60 Jahre Dodge Charger – und ausgerechnet zum Jubiläum beginnt für die amerikanische Muscle-Car-Ikone ein ziemlich grundlegendes neues Kapitel. Die achte Generation kommt nach Europa und verabschiedet sich dabei von der Idee, dass es für ein Muscle Car nur einen richtigen Antrieb geben kann. Stattdessen setzt Dodge auf Wahlfreiheit: Der neue Charger startet sowohl vollelektrisch als Charger Daytona als auch mit klassischem Verbrennungsmotor unter der Bezeichnung SIXPACK. Angeboten wird er zudem als zweitüriges Coupé und als viertürige Limousine.

Die technische Basis bildet die STLA Large Multi-Energy-Plattform, die von Beginn an sowohl für batterieelektrische als auch für Verbrenner-Antriebe ausgelegt wurde. Das Ergebnis sind zwei ziemlich unterschiedliche Wege zu demselben Ziel: viel Leistung, viel Präsenz und möglichst viel von jener Muscle-Car-DNA, die den Charger seit sechs Jahrzehnten ausmacht.
Mit dem Charger Daytona wagt Dodge den größten Bruch mit der eigenen Tradition. Das vollelektrische Muscle Car wird als R/T und Scat Pack angeboten und verfügt serienmäßig über Allradantrieb. Zurückhaltung gehört dabei erwartungsgemäß nicht zum Konzept.
Der Daytona Scat Pack bringt es auf 500 kW beziehungsweise 670 PS und beschleunigt innerhalb von 3,3 Sekunden von 0 auf 96 km/h. Die Viertelmeile soll nach 11,5 Sekunden erledigt sein. Etwas weniger brachial, aber immer noch alles andere als gemütlich geht es im Daytona R/T zu: 400 kW beziehungsweise 536 PS ermöglichen den Sprint auf 96 km/h in 4,2 Sekunden. Beide Varianten verfügen über eine 400-Volt-Architektur und eine 100,5-kWh-Batterie.

Wer dem Scat Pack noch mehr Rennstrecken-Talent mitgeben möchte, kann zum optionalen Track Package greifen. Dazu gehören unter anderem große Brembo-Bremsen, 20-Zoll-Räder mit 305er-Bereifung vorne und mächtigen 325ern hinten, ein adaptives Fahrwerk sowie der Drive eXperience Recorder. Für zusätzliche Eskalation zwischendurch gibt es außerdem PowerShot: Ein Druck auf die entsprechende Lenkradtaste mobilisiert kurzfristig weitere 40 PS.
Dass ein elektrischer Charger nicht lautlos durch die Gegend schleichen soll, dürfte niemanden überraschen, der Dodge kennt. Dafür sorgt der sogenannte Fratzonic Chambered Exhaust. Das System erzeugt einen eigenen Performance-Sound und soll dem Daytona auch ohne klassischen Verbrennungsmotor den akustischen Auftritt eines Muscle Cars verschaffen. Optisch setzt Dodge unter anderem auf den R-Wing-Luftkanal an der Front und das beleuchtete Fratzog-Logo.
Beim Laden nennt Dodge unter optimalen Bedingungen bis zu 350 kW DC-Ladeleistung. Damit soll sich die Batterie innerhalb von rund 27 Minuten von 20 auf 80 Prozent bringen lassen. Zehn Minuten am Schnelllader sollen für bis zu 110 zusätzliche Kilometer Reichweite reichen. Auf die Hochvoltbatterie gewährt Dodge acht Jahre beziehungsweise 160.000 Kilometer Garantie.

Im Innenraum bleibt der Charger klar fahrerorientiert. Je nach Ausstattung gibt es unter anderem beheiz- und belüftbare Performance-Ledersitze, ein beheizbares und oben wie unten abgeflachtes Lenkrad, Schaltwippen zur Steuerung der Rekuperation und einen neu gestalteten Pistol-Grip-Wählhebel. Für die passende Atmosphäre stehen 64 Farben der Ambientebeleuchtung zur Verfügung.
Und dann wäre da noch die Fraktion, für die ein Muscle Car ohne Verbrennungsmotor ungefähr so vollständig ist wie ein Burger ohne Patty. Für sie hält Dodge den Charger SIXPACK bereit.
Unter der Haube arbeitet ein neuer 3,0-Liter-Hurricane-Reihensechszylinder mit Biturbo-Aufladung. Im Scat Pack leistet die High-Output-Version 550 PS und beschleunigt den Charger innerhalb von 3,9 Sekunden auf 96 km/h. Die Viertelmeile fällt nach 12,2 Sekunden. Der SIXPACK R/T bringt es auf 420 PS, benötigt 4,6 Sekunden auf 96 km/h und 12,9 Sekunden für die Viertelmeile.

Auch hier gehört Allradantrieb zur Serienausstattung. Allerdings lässt sich auf Knopfdruck ein Hinterradantriebsmodus aktivieren, der 100 Prozent des Drehmoments an die Hinterachse schickt. Wozu? Dodge macht daraus kein Geheimnis: kontrollierte Drifts und Donuts gehören ausdrücklich zum vorgesehenen Unterhaltungsprogramm. Launch Control mit fünf Intensitätsstufen und Line Lock für kontrollierte Burnouts zeigen ebenfalls, dass der neue Charger trotz aller Modernisierung nicht plötzlich zum Vernunftauto mutiert ist.
Unabhängig von der Motorisierung stehen verschiedene Fahrmodi zur Verfügung, über die sich unter anderem Gasannahme, Lenkung und Fahrdynamik beeinflussen lassen. Zusätzliche Race-Modi und Track-Programme richten sich an Fahrer, die das Leistungspotenzial des Charger auch abseits der normalen Straße auskosten wollen. Beim Daytona Scat Pack können Drag-Race- und Rundstreckenfahrten über den Drive Experience Recorder aufgezeichnet und anschließend analysiert werden.
Für Europa bietet Dodge eine speziell abgestimmte Plus-Ausstattung für R/T und Scat Pack an. Zur Serienausstattung zählen unter anderem 20-Zoll-Räder, elektrisch verstellbare Vordersitze, Premium-LED-Scheinwerfer, eine 16-Zoll-Digitalinstrumentierung, Head-up-Display, induktives Smartphone-Laden sowie ein 360-Grad-Kamerasystem. Optional stehen unter anderem ein Blacktop-Paket, Panorama-Glasdach, ein Alpine-Pro-Audiosystem mit 18 Lautsprechern sowie Performance-Sitze zur Wahl.

Auch bei den Assistenzsystemen ist die neue Generation in der Gegenwart angekommen. Zum Angebot gehören unter anderem teilautomatisiertes Fahren nach Level 2, Totwinkel- und Verkehrszeichenerkennung, Müdigkeitswarner sowie ein automatisches Notbremssystem.
Der neue Dodge Charger kann in Europa bereits bestellt werden. Sowohl Daytona R/T und Scat Pack als auch die beiden SIXPACK-Versionen werden über den offiziellen Dodge-Importeur KWA und dessen Händlernetz angeboten.
Die Preise beginnen bei 66.000 Euro, die ersten Auslieferungen sind für September 2026 vorgesehen.
Und damit macht Dodge beim Generationenwechsel etwas, das derzeit beinahe ungewöhnlich wirkt: Die Marke entscheidet nicht für ihre Kunden, welcher Antrieb der einzig richtige sein soll. Wer seinen Charger elektrisch mit bis zu 670 PS fahren möchte, kann das tun. Wer weiterhin Biturbo, sechs Zylinder und echten Motorsound will, bekommt auch das. Unterschiedliche Wege – aber ziemlich eindeutig Charger.
Stand: August 2026; Fotos: Dodge



