-01abnehmbaren Anhängerkupplung ausgestattet werden.

Die ebenfalls modifizierte elektronisch unterstützte Servolenkung bietet gerade beim Rangiervorgang eine angenehme Rückmeldung, Lenkbefehle gehen besonders leicht von der Hand. Im Fahrbetrieb zunehmend straffer und direkter, kann der Fahrer mittels Flex Steer zudem zwischen den drei Lenkmodi Komfort, Normal und Sport auswählen.

Ein Fahrzeug mit solch einem Gewicht verlangt zweifelsohne eine ordentliche Bremsleistung, die Kia mit einer angenehm zu dosierenden Anlage in jedem Fall gewährleistet. Der Hersteller selbst gibt für das Flaggschiff einen Bremsweg von 35 Metern aus Tempo 100 heraus an.

Motor/Getriebe

Um die Motorenauswahl müssen Sie sich schon mal keine Gedanken machen, wird der Kia Sorento hierzulande ausschließlich mit dem bewährten 2,2-Liter-Turbodiesel angeboten.

Dieser präsentiert sich im aktuellen Modelljahr im Detail überarbeitet und kommt auf eine minimal gesteigerte Leistung von 147 kW / 200 PS und mobilisiert ein maximales Drehmoment von 441 Nm.

Entsprechend verzeichnet der Kia Sorento mit 8,7 bzw. 9,6 Sekunden (abhängig von Antrieb kia-sorento-08und Getriebe) für den Standard-Sprint von null auf Tempo 100 verbesserte Fahrleistungen von bis zu einer halben Sekunde. Bei 200 Stundenkilometern ist stets die Topspeed erreicht.

Auf der anderen Seite konnte Kia aber den Verbrauch senken. Wenn man den Koreanern Glauben schenkt, ist bei größter Disziplin und in Verbindung mit den 17-Zöllern und dem Schaltgetriebe ein Normverbrauch von 5,7 Litern möglich (entspricht CO2-Emission von 149 Gramm pro Kilometer).

Diese Voraussetzungen waren bei unserem Testwagen allerdings nicht gegeben, seien es die Reifen oder aber das Getriebe, haben wir in unserem Sorento das Schalten der optionalen und komfortbetonten Sechsstufen-Automatik überlassen, die mittels “Drive Mode Select“ über die drei Stufen Normal, Sport und Eco verfügt. Darüber hinaus beinhalten alle Sorento-Modelle die Spritspar-Ausstattung EcoDynamics, darin enthalten ist sowohl das Start-Stopp-System wie auch das Energie-Regenerationssystem.

Laut Datenblatt gibt Kia für unser Fahrzeug 6,6 Liter im Schnitt an (CO2-Ausstoß liegt dann bei 174 g/km), und immerhin konnten wir beim alltäglichen Cruisen durchaus 7 bis 7,5 Liter kia-sorento-07realisieren.

Doch ob bei zurückhaltender oder sportlicher Fahrweise, die angenehm ruhige Geräuschkulisse fällt im aktuellen Modelljahr stets positiv auf.

Sicherheit

Mit der dritten Generation Kia Sorento führen die Koreaner auch in ihr großes SUV diverse Assistenzsysteme ein. Wenn auch nur in den höheren Ausstattungen Serie oder in optionalen Paketen zusammengeschnürt, hat Kia einen Spurhalteassistent (LDWS), den Spurwechselassistent mit Blind Spot Detection (BSD), den Querverkehrwarner zur Erkennung von Fahrzeugen im toten Winkel (RCTA), eine adaptive Geschwindigkeitsregelanlage inklusive Frontkollisionswarner und eine Verkehrszeichenerkennung für Geschwindigkeitsbegrenzungen (SLIF) im Angebot.

Aber auch solche Features wie das statische Abbiegelicht, das adaptive Kurvenlicht (AFLS), Xenon-Scheinwerfer sowie eine Rückfahrkamera und sogar eine Rundumsichtkamera sind in der Preisliste zu finden.

Ausstattung/Kosten

Insgesamt hat Kia für den Sorento vier Ausführungen aufgestellt. Während die kia-sorento-13frontangetriebene Variante bereits ab 34.990 Euro in der Edition 7 startet, folgt die nächst höhere Ausstattungslinie Vision für 36.990 Euro. Für weitere zweitausend Euro ist der Sorento dann auch mit Allrad ausgestattet.

Die 4×4-Varianten sind darüber hinaus in der beim Kunden sehr beliebten und ab 43.490 Euro erhältlichen „Spirit“-Version zu haben. Ausgenommen die Basis, können die drei übrigen Lines inkl. Allradantrieb auch mit einer Sechsstufen-Automatik kombiniert werden, der Aufpreis hierfür liegt bei der Ausstattung Vision bei 2.000 bzw. 2.500 Euro für den Spirit.

Mit der Platinum Edition – ausschließlich als 2.2 CRDi AWD und Automatik im Angebot – scheint Kia keine Wünsche mehr unerfüllt zu lassen, positioniert aber auch diese Topausstattung mit 51.190 Euro absolut fair. Wer sich hier mal bei VW und Co. umsehen wird, gerät schnell ins Staunen.

Stand: Dezember 2016; Test und Fotos: auto-reise-creative

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