Der neue Mercedes-AMG GT SUV

Bis zu 1.169 PS, 2.000 Nm Drehmoment und eine Ladetechnologie, die neue Maßstäbe setzen soll. Mercedes-AMG präsentiert seinen ersten vollständig eigenentwickelten Full-Size-SUV und lässt dabei eindrucksvoll die Muskeln spielen. Dass sich diese geballte Sportwagen-Power ausgerechnet wieder in einem SUV versteckt, mag nicht jeden begeistern. Mich eingeschlossen. Doch eines muss man den Affalterbachern lassen: Der neue Mercedes-AMG GT SUV hat einige außergewöhnliche Qualitäten zu bieten.

Optisch bin ich durchaus zwiegespalten. Die flache, gestreckte Silhouette, die mächtigen Schultern und die markante Front verleihen ihm eine imposante Präsenz. Dennoch trifft nicht jede Linie meinen Geschmack. Umso mehr gefallen mir einige besondere Details: die rahmenlosen Seitenscheiben, die markante Lichtsignatur mit sechs kreisrunden Rückleuchten im Turbinen-Design und nicht zuletzt die spektakulären Lackierungen.

Gerade in auffälligem Gelb entfaltet der AMG GT SUV für mich eine ganz eigene Wirkung. Extravagant, selbstbewusst und alles andere als zurückhaltend. Ein Auftritt, der polarisiert – und das darf ein AMG durchaus.

Was unter der Karosserie steckt, verdient allerdings uneingeschränkte Aufmerksamkeit. Der neue Performance-SUV basiert auf der speziell entwickelten Elektroarchitektur AMG.EA und wird in drei Leistungsstufen angeboten.

Bereits das Einstiegsmodell AMG GT 53 SUV mobilisiert mit zwei Elektromotoren beeindruckende 544 PS. Darüber rangiert der AMG GT 55 SUV mit 816 PS, bevor der AMG GT 63 SUV mit unglaublichen 1.169 PS und 2.000 Nm Drehmoment die Leistungsspitze markiert.

Drei innovative Axial-Fluss-Motoren katapultieren das Topmodell aus dem Stand in nur 2,7 Sekunden auf Tempo 100. Bei 270 km/h ist mit dem optionalen Driver’s Package Schluss. Werte, die man eher von einem Supersportwagen erwartet als von einem über fünf Meter langen und rund 2,7 Tonnen schweren SUV.

Besonders bemerkenswert: Mercedes-AMG legt großen Wert darauf, dass die Leistung nicht nur für wenige Sekunden zur Verfügung steht. Eine aufwendige Batteriekühlung soll auch bei wiederholter starker Beanspruchung für eine konstant hohe Leistungsabgabe sorgen.

Fast noch beeindruckender als die Beschleunigung ist die Ladetechnologie. Dank 800-Volt-Architektur und einer Batterie mit bis zu 128 kWh nutzbarer Kapazität verspricht Mercedes-AMG Ladeleistungen von bis zu 710 kW.

Unter idealen Bedingungen sollen sich damit innerhalb von nur zehn Minuten bis zu 450 Kilometer WLTP-Reichweite nachladen lassen. Der Ladevorgang von zehn auf 80 Prozent soll lediglich zwölf Minuten beanspruchen. Die maximale Reichweite gibt Mercedes mit bis zu 700 Kilometern an.

Das sind beeindruckende Zahlen. Allerdings wird sich erst im Alltag zeigen, wie häufig sich solche Ladeleistungen an geeigneten Schnellladesäulen tatsächlich abrufen lassen.

Damit sich der elektrische AMG nicht nur schnell, sondern auch emotional anfühlt, haben sich die Entwickler einiges einfallen lassen.

Das Fahrprogramm AMGFORCE Sport+ erweckt den Klang eines klassischen AMG-Sechs- oder Achtzylinders zum Leben. Dazu gesellen sich simulierte Gangwechsel und sogar kleine Vibrationen in den Sitzen. Ob man diese Inszenierung liebt oder lieber die Ruhe eines Elektroautos genießt, bleibt Geschmackssache. Faszinierend ist der technische Aufwand allemal.

Für echte Fahrdynamik sorgt unter anderem das neu entwickelte Fahrwerk AMG ACTIVE RIDE CONTROL+, das störende Karosseriebewegungen beim Bremsen, Beschleunigen und in Kurven gezielt reduziert. Ergänzt wird das Ganze durch eine aktive Hinterachslenkung, einen variablen Allradantrieb und zahlreiche individuelle Einstellmöglichkeiten.

Selbst die Aerodynamik arbeitet aktiv mit: Ein verstellbarer Dachspoiler und bewegliche Luftlamellen in der Front passen sich der jeweiligen Fahrsituation an.

Auch innen möchte Mercedes-AMG die Brücke zwischen Sportwagen und komfortablem Reisemobil schlagen. Ein fahrerorientiertes Cockpit mit bis zu drei Displays, hochwertige Materialien und ein großzügiges Raumangebot bestimmen das Ambiente.

Zu den besonderen Ausstattungsdetails gehört das Panorama-Glasdach SKY CONTROL, das sich zwischen transparent und blickdicht umschalten lässt und auf Wunsch mit einer eigenen Lichtinszenierung begeistert.

Trotz seiner sportlichen Linienführung bietet der AMG GT SUV fünf Sitzplätze, 607 Liter Kofferraumvolumen und zusätzlichen Stauraum unter der Fronthaube.

Der Marktstart beginnt mit dem AMG GT 53 SUV, der ab dem 20. Oktober 2026 zu Preisen ab 113.050 Euro bestellbar ist. Die beiden stärkeren Varianten AMG GT 55 SUV und AMG GT 63 SUV folgen im Frühjahr 2027. Produziert wird der neue Performance-SUV im Mercedes-Benz Werk Sindelfingen.

Stand: Oktober 2026; Fotos: Mercedes-AMG

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