Hyundai Tucson 1.6 T-GDi 48V-Mildhybrid

Mit der neuen Generation Hyundai Tucson zieht der Hersteller die Blicke auf sich und spaltet durchaus die Geschmäcker. Wie unser Test aufzeigt, hat Hyundai – ungeachtet der Optik – ein sehr gelungenes SUV kreiert. Innovativ, modern und elektrifiziert, gibt es viel über den neuen Hyundai Tucson zu berichten. Und das der Tucson letztlich nicht nur uns mit seinem neuen Design überzeugen konnte, zeigen die eingefangenen Reaktionen während der Testphase auf.

Karosserie/Design

Die Designer beweisen Mut und erfinden den Tucson neu. Das SUV überschüttet einen förmlich mit optischen Reizen. Der Hyundai Tucson steht für die neue Designphilosophie „Sensuous Sportiness“.

Die Optik des Kühlergrill mit dem sogenannten Diamantschliff begeistert uns. Dies gilt auch für die Scheinwerfer. Das zunächst versteckte LED-Tagfahrlicht agiert mit seinen fünf teilverspiegelten LED-Elementen jeweils rechts und links zudem als Blinkleuchten.

Von Deiner Seite betrachtet sticht die messerscharfe Seitenansicht ins Auge. Die Designer sprechen bei Hyundai von einer neuartigen Z-Linie an der hinteren Seitentür. Fakt ist, bei dieser einen Linie bleibt es nicht. Diese treffen im neuen Hyundai Tucson auf ungewohnt eckige Radhäuser. Die im Falle unseres Testwagens mit schicken 19 Zoll Rädern ausgefüllt sind.

Die Leuchten am Heck setzen nicht weniger Akzente. Raffinesse bis ins kleinste Detail, beweist das gläserne Hyundai Logo und der im Dachspoiler versteckte Heckscheibenwischer.

Die sehr ausdrucksstarke Linienführung setzt Hyundai mit verschiedenen Karosseriefarben in Szene. Abhängig von der gewählten Lackierung, lässt sich das Dach in Phantom Black oder in dem Grauton Dark Knight auswählen.

Innenraum/Kofferraum

In den Abmessungen gewachsen, ist das 4,5 Meter lange SUV noch im Segment der Kompakten einzuordenen. Mit einer um 20 Millimeter angewachsenen Außenlänge und 15 Millimeter mehr Breite streckt sich der neue Hyundai Tucson gen größerer Fahrzeugklassen.

Im Fahrzeug Platz genommen, wird dieser Eindruck verstärkt. Vorne bietet der Hyundai Tucson Großgewachsenen ein luftiges Raumgefühl. Das geräumige Platzangebot findet auf der Rückbank seine Fortsetzung. Die in der Neigung verstellbaren Lehnen schaffen für die Passagiere die in der zweiten Reihe Platz nehmen zusätzlichen Sitzkomfort. Der gewachsene Radstand und die neue Konstruktion schafft im neuen Hyundai Tucson 26 Millimeter mehr Beinfreiheit.

Platz für das Gepäck finden Sie im 620 Liter großen Kofferraum. Das sind stolze 107 Liter mehr Fassungsvermögen als beim Vorgänger. Sind nur zwei der fünf Sitzplätze belegt, kann man das Stauvolumen durch umlegen der Rücksitzlehnen im Verhältnis 4:2:4 auf bis zu 1.799 Liter vergrößern. Dies entspricht im Vergleich zur vorherigen Modellgeneration einem Zuwachs von 286 Liter.

Nimmt man auf dem Fahrersitz Platz fällt sofort auf, der Hyundai Tucson geht auch im Innenraum neue und eigene Wege. Die Innenraumgestaltung umschließt mich als Insasse förmlich, die Übergänge mit den integrierten Lüftungsdüsen zwischen Armatur und Türen sind fließend.

Hyundai setzt diesbezüglich auf die Multi-Air Technologie mit direkten und indirekten Düsen. Der koreanische Automobilbauer erzeugt ein wohliges Innenraumklima und strömt den Insassen sanft Luft entgegen.

Das Cockpit vereint moderne Elemente, darunter den zentralen Touchscreen in 10,25 Zoll, die gesamte Bedieneinheit für die Klimaanlage darunter sowie die digitale Instrumenteneinheit mit hochwertigen Materialien.

Das digitale Cockpit misst 10,25 Zoll und ermöglicht unterschiedliche Anzeigen, die Darstellung glänzt mit hohem Niveau. Über die digitale Instrumenteneinheit gewährt der neue Hyundai Tucson einen direkten Einblick in den toten Winkel. Setzen Sie den Blinker, erscheint das Bild der Seitenkameras im jeweiligen Instrumentendisplay. Blinkt man links, wird entsprechend das Bild der Fahrerseite im linken Rundinstrument angezeigt und umgekehrt. Das Kamerabild ist gestochen scharf.

Das Lenkrad ist modern und schick. Dies gilt in unseren Augen für das gesamte Interieur, welches eine wohlige Atmosphäre schafft. Die übersichtliche Gestaltung wirft keine Fragen auf, die Bedienung der einzelnen Funktionen geht intuitiv von der Hand.

Trotz der Digitalisierung lässt sich der Tucson mühelos bedienen. Einzig einen Drehregler für die Lautstärke vermissen wir. Ansonsten fehlen mir keine klassischen Schalterelemente, wird auch die Klimaanlage ohne physische Tasten und Knöpfe per Fingerwisch gesteuert. Die wichtigen Funktionen lassen sich alternativ per Sprachbefehl bedienen.

Das Infotainment-System wartet mit Bluelink, Apple CarPlay und Android Auto auf, mit dem Fahrzeug sind Sie sofort vernetzt. Favorisierte Inhalte und Apps des Smartphones kann man auf den Touchscreen spiegeln.

Eine Induktionsfläche für kabelloses Laden, Ambientelicht, Lenkradheizung, all das verwöhnte uns im Testwagen. Ein USB-Anschluss in der mittleren Ablage wird im neuen Modell um zwei USB-Anschlüsse im Fond ergänzt.

Hyundai Live Services und die Remote-Funktionen bieten dem Kunden in Verbindung mit der eingebauten SIM-Karte relevante Informationen auch außerhalb des Fahrzeuges. Kann man aus der Ferne über das Smartphone Daten abrufen und Bereiche steuern. Genauere Verkehrsprognosen und Ankunftszeiten, verschiedene Nutzerprofile und die Last Mile Navigation zählen zu den Neuerungen im Hyundai Tucson.

Komfort/Fahrwerk

Mit dem adaptiven Fahrwerk erfasst der Hyundai Tucson während der Fahrt kontinuierlich das Tempo, die Fahrbahnbeschaffenheit und bezieht Gaspedal- und Bremspedalbetätigung in die Abstimmung mit ein. Davon abhängig regelt das SUV die Dämpferkraft an jedem Rad einzeln.

Diese gewonnene Flexibilität schafft einen sehr ausgewogenen Fahrwerkscharakter. Das Handling weißt eine Fahrdynamik auf, die hohe Kurvengeschwindigkeiten erlaubt. Der Tucson bietet mit seiner direkten und leichtgängigen aber zugleich angenehm straffen Lenkung eine tolle Handlichkeit, die im Sport-Modus nochmals mehr Rückmeldung bereit hält. Und doch ist es letztlich eine ruhigere Gangart, die wir im Fahrzeug favorisieren. Der Federungskomfort begeistert im Hyundai Tucson. Die 19 Zöller konnten das Komfortniveau nicht schmälern.

Motor/Getriebe

Der im Testwagen verbaute 1.6 T-GDI 48V-Hybrid ist wahlweise mit 150 PS oder in unserem Fall mit 180 PS erhältlich. Das neue iMT-Schaltgetriebe wurde in unserem Hyundai Tucson durch das 7-Gang DCT ersetzt.

Dieses steuern wir zunächst ungewohnt über Direktwahltasten und nicht über einen Schalthebel. Nach einer kurzen Eingewöhnung hat man die Bedienung verinnerlicht.

In Verbindung mit der Doppelkupplung ist der 180 PS starke Hyundai Tucson 1.6 T-GDI 48V-Hybrid automatisch an den Allrad gekoppelt. Der 4×4-Antrieb bringt die Kraft gleichmäßig auf die Straße und stellt auch bei Nässe eine gute Traktion bereit.

Die 48-Volt-Hybridversion des Benziners beinhaltet eine 48-Volt-Batterie, einen Startergenerator und einen Gleichspannungswandler. Der Motor gewinnt Energie beim Bergabfahren, Ausrollen sowie beim Bremsen. Diese gewonnene Kraft steht beim Beschleunigen zusätzlich bereit.

Die Kraftentfaltung ist für die 1,7 Tonnen, die der Hyundai Tucson auf die Waage bringt, ausreichend. Neun Sekunden benötigt der Hyundai Tucson 1.6 T-GDI Mildhybrid von 0 auf Tempo 100. Bei 201 Stundenkilometer ist die Höchstgeschwindigkeit erreicht.

Es sind gerade die ruhigen Töne die das SUV glänzen lassen. Wer dem Tucson nicht die Sporen gibt, erfreut sich an dem souveränen Vorankommen und der Laufruhe sowie dem Federungskomfort, die das Auto an den Tag legt.

An die vom Hersteller angegebenen 7,2 Liter im kombinierten WLTP-Zyklus wollten wir dennoch nicht herankommen. Der CO2-Ausstoß entspricht bei diesen Werten 163 Gramm pro Kilometer. Im Testzeitraum sind wir im aktivierten Eco-Modus meist um zwei Liter an den Werksangaben vorbeigeschrammt. Womit wir dem Auto beim Thema Verbrauch eine Schwäche zu Lasten legen müssen.

Sicherheit

Der neue Hyundai Tucson ist im Test mit zahlreichen Sicherheitsfeatures versehen, die eine während der Fahrt unterstützen und im Falle eines Unfalles schützen.

Hierzu zählt unweigerlich der Center Airbag. Dieser verhindert bei einem Crash von der Seite, dass der Kopf des Fahrers mit dem des Beifahrers zusammenstößt. Womit Hyundai eine absolute Neuheit im Automobilbereich präsentiert.

Im Vergleich zur dritten Generation Tucson, erkennt der Notbremsassistent nun Fußgänger, Fahrradfahrer sowie beim Abbiegen den Gegenverkehr. Der Insassenalarm bemerkt, ob Sie Kinder oder Haustiere auf der Rückbank zurücklassen und sprechen eine Warnung aus.

Die intelligente Verkehrszeichenerkennung mit Geschwindigkeitsassistent und der Spurfolgeassistent sind ebenfalls neu im Fahrzeug vorzufinden. Letzteres System hält den Tucson mittig in der Spur und die Verkehrszeichenerkennung zeigt Tempolimits an und passt auf Wunsch entsprechend die Geschwindigkeit an.

Bei Modellen mit Automatik- und Doppelkupplungsgetriebe gibt es den Rundum-Service. Hält die navigationsbasierte adaptive Geschwindigkeitsregelanlage mit Abstandsregelung die Geschwindigkeit sowie den Abstand zum vorausfahrenden Fahrzeug und passt das Tempo an die geltenden Limits an und erkennt beispielsweise Kreisverkehre und Kreuzungen.

Der Umfang an erhältlichen Sicherheitsfeatures ist groß. Der Aufmerksamkeitsassistent warnt bei Anzeichen von Müdigkeit. Der Ausstiegswarner wiederum beim Öffnen der hinteren Türen, wenn ein Auto oder ein Fahrradfahrer von hinten naht.

Sollte es dem Hyundai Tucson bei all den Sicherheitssystemen dennoch nicht möglich sein, einen Aufprall zu verhindern, setzt das eCall-System sofort und ohne Ihr Zutun einen Notruf ab. Um eine rasche und bestmögliche Hilfe zu garantieren.

Ausstattung/Kosten

Den Startpreis veranschlagt Hyundai für den Tucson Pure mit 26.800 Euro. Die Auswahl an Motoren und Getriebe bietet Hyundai erst in den darauf aufbauenden Ausstattungen Select, Trend und Prime. Mit den Optionen Allradantrieb, 7-Gang-DCT und 6-Stufen-Automatik ist das Angebot komplett.

Am Beispiel des 180 PS starken Testwagens Hyundai Tucson 1.6 T-GDi 48-Volt-Hybrid DCT 4WD Prime wären 43.600 Euro zu entrichten. Nahezu vollausgestattet verwöhnt der Prime mit 19-Zoll-Leichtmetallrädern, elektrischen Ledersitzen inklusive Sitzheizung und -belüftung, beheizte Rücksitze außen und dem Krell Soundsystem.

Die Drei-Zonen-Klimaautomatik, die elektrische Heckklappe, der Totwinkel- und Ausstiegswarner sowie der hintere Querverkehrswarner sind ebenso enthalten.

Auf Wunsch stellt Hyundai der Ausstattung Prime einen Parkassistent mit Fernbedienung zur Wahl. Oder die Assistenz-Pakete sowie den Autobahnassistent, der den Spurfolgeassistent und die navigationsbasierte adaptive Geschwindigkeitsregelanlage zusammenfasst. Auch für die Ausstattungen Pure, Select und Trend schnürt der koreanische Hersteller Extras in attraktive Pakete zusammen.

Mit dem Garantiepaket von fünf Jahren ohne Kilometerbegrenzung inklusive einer Lackgarantie und der Mobilitätsgarantie weiß Hyundai in allen Modellen zu überzeugen. Wer seinen Hyundai Tucson jährlich in einer Vertragswerkstatt wartet verlängert diese Garantie um ein weiteres Jahr oder 30.000 Kilometer ohne Begrenzung des Fahrzeugalters und bis zu einer Fahrleistung von 200.000 Kilometern.

Stand: Mai 2021; Test und Fotos: Lexi Lind

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