Die Zukunft der spanischen Automarke SEAT bleibt weiterhin offen. Zwar ist eine endgültige Entscheidung über ein mögliches Auslaufen der Marke noch nicht gefallen, doch die Entwicklung über das Jahr 2030 hinaus hängt maßgeblich von künftigen EU-CO₂-Vorgaben, der Nachfrage nach Verbrennungsmotoren und den erforderlichen Investitionen ab. Ein mögliches Ende der traditionsreichen Marke wäre zweifellos bedauerlich.

Mit dem SEAT Ibiza und dem SEAT Arona standen mir zuletzt zwei wichtige Modelle der Marke für ausführliche Testfahrten zur Verfügung. Den Anfang macht der Kleinwagen Ibiza, der seit mehr als vier Jahrzehnten zu den erfolgreichsten Modellen des spanischen Herstellers zählt.
Seine Geschichte reicht bis ins Jahr 1984 zurück, als die erste Generation des SEAT Ibiza auf den Markt kam. Mittlerweile blickt die Baureihe auf fünf Generationen zurück und gilt als das meistverkaufte Modell in der Geschichte von SEAT. Damit nimmt der Ibiza eine besondere Stellung innerhalb des Modellprogramms ein.
Während zahlreiche Hersteller das Kleinwagensegment inzwischen verlassen haben, hält SEAT mit dem Ibiza weiterhin an einem kompakten und vergleichsweise erschwinglichen Fahrzeug fest.

Anfang 2026 startete der SEAT Ibiza mit einem dezent überarbeiteten Erscheinungsbild, einem aufgewerteten Innenraum und einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis in das neue Modelljahr. Wie sich der spanische Kleinwagen im Alltag bewährt, zeigt mein ausführlicher Fahrbericht.
Karosserie/Design
Der SEAT Ibiza hat sich über die Jahrzehnte immer wieder neu erfunden, ohne dabei seinen eigenständigen Charakter zu verlieren. Auch die jüngste Überarbeitung folgt diesem Prinzip. Statt einer grundlegenden Neugestaltung setzen die Spanier auf gezielte Veränderungen, die dem Kleinwagen einen frischeren, selbstbewussteren und vor allem sportlicheren Auftritt verleihen.
Besonders deutlich wird das an der Front. Hier zieht der neu gestaltete, sechseckige Kühlergrill mit seiner markanten diamantförmigen Gitterstruktur die Blicke auf sich. Die Kombination aus matten und polierten Oberflächen sorgt für zusätzliche Tiefe, während die schlankeren Voll-LED-Scheinwerfer mit ihrer prägnanten Lichtsignatur dem Ibiza einen geschärften Blick verleihen. Dazu gesellt sich eine neu gezeichnete Frontstoßstange mit großzügig dimensionierten seitlichen Elementen und einem kraftvoll ausgeformten unteren Lufteinlass.

Was mir daran gefällt: Trotz aller sportlichen Ambitionen bleibt die Gestaltung angenehm stimmig. Die einzelnen Elemente fügen sich harmonisch zusammen, ohne dass der kleine Spanier künstlich aggressiv wirken möchte.
In der Seitenansicht präsentiert sich der Ibiza gewohnt kompakt, mit klaren Linien und einer dynamisch gezeichneten Silhouette. Neue Leichtmetallfelgen unterstreichen seinen Charakter. Das Angebot reicht von 15 bis 18 Zoll, wobei vier neue Designs in 17 und 18 Zoll zusätzliche Individualisierungsmöglichkeiten eröffnen.
Auch am Heck haben die Designer Hand angelegt. Die überarbeitete Stoßstange, eine verlängerte horizontale Akzentlinie und der dunkle Kennzeichenbereich verleihen dem Ibiza optisch mehr Breite und Präsenz. Je nach Ausstattung ergänzen unterschiedlich gestaltete Diffusorelemente den Auftritt. Der dunkel gehaltene Modellschriftzug in Aluminiumoptik setzt einen dezenten, aber gelungenen Akzent. Schön zudem, dass LED-Rückleuchten mittlerweile bei sämtlichen Modellvarianten zur Serienausstattung gehören.

Wer seinem Ibiza eine individuelle Note verleihen möchte, kann aus insgesamt neun Außenfarben wählen. Neu hinzugekommen sind die Lackierungen Liminal, Oniric und Hypnotic, die das bisherige Farbangebot ergänzen.
Mein persönlicher Favorit ist ganz klar die FR-Version, die sich auch in meinem Testwagen wiederfindet. Mit ihren sportlicher gestalteten Details, den markanten Leichtmetallfelgen und dem lasergravierten FR-Logo an der B-Säule setzt sie sich gelungen von den übrigen Ausstattungsvarianten ab.
Für mich trifft SEAT damit genau den richtigen Ton. Der Ibiza FR zeigt sportliche Ambitionen, ohne aufdringlich zu wirken, und verleiht dem ohnehin sympathischen Kleinwagen jene zusätzliche Portion Charakter, die ich an der spanischen Marke seit jeher schätze.
Innenraum/Kofferraum
Der SEAT Ibiza weiß auch hinter seinen Türen zu überzeugen. Bereits beim Einsteigen wird deutlich, dass sich die Spanier bei der jüngsten Überarbeitung keineswegs auf optische Veränderungen beschränkt haben.

Neue Materialien, verfeinerte Oberflächen und eine insgesamt aufgewertete Gestaltung verleihen dem Innenraum ein angenehmes Ambiente. Soft-Touch-Elemente, textile Verkleidungen und fein abgestimmte Details sorgen für eine Wertigkeit, die ich in dieser Fahrzeugklasse durchaus zu schätzen weiß.
Das sportlich gezeichnete Multifunktionslenkrad mit perforiertem Leder liegt wunderbar in den Händen und vermittelt bereits beim ersten Griff einen hochwertigen Eindruck. Dazu gesellen sich die charakteristischen Lüftungsdüsen, deren LED-Lichtakzente in der FR-Ausstattung mit Silver Metallic einen eleganten Kontrast setzen. Wer es besonders hell und luftig mag, kann sich zudem für das optionale Panoramadach entscheiden.
Die optional für den FR erhältlichen Sportschalensitze, die auch in der FR Black Edition zum Einsatz kommen, lassen so gar keine klassischen Kleinwagengefühle aufkommen.

Ich nehme Platz und fühle mich auf Anhieb bestens aufgehoben. Wunderbar sportlich konturiert, mit ausgeprägtem Seitenhalt und einer angenehm straffen Polsterung versehen, gelingt den Sitzen ein nahezu perfekter Spagat zwischen Dynamik und Komfort.
Denn was bei sportlich geschnittenem Gestühl keineswegs selbstverständlich ist: Auch auf längeren Strecken überzeugen mich die Sitze mit einem ausgezeichneten Komfort. Ich reise entspannt, fühle mich bestens abgestützt und möchte am liebsten gar nicht mehr aussteigen.
Dass der SEAT Ibiza mehr zu bieten hat, als seine kompakten Außenabmessungen zunächst vermuten lassen, zeigt sich spätestens beim Blick auf das Platzangebot.
Mit meinen 1,80 Metern finde ich bereits auf den vorderen Plätzen großzügige Verhältnisse vor. Doch richtig überrascht bin ich, als ich auf der Rückbank Platz nehme. Auch hier genieße ich eine angenehme Bein- und Kopffreiheit, die keineswegs das Gefühl aufkommen lässt, in einem klassischen Kleinwagen zu sitzen.

Gerade im Fond zeigen sich bei vielen Fahrzeugen dieser Klasse schnell die räumlichen Grenzen. Der Ibiza hingegen weiß mit einem erstaunlich luftigen Raumgefühl zu überzeugen und lässt so manchen Mitbewerber im wahrsten Sinne des Wortes klein aussehen.
Erfreulicherweise setzt sich dieser positive Eindruck beim Gepäckabteil fort. Mit einem Kofferraumvolumen von 355 Litern bietet der kleine Spanier selbst bei voller Besetzung reichlich Stauraum. Werden die Rücksitze umgeklappt, wächst das Ladevolumen auf beachtliche 1.165 Liter an.
Die weit aufschwingende Heckklappe gibt eine angenehm große Ladeöffnung frei und erleichtert das Verstauen sperriger Gegenstände.
Eine besondere Empfehlung möchte ich für den optionalen variablen Ladeboden aussprechen. Dieser erweist sich im Alltag als ausgesprochen praktisch, da er in der oberen Position die Ladekante weitgehend ausgleicht. Gerade beim Einladen schwerer Getränkekisten weiß ich diese kleine, aber feine Lösung sehr zu schätzen.

Auch in Sachen Digitalisierung und Konnektivität muss sich der SEAT Ibiza keineswegs verstecken.
Direkt im Blickfeld des Fahrers befindet sich das serienmäßige digitale 8-Zoll-Kombiinstrument, das sämtliche relevanten Informationen übersichtlich und gut ablesbar darstellt. Wer sich eine noch umfangreichere Darstellung wünscht, greift zum optionalen Digital Cockpit mit 10,25 Zoll.
Im Zentrum der Mittelkonsole thront das leicht erhöhte Infotainment-Display, das abhängig von der Ausstattung entweder 8,25 oder 9,2 Zoll misst. Durch seine Positionierung lässt es sich angenehm ablesen und bedienen, ohne den Blick allzu weit vom Verkehrsgeschehen abwenden zu müssen.
Die Steuerung erfolgt wahlweise über den Touchscreen oder die entsprechenden Bedienelemente am Multifunktionslenkrad.

Ein besonderes Augenmerk legt SEAT auf die Einbindung des Smartphones. Mit Full Link stehen Apple CarPlay und Android Auto zur Verfügung, sodass sich zahlreiche Funktionen des mobilen Begleiters direkt über das Infotainmentsystem nutzen lassen. Besonders komfortabel gestaltet sich die kabellose Verbindung, die ganz ohne lästiges Hantieren mit Kabeln auskommt.
Ob Navigation, Musik oder ausgewählte Apps – die vertrauten Inhalte meines Smartphones stehen mir damit auch im Fahrzeug zur Verfügung. Wer lieber spricht, statt auf dem Display zu tippen, kann über den Sprachbefehl „Hola, hola“ die natürliche Sprachsteuerung aktivieren.
Über die integrierte eSIM und SEAT CONNECT stehen darüber hinaus vernetzte Dienste zur Verfügung. Dazu gehören abhängig vom gebuchten Leistungsumfang unter anderem Onlineinformationen, Servicefunktionen und die Verbindung zum Fahrzeug über die zugehörige App. Auch der automatische Notruf eCall ist an Bord.
Zwei USB-C-Anschlüsse im vorderen Bereich der Mittelkonsole ergänzen das Angebot.

Praktisch finde ich zudem die kabellose Ladefunktion, deren Leistung SEAT von bisher fünf auf nunmehr 15 Watt gesteigert hat. Eine integrierte Kühlung soll verhindern, dass sich das Smartphone während des Ladevorgangs übermäßig erhitzt.
Und weil eine schöne Autofahrt für mich immer auch mit der passenden Musik verbunden ist, darf natürlich ein Blick auf das Soundsystem nicht fehlen.
Mit dem neuen SEAT Sound-System hält eine leistungsstarke Audiolösung Einzug in den Ibiza. Sechs Lautsprecher, ein zusätzlicher Subwoofer und ein 300-Watt-Verstärker bilden die Grundlage für einen satten und kraftvollen Klang.
Damit bietet der kleine Spanier auch musikalisch beste Voraussetzungen, um längere Fahrten zum Vergnügen werden zu lassen.
Komfort/Fahrwerk
Sportlich aussehen ist das eine, den dynamischen Anspruch auch auf der Straße einzulösen, das andere. Und genau hier weiß mich der SEAT Ibiza FR zu begeistern. Denn so kompakt und handlich sich der kleine Spanier präsentiert, so erwachsen und ausgewogen zeigt er sich beim Fahrverhalten.

Die technische Grundlage bildet die bewährte MQB-A0-Plattform des Volkswagen Konzerns. Bereits auf den ersten Kilometern fällt mir auf, wie harmonisch der Spanier unterwegs ist. Das Fahrwerk bietet eine angenehme Straffheit, ohne dabei unnötig hart zu wirken. Bodenunebenheiten werden ordentlich verarbeitet und selbst auf längeren Strecken bleibt der Fahrkomfort auf erfreulich hohem Niveau.
Dazu gesellt sich eine angenehm zurückhaltende Geräuschkulisse, die den positiven Gesamteindruck abrundet. Gerade in dieser Fahrzeugklasse weiß ich eine solche Ausgewogenheit besonders zu schätzen.
Mit der Ausstattungslinie FR rückt SEAT den dynamischen Charakter des Ibiza noch stärker in den Vordergrund. Das sportlich abgestimmte Fahrwerk unterstreicht diesen Anspruch und sorgt für ein agiles Fahrgefühl.
Zusätzlichen Einfluss auf das Fahrerlebnis bietet mir das SEAT Drive Profile. Über die verschiedenen Fahrprogramme Eco, Normal und Sport sowie ein individuell konfigurierbares Profil kann ich den Charakter des kleinen Spaniers meinen persönlichen Vorlieben anpassen.

Je nach gewähltem Modus verändern sich unter anderem das Ansprechverhalten des Antriebs und die Lenkunterstützung. Bei entsprechender Ausstattung lässt sich zudem die Dämpfercharakteristik zwischen einer komfortableren und einer sportlicheren Abstimmung variieren. Fahrzeuge mit DSG beziehen darüber hinaus die Getriebesteuerung in die Fahrprogramme ein. Auch die Arbeitsweise der Klimatisierung wird im Eco-Modus berücksichtigt.
Doch genug der technischen Möglichkeiten. Schließlich möchte ich wissen, was der Ibiza FR tatsächlich zu bieten hat. Also das passende Fahrprofil gewählt und ab auf meine geliebten kurvigen Landstraßen!
Und was soll ich sagen? Der kleine Spanier macht einfach richtig Laune.
Willig folgt er meinen Lenkbefehlen, lässt sich mit bemerkenswerter Leichtigkeit durch enge Kurven dirigieren und vermittelt dabei ein wunderbar direktes Fahrgefühl. Die straffe Abstimmung unterstützt den dynamischen Charakter, ohne dass der Ibiza nervös oder unruhig wirkt.
Ganz im Gegenteil.

Kurve um Kurve wächst meine Begeisterung. Das Fahrwerk vermittelt mir jederzeit ein sicheres Gefühl, während die Lenkung mit ihrer direkten Ansprache förmlich dazu einlädt, die nächste Kurvenkombination ins Visier zu nehmen.
Und genau hier zeigt sich, was den SEAT Ibiza FR für mich so besonders macht. Er braucht weder übertriebene Leistungswerte noch ein aufwendiges Fahrwerkskonzept, um mir ein breites Grinsen ins Gesicht zu zaubern. Sein Geheimnis liegt vielmehr im gelungenen Zusammenspiel aus geringem Fahrzeugformat, präzisem Handling und einer Abstimmung, die den Fahrer unmittelbar ins Geschehen einbindet.
Von wegen Kleinwagen! Auf kurvigen Strecken kann der Ibiza durchaus den Großen zeigen, wo es langgeht. Der Ibiza FR hält fahrwerksseitig, was sein sportlicher Auftritt verspricht. Und das mit jeder Menge Temperament!
Doch so sehr mich der kleine Spanier auf kurvigen Straßen begeistert, so erfreulich zeigt sich seine andere Seite. Denn sobald ich es wieder ruhiger angehen lasse, verwandelt sich der agile Kurvenkünstler in einen ausgesprochen angenehmen Alltagsbegleiter.

Die sportliche Abstimmung verlangt mir dabei keine nennenswerten Zugeständnisse beim Komfort ab. Der Ibiza federt ordentlich, bewahrt auch auf weniger perfekten Straßen seine Gelassenheit und überzeugt mit einer angenehm zurückhaltenden Geräuschkulisse.
Gerade diese Vielseitigkeit macht für mich den besonderen Reiz des SEAT Ibiza FR aus. Eben noch mit Begeisterung durch enge Kurven gejagt, gleite ich wenig später entspannt über die Landstraße.
Ein kleiner Spanier mit großem fahrdynamischem Talent, der eindrucksvoll beweist, dass sich Sportlichkeit und Alltagstauglichkeit keineswegs ausschließen müssen.
Motor/Getriebe
Dass Fahrspaß keineswegs eine Frage möglichst vieler Zylinder oder üppiger Leistungsreserven sein muss, beweist mir der SEAT Ibiza FR auch unter seiner Motorhaube. Denn dort verrichtet in meinem Testwagen ein kompakter Dreizylinder seinen Dienst, der mit seinem lebendigen Charakter wunderbar zum sportlichen Auftritt des kleinen Spaniers passt.

Insgesamt umfasst das Motorenangebot vier Leistungsstufen von 80 PS (59 kW) bis hin zu 150 PS (110 kW). Mein Testwagen setzt auf den 1.0 TSI mit 116 PS (85 kW), der wahlweise mit einem manuellen Sechsganggetriebe oder dem Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DSG kombiniert werden kann. Letzteres übernimmt in meinem Ibiza FR die Gangwechsel.
Besonders bei niedrigen Geschwindigkeiten und unter Last weiß mich der Dreizylinder mit seinem kernigen Motorsound zu unterhalten. Ein durchaus charaktervoller Begleiter, der seine Bauart akustisch keineswegs verleugnet.
Dabei passt der temperamentvolle Antrieb hervorragend zum agilen Fahrverhalten des Ibiza. Die 116 PS reichen vollkommen aus, um den kleinen Spanier mit spürbarer Freude durch den Alltag und über kurvige Landstraßen zu bewegen.
Aus dem Stand beschleunigt der SEAT Ibiza 1.0 TSI mit DSG in 9,9 Sekunden auf Tempo 100. Seine Höchstgeschwindigkeit liegt bei knapp 200 km/h. Fahrleistungen, mit denen sich der Kleinwagen keineswegs verstecken muss.

Doch der Dreizylinder beherrscht nicht nur die temperamentvolle Gangart. Nehme ich das Tempo zurück und lasse es entspannt angehen, hält sich der Motor akustisch angenehm im Hintergrund. Gerade auf längeren Strecken weiß ich diese Zurückhaltung durchaus zu schätzen.
Erfreulich präsentiert sich der SEAT Ibiza auch beim Kraftstoffverbrauch. Laut Hersteller begnügt sich meine Motor-Getriebe-Kombination im kombinierten WLTP-Zyklus mit 5,3 bis 5,7 Litern Benzin auf 100 Kilometer. Die CO₂-Emissionen beziffert SEAT auf 120 bis 129 Gramm pro Kilometer.
Und wie sieht es abseits des Prüfstands aus?
Auch hier weiß mich der kleine Spanier zu überzeugen. Im abwechslungsreichen Testalltag mit Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn pendelt sich mein Kraftstoffverbrauch zwischen 5,5 und 6,0 Litern auf 100 Kilometer ein.
Ein erfreuliches Ergebnis, zumal ich dem Ibiza FR durchaus die Gelegenheit gegeben habe, seine sportlichen Talente auszuspielen.

Für mich beweist der 1.0 TSI damit einmal mehr, dass sich Fahrspaß und vernünftige Verbrauchswerte keineswegs ausschließen müssen.
Sicherheit
Dass der SEAT Ibiza längst nicht mehr nur mit seinem temperamentvollen Fahrverhalten und seiner bemerkenswerten Alltagstauglichkeit überzeugen möchte, zeigt ein Blick auf die umfangreiche Sicherheitsausstattung. Denn auch in diesem Bereich beweist der kleine Spanier, dass moderne Assistenzsysteme keineswegs größeren und kostspieligeren Fahrzeugen vorbehalten sein müssen.
Besonders positiv fällt mir im Test der Travel Assist auf. Das teilautomatisierte Assistenzsystem kombiniert die automatische Distanzregelung ACC mit einer adaptiven Spurführung und unterstützt mich damit sowohl beim Einhalten der gewählten Geschwindigkeit als auch beim Halten der Fahrspur.
Dabei orientiert sich das System am vorausfahrenden Verkehr, passt das Tempo entsprechend an und kann in Verbindung mit dem DSG-Getriebe auch im stockenden Verkehr bis zum Stillstand abbremsen und das Anfahren unterstützen.

Im Test erlebe ich eine tadellose Funktionsweise. Der Travel Assist arbeitet zuverlässig und harmonisch, ohne durch hektische Eingriffe oder unnötige Korrekturen aufzufallen. Gerade auf längeren Autobahnetappen und bei dichterem Verkehr empfinde ich diese Unterstützung als ausgesprochen angenehm.
Die Verantwortung bleibt dabei selbstverständlich jederzeit beim Fahrer. Schließlich handelt es sich um ein Assistenzsystem und keineswegs um autonomes Fahren.
Ergänzend unterstützt mich der Lane Assist, der beim unbeabsichtigten Verlassen der Fahrspur korrigierend eingreifen kann. Der Side Assist wiederum überwacht den seitlichen und rückwärtigen Verkehrsbereich und warnt vor Fahrzeugen im toten Winkel oder vor herannahendem Verkehr beim Spurwechsel.
Eine Unterstützung, die gerade auf mehrspurigen Straßen und bei höheren Geschwindigkeiten zusätzliche Sicherheit bietet.

Auch die Verkehrszeichenerkennung erweist sich im Alltag als praktischer Begleiter. Sie informiert über erkannte Geschwindigkeitsbegrenzungen und hilft damit nicht zuletzt, den einen oder anderen unbeabsichtigten Tempoverstoß zu vermeiden.
Zu den weiteren Sicherheitsfunktionen gehören das Umfeldbeobachtungssystem Front Assist mit automatischer Notbremsfunktion und Fußgängererkennung sowie die Müdigkeitserkennung. Sie sollen kritische Situationen frühzeitig erkennen und den Fahrer entsprechend warnen beziehungsweise bei Bedarf eingreifen.
Sollte es trotz aller Vorsichtsmaßnahmen zu einem Unfall kommen, kann die Multikollisionsbremse nach einem ersten Aufprall automatisch einen Bremsvorgang einleiten. Dadurch soll das Risiko weiterer Kollisionen und möglicher Folgeunfälle reduziert werden.
Auch bei der Beleuchtung hat SEAT nachgelegt. Die neu gestalteten Voll-LED-Scheinwerfer setzen nicht nur optisch Akzente, sondern bieten gegenüber der bisherigen EcoLED-Technologie eine deutlich verbesserte Lichtleistung.

Laut Hersteller profitieren Fahrer von einer bis zu doppelt so großen Reichweite des Abblendlichts und einer dreifachen Helligkeit beim Fernlicht.
Der Fernlichtassistent ergänzt das Angebot, indem er auf vorausfahrende und entgegenkommende Fahrzeuge reagiert und automatisch zwischen Fern- und Abblendlicht wechselt.
Ausstattung/Kosten
Mit einem attraktiven Preis-Leistungs-Verhältnis und einer erfreulich umfangreichen Serienausstattung möchte der SEAT Ibiza auch wirtschaftlich überzeugen. Drei reguläre Ausstattungslinien stehen zur Wahl: Ibiza, Style und FR. Ergänzend erweitert die sportlich akzentuierte FR Black Edition das Angebot.
Den Einstieg in die Modellwelt bildet der SEAT Ibiza 1.0 MPI mit 80 PS (59 kW) und manuellem Fünfganggetriebe. Mit einem Basispreis von 19.910 Euro bleibt der kleine Spanier damit unter der Marke von 20.000 Euro.
Vor allem die höher positionierten Ausstattungslinien Style und FR wissen mit einem erweiterten Serienumfang und einem gelungenen Verhältnis zwischen Preis und gebotener Ausstattung zu punkten.

Mein Testwagen, der SEAT Ibiza FR 1.0 TSI mit 116 PS (85 kW) und Siebengang-Doppelkupplungsgetriebe DSG, steht mit 28.560 Euro in der Preisliste.
Bereits in dieser Ausstattung präsentiert sich der Ibiza erfreulich umfangreich bestückt. Unter anderem zählen das SEAT Drive Profile, die Climatronic-Klimaanlage, Parksensoren vorne und hinten sowie eine Rückfahrkamera zum Ausstattungsumfang meines Testwagens.
Auch optisch trägt der FR seinen sportlichen Charakter selbstbewusst zur Schau. Das dezente Logo an der B-Säule, das dunkel gehaltene FR-Emblem an der Heckklappe, schwarze Außenspiegel und die sportlich gestalteten Endrohrblenden setzen entsprechende Akzente.
Wer seinen Ibiza zusätzlich individualisieren möchte, findet in der Optionsliste weitere interessante Möglichkeiten. Dazu zählen unter anderem 18-Zoll-Leichtmetallräder, ein schlüsselloses Zugangs- und Startsystem sowie das Panorama-Glasschiebedach.

Noch eine Spur exklusiver präsentiert sich die FR Black Edition. Bei identischer Motorisierung und Getriebewahl steigt der Listenpreis auf 31.910 Euro.
Dafür spendiert SEAT dem Sondermodell zahlreiche zusätzliche Ausstattungsdetails, die sowohl optisch als auch funktional einen echten Mehrwert bieten.
Besonders ins Auge fallen die schwarzen 18-Zoll-Leichtmetallräder im Design Performance Black, die Seitenschweller und der Dachspoiler in Schwarz sowie die ebenfalls schwarz ausgeführten SEAT-Logos. Auf die Modellbezeichnung am Heck wird verzichtet, wodurch der Auftritt noch etwas reduzierter wirkt.
Im Innenraum setzt sich die Aufwertung fort. Das 10,25 Zoll große Virtual Cockpit, die Sportpedalerie in Aluminiumoptik, zusätzliche Ablagemöglichkeiten und die kabellose Smartphone-Ladefunktion und die Sportschalensitze gehören zu den weiteren Highlights.
Damit bietet die FR Black Edition eine interessante Alternative für all diejenigen, die sich ein besonders umfangreich ausgestattetes und sportlich akzentuiertes Gesamtpaket wünschen.
Stand: November 2026; Test und Fotos: Lexi Lind; Innenraumfotos und FR Black Edition: SEAT



