Mit dem Honda ZR-V e:HEV ergänzt Honda seine SUV-Palette um ein Modell, das sich zwischen dem Honda HR-V und dem Honda CR-V positioniert. Der ZR-V tritt im stark besetzten Segment der kompakten C-SUV an und richtet sich an Kunden, die ein alltagstaugliches Familienfahrzeug mit effizientem Hybridantrieb und hochwertiger Verarbeitung suchen. Technisch basiert der ZR-V auf dem Honda Civic e:HEV und übernimmt damit zahlreiche Komponenten des Kompaktmodells. Zur Serienausstattung zählen unter anderem die umfassenden Fahrerassistenzsysteme von Honda SENSING. Im Innenraum überzeugt das SUV mit hochwertigen Materialien, einer sorgfältigen Verarbeitung und einem insgesamt sehr soliden Qualitätseindruck. Im Fahrbericht beleuchten wir den Honda ZR-V e:HEV Sport umfassend.

Karosserie/Design
Optisch markiert der Honda ZR-V e:HEV Sport einen weiteren Schritt in Hondas aktueller Formensprache. Statt auf verspielte Details oder überzeichnete Linien zu setzen, präsentiert sich das kompakte SUV mit einer klaren und erwachsenen Gestaltung. Die lange Motorhaube, die flach gezeichnete Frontpartie und die athletisch modellierten Proportionen verleihen dem ZR-V eine Präsenz, die gleichermaßen selbstbewusst wie elegant wirkt.
Die Silhouette wirkt schlank und dynamisch, fast schon coupéhaft, ohne dabei an praktischer Alltagstauglichkeit einzubüßen. Glatte Flächen und sauber herausgearbeitete Linien lassen den ZR-V hochwertig und modern erscheinen, während die markante Frontpartie dem Fahrzeug einen eigenständigen Charakter verleiht.
Beim getesteten Sport-Modell trägt vor allem der schwarz glänzende Kühlergrill im markanten Wabendesign zum dynamischen Auftritt bei. Hinzu kommen abgedunkelte Heckscheiben sowie serienmäßige 18-Zoll-Leichtmetallräder in Matt Berlina Black, die dem SUV eine sportlichere Note verleihen und ihn sichtbar von der Einstiegsversion Elegance abheben.

Die schlanken LED-Scheinwerfer werden durch präzise Linien in der Motorhaube und im Stoßfänger optisch betont. Unterhalb der Leuchteinheiten integrieren die Designer dezente vertikale Luftführungen, die als sogenannter Air Curtain den Luftstrom an den Vorderrädern optimieren und so zur Verbesserung der Aerodynamik beitragen. Überhaupt zeigt sich an vielen Details, wie konsequent Honda Form und Funktion miteinander verbindet.
Eine umlaufende schwarze Beplankung an Stoßfängern, Seitenschwellern und Radhäusern unterstreicht den robusten SUV-Charakter, ohne die elegante Gesamtwirkung zu stören. Am Heck sorgen eine markante horizontale Charakterlinie sowie die schlanken Rückleuchten für einen breiten, kraftvollen Auftritt. Die eigenständige Lichtsignatur verleiht dem ZR-V besonders bei Dunkelheit einen hohen Wiedererkennungswert.
Abgerundet wird das Heck durch Doppelendrohre mit verchromten Einfassungen und eine zentrale Verkleidung in Gun-Metal-Optik, die dem Fahrzeug zusätzliche Tiefe und Wertigkeit verleiht.

Auch die Aerodynamik spielte bei der Entwicklung eine wichtige Rolle. Elemente wie der optimierte Heckspoiler, die spezielle Form der Rückleuchten, der vordere Luftvorhang und ein verkleideter Unterboden reduzieren Strömungsverluste und tragen sowohl zur Effizienz als auch zur Fahrstabilität bei.
Für die Lackierung stehen unter anderem Nordic Forest Pearl ohne Aufpreis sowie Platinum White Pearl, Radiant Red Metallic und Still Night Pearl für jeweils 800 Euro zur Wahl. Diamond Dust Pearl und Premium Twinkle Black Pearl schlagen mit 1.100 Euro zu Buche.
Innenraum/Kofferraum
Beim Einsteigen in den Honda ZR-V e:HEV Sport wird schnell deutlich, dass Honda auch im Innenraum einen bewusst anderen Weg geht als viele Wettbewerber. Statt auf überladene Bildschirmlandschaften und verschachtelte Menüs zu setzen, empfängt das SUV seine Insassen mit einem klar gegliederten Cockpit, das schnörkellos gestaltet ist und auf Anhieb vertraut wirkt.

Das horizontal gezeichnete Armaturenbrett überzeugt mit hochwertigen Materialien in Soft-Touch-Ausführung, sauber verarbeiteten Oberflächen und einer angenehm zurückhaltenden Gestaltung. Gemeinsam mit der breiten Mittelkonsole, weich gepolsterten Knieauflagen und komfortablen Armlehnen entsteht ein Innenraum, der haptisch einen ausgesprochen guten Eindruck hinterlässt.
Im Zentrum der Armaturentafel sitzt ein neun Zoll großer Touchscreen, über den sich das Infotainmentsystem und verschiedene Fahrzeugeinstellungen steuern lassen. Die Menüstruktur ist logisch aufgebaut, die Touchflächen angenehm groß und damit auch während der Fahrt gut zu treffen. Bei Auflösung, Grafik und Sprachsteuerung gibt es zwar modernere Systeme, die in Sachen Digitalisierung und künstlicher Intelligenz bereits einen Schritt weiter sind. Veraltet wirkt das Honda-System deshalb aber keineswegs.
Im Gegenteil: Gerade weil Honda konsequent an physischen Tasten und Drehreglern für Lautstärke, Home-Funktion und Klimaautomatik festhält, gelingt die Bedienung im Alltag besonders intuitiv. Man muss sich nicht durch Untermenüs hangeln, sondern erreicht die wichtigsten Funktionen direkt und ohne Ablenkung. Genau so sollte es sein.

Smartphones lassen sich kabellos per Apple CarPlay und Android Auto einbinden. Zusätzlich steht vorne ein induktives 15-Watt-Ladepad zur Verfügung. Ergänzt wird dies durch mehrere USB-Anschlüsse für Vorder- und Fondpassagiere, sodass unterwegs sämtliche mobilen Geräte problemlos mit Energie versorgt werden können.
In der getesteten Sport-Ausstattung blickt der Fahrer auf eine sieben Zoll große TFT-Instrumentenanzeige, die durch einen analogen Tachometer ergänzt wird. Alle wichtigen Informationen werden übersichtlich dargestellt und sind jederzeit gut ablesbar. Erst in der höheren Advance-Ausstattung kommt ein vollständig digitales 10,2-Zoll-Kombiinstrument sowie ein Head-up-Display hinzu.
Das Lederlenkrad liegt hervorragend in der Hand und überzeugt mit einer angenehmen Haptik. Über logisch angeordnete Bedientasten lassen sich Audio-, Telefon- und Assistenzfunktionen intuitiv steuern. Praktisch sind zudem die serienmäßigen Schaltwippen, mit denen sich die Stärke der Rekuperation in mehreren Stufen anpassen lässt.

Einen vielleicht etwas ungewöhnlichen, aber schnell vertrauten Eindruck hinterlässt die Tastenbedienung für die Fahrstufenwahl in der Mittelkonsole. Nach kurzer Eingewöhnung funktioniert das System ebenso intuitiv wie ein klassischer Automatikwählhebel und trägt zur aufgeräumten Gestaltung des Innenraums bei.
Für den guten Klang sorgt in der Sport-Ausstattung ein Audiosystem mit acht Lautsprechern. Das optionale Bose-System mit zwölf Lautsprechern bleibt der Advance-Version vorbehalten, doch schon die serienmäßige Anlage liefert im Alltag einen mehr als ordentlichen Sound.
Unterm Strich zeigt der Honda ZR-V eindrucksvoll, dass moderne Technik nicht zwangsläufig kompliziert sein muss. Statt mit digitalem Selbstzweck zu beeindrucken, setzt Honda auf eine durchdachte Mischung aus zeitgemäßer Konnektivität, intuitiver Bedienung und einer wohltuend ergonomischen Gestaltung. Genau diese angenehm unkomplizierte Art macht den Innenraum des ZR-V im Alltag so überzeugend.

Schon nach wenigen Kilometern wird deutlich, dass Honda beim ZR-V e:HEV Sport großen Wert auf dynamischen Sitzkomfort gelegt hat. Die Vordersitze bieten eine stabile Sitzstruktur mit spürbarer Unterstützung im Lenden- und Beckenbereich und sorgen gemeinsam mit der straffen, aber angenehm nachgiebigen Polsterung dafür, dass auch längere Etappen entspannt absolviert werden können.
Die Sitze der getesteten Sport-Ausstattung passen gut zum Charakter des Fahrzeugs. Sie bieten guten Seitenhalt, ohne einzuengen, und harmonieren mit der für ein SUV angenehm niedrigen Sitzposition, die eher an einen klassischen Pkw erinnert als an ein hochbeiniges Freizeitfahrzeug.
Optisch überzeugt die Sport-Version mit einer gelungenen Kombination aus Kunstleder und Kombi-Tufting-Stoff. Gestickte Akzente und silberfarbene Details verleihen dem Interieur eine moderne und zugleich wertige Note. Die Advance-Ausstattung setzt mit perforierten Lederbezügen und zusätzlichen Kontrastnähten nochmals einen drauf, doch bereits der Sport hinterlässt einen ausgesprochen hochwertigen Eindruck.

Auch das Platzangebot auf den vorderen Plätzen fällt großzügig aus. Personen bis etwa 1,95 Meter finden mühelos eine bequeme Sitzposition mit reichlich Bein- und Kopffreiheit. Hinzu kommt eine für ein SUV überraschend gute Rundumsicht, die das Rangieren und Manövrieren spürbar erleichtert.
Im Fond zeigt sich der ZR-V etwas zurückhaltender. Knie- und Fußraum sind auch für großgewachsene Mitfahrer absolut ausreichend, die leicht angewinkelte Sitzhaltung und die nur durchschnittliche Kopffreiheit setzen sehr großen Passagieren jedoch Grenzen. Für die meisten Nutzer bietet die zweite Reihe dennoch ein komfortables und alltagstaugliches Platzangebot.
Der Kofferraum fasst 370 Liter und liegt damit eher im Mittelfeld des Segments. Durch das Umklappen der Rücksitzlehnen wächst das Ladevolumen auf bis zu 1.291 Liter. Dabei senken sich die Sitzflächen ab, sodass eine nahezu ebene Ladefläche entsteht – ein klarer Vorteil beim Transport größerer Gegenstände. Die vom Honda HR-V bekannten Magic Seats bietet der ZR-V allerdings nicht.

Praktisch gelöst sind die niedrige Ladekante, die breite Kofferraumöffnung sowie der variable Ladeboden. Dieser lässt sich nicht nur als zusätzliche Ablage nutzen, sondern auch als Raumteiler aufstellen, um Einkäufe oder kleinere Gepäckstücke gegen Verrutschen zu sichern. Hinzu kommen Trennwände, eine versenkbare Gepäckraumabdeckung und ein separates Fach unter dem Ladeboden.
Im Alltag äußerst angenehm ist die serienmäßige elektrische Heckklappe mit sensorgesteuerter Öffnungsfunktion. Ein kurzer Fußschwenk unter dem Stoßfänger genügt, und die Klappe öffnet sich automatisch. Ebenso praktisch: Entfernt man sich mit dem Fahrzeugschlüssel, schließt und verriegelt sich die Heckklappe selbstständig.
Im Innenraum stehen zudem zahlreiche Ablagen zur Verfügung. Zwei Getränkehalter, ein großes Fach in der Mittelkonsole, zusätzliche Stauräume unterhalb der Schaltzentrale sowie weitere Ablagen für Smartphones, Tablets und Alltagsgegenstände sorgen dafür, dass Ordnung leichtfällt.

Komfort/Fahrwerk
Dass der Honda ZR-V e:HEV Sport technisch eng mit dem Honda Civic e:HEV verwandt ist, merkt man bereits nach den ersten Kilometern. Der ZR-V fährt sich nicht wie ein typisches SUV, sondern vermittelt ein Maß an Agilität und Präzision, das in dieser Fahrzeugklasse keineswegs selbstverständlich ist.
Während viele Konkurrenten vor allem auf ein bequemes, mitunter aber auch etwas beliebiges Fahrgefühl setzen, wirkt der Honda erfreulich direkt und erstaunlich leichtfüßig. Genau diese Nähe zum Civic zählt zu den größten Stärken des ZR-V und verleiht ihm eine fahraktive Note, die man in einem Familien-SUV dieser Größe nicht unbedingt erwartet.
Auf kurvenreichen Landstraßen fühlt sich der ZR-V besonders wohl. Er baut viel Grip auf, bleibt jederzeit neutral und vermittelt ein hohes Maß an Kontrolle. Die Karosserie neigt sich nur moderat, Lastwechsel werden sauber verarbeitet und die Spurtreue bleibt auch bei zügiger Gangart stets tadellos. Das Ergebnis ist ein SUV, das sich ausgesprochen souverän und gleichzeitig erstaunlich engagiert bewegen lässt.

Das straff, aber keineswegs unkomfortabel abgestimmte Fahrwerk trifft dabei einen sehr gelungenen Mittelweg. Unebenheiten und kurze Stöße werden sauber absorbiert, ohne dass Präzision oder Rückmeldung auf der Strecke bleiben. Der ZR-V fährt angenehm satt und gelassen, ohne jemals träge zu wirken.
Einen wesentlichen Anteil daran hat die präzise abgestimmte Lenkung. Sie arbeitet mit einem natürlichen Widerstand, liefert ein gutes Feedback und ist angenehm frei von künstlicher Leichtgängigkeit. Gerade im Zusammenspiel mit dem ausgewogenen Fahrwerk entsteht ein sehr harmonischer Gesamteindruck, der Vertrauen schafft und den Fahrer aktiv ins Geschehen einbindet.
Auch bei höheren Geschwindigkeiten überzeugt der Honda mit einer ausgeprägten Richtungsstabilität. Spurrinnen und Fahrbahnunebenheiten bringen das SUV kaum aus der Ruhe, was insbesondere auf längeren Autobahnetappen für ein entspanntes und souveränes Fahrgefühl sorgt.

Unterm Strich verbindet der Honda ZR-V Komfort und Dynamik auf überzeugende Weise. Er federt sauber, lenkt präzise und vermittelt ein Maß an Fahrfreude, das in diesem Segment eher die Ausnahme als die Regel darstellt. Wer ein SUV sucht, das sich angenehm agil und erstaunlich fahraktiv anfühlt, findet im ZR-V einen der spannendsten Vertreter seiner Klasse.
Motor/Getriebe
In Europa setzt Honda beim Honda ZR-V e:HEV Sport konsequent auf den aus dem Honda Civic e:HEV bekannten 2,0-Liter-Vollhybrid. Das Antriebssystem kombiniert einen Vierzylinder-Benziner im Atkinson-Zyklus mit zwei Elektromotoren und einer Lithium-Ionen-Batterie. Gemeinsam stellt das e:HEV-System eine Leistung von 184 PS sowie ein maximales Drehmoment von 315 Nm bereit.
Typisch Honda wirkt das Zusammenspiel der einzelnen Komponenten harmonisch. Im Alltag fährt sich der ZR-V erstaunlich häufig rein elektrisch, insbesondere im Stadtverkehr, wo die spontane Kraftentfaltung des Elektromotors für ein angenehm müheloses Vorankommen sorgt. Erst wenn mehr Leistung benötigt wird, schaltet sich der Benziner zu und arbeitet überwiegend als Generator, um den Elektromotor mit Energie zu versorgen.

Genau dieses Konzept macht den Reiz des Honda-Hybrids aus. In den meisten Situationen übernimmt der Elektromotor den eigentlichen Antrieb, während der Verbrenner stets in einem besonders effizienten Drehzahlbereich arbeitet. Bei konstant höheren Geschwindigkeiten, etwa auf der Autobahn, verbindet eine Kupplung den Benzinmotor direkt mit den Rädern, um die Effizienz weiter zu steigern.
Dass Honda viel Entwicklungsarbeit in die Feinabstimmung gesteckt hat, spürt man. Vermittelt das SUV ein deutlich natürlicheres Beschleunigungsgefühl, als man es von klassischen CVT-ähnlichen Hybridantrieben kennt. Das häufig kritisierte Aufheulen des Motors bleibt selbst bei kräftigem Tritt aufs Gaspedal weitgehend aus.
Aus dem Stand beschleunigt der ZR-V in 8,0 Sekunden auf 100 km/h, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 173 km/h. Noch wichtiger als die reinen Zahlen ist jedoch das souveräne Gefühl im Alltag. Das Ansprechverhalten gelingt spontan, Überholmanöver absolviert der Honda mit angenehmer Gelassenheit und gerade im Stadt- und Landstraßenbetrieb wirkt das SUV kraftvoller, als es die nackten Daten vermuten lassen.

Über die Schaltwippen am Lenkrad lässt sich zudem die Stärke der Rekuperation in mehreren Stufen variieren. Vier Fahrmodi – Eco, Normal, Sport und Snow – passen Ansprechverhalten, Lenkung und Antriebscharakteristik an die jeweiligen Bedingungen an.
Auch beim Verbrauch zeigt sich der Hybridantrieb effizient. Bei zurückhaltender Fahrweise pendelte sich der Testverbrauch bei etwas mehr als sechs Litern pro 100 Kilometer ein. Im Stadtverkehr sind bei gelassenem Gasfuß sogar Werte im Bereich von rund vier Litern möglich. Auf längeren Autobahnetappen hängt der Verbrauch deutlich stärker vom Tempo ab und bewegt sich je nach Fahrweise zwischen etwa 6,5 und 9,0 Litern pro 100 Kilometer. Wer das agile Fahrverhalten regelmäßig auskostet, sollte insgesamt mit rund acht Litern rechnen.
Unterm Strich passt der Antrieb hervorragend zum Charakter des ZR-V. Er arbeitet kultiviert, effizient und im Alltag angenehm souverän. Statt mit spektakulären Leistungsdaten zu beeindrucken, überzeugt Honda mit einer durchdachten Technik, die jeden Kilometer angenehm unkompliziert macht. Genau diese unaufgeregte Kompetenz ist es, die den ZR-V so sympathisch erscheinen lässt.

Sicherheit
Bevor wir zu den zahlreichen Assistenzsystemen des Honda ZR-V e:HEV Sport kommen, muss ich zwei Punkte ansprechen, die mir im Alltag gar nicht gut gefallen haben.
Der erste Kritikpunkt betrifft die akustische Warnung bei erkannter Geschwindigkeitsüberschreitung. Seit Sommer 2024 ist dieses System für alle neu zugelassenen Pkw in der EU verpflichtend, daran führt also kein Weg vorbei. Weniger gelungen ist jedoch die von Honda gewählte Umsetzung. Dass sich die Warnfunktion ausschließlich im Stand deaktivieren lässt, sorgt im Alltag für einen unnötig hohen Nervfaktor. Zunächst muss das Fahrzeug geparkt und die Fahrstufe „P“ eingelegt werden, bevor man sich über mehrere Menüpunkte bis zur Verkehrszeichenerkennung durchhangeln kann. Das ist umständlich gelöst und wirkt im Jahr 2026 nicht mehr wirklich zeitgemäß.
Ein ähnliches Bild zeigt sich beim Licht. Wer – so wie ich – gerne dauerhaft mit eingeschaltetem Abblendlicht fährt, wird beim Verlassen des Fahrzeugs mit einem akustischen Hinweis daran erinnert, das Licht manuell auszuschalten. Das ist kein gravierender Mangel, aber ein Detail, das in Zeiten weit verbreiteter Lichtautomatiken etwas altmodisch anmutet.

Abgesehen von diesen beiden Punkten präsentiert sich der ZR-V jedoch auf einem sehr hohen Sicherheitsniveau. Serienmäßig an Bord ist das umfassende Honda SENSING Paket, das eine Vielzahl moderner Fahrerassistenzsysteme bündelt. Ergänzt wird dies durch insgesamt elf Airbags, darunter ein zentraler Frontairbag zwischen Fahrer und Beifahrer sowie Knieairbags für die vorderen Plätze.
Herzstück des Systems ist eine moderne Weitwinkel-Frontkamera mit einem Sichtfeld von 100 Grad, die gemeinsam mit weiteren Sensoren Fahrzeuge, Fußgänger, Fahrbahnmarkierungen und Verkehrszeichen präzise erfasst.
Zum Serienumfang gehört unter anderem das Kollisionswarn- und Notbremssystem CMBS (Collision Mitigation Braking System), das vor drohenden Kollisionen warnt und im Ernstfall selbstständig eine Notbremsung einleiten kann.

Ebenfalls an Bord sind ein Spurhalteassistent, ein aktiver Spurführungsassistent sowie ein Stauassistent, der das Fahrzeug bereits ab 0 km/h in der Spur hält und den Fahrer insbesondere im zähfließenden Verkehr spürbar entlastet.
Die Verkehrszeichenerkennung arbeitet zuverlässig und zeigt Tempolimits sowie weitere Beschränkungen übersichtlich im Kombiinstrument an. Ergänzt wird das Sicherheitspaket durch ein adaptives Fernlicht, das automatisch zwischen Fern- und Abblendlicht wechselt, sowie durch den Driver Attention Monitor, der bei Anzeichen von Müdigkeit oder Unaufmerksamkeit eine Pause empfiehlt.
Im Alltag hinterlassen die Assistenzsysteme einen souveränen und unaufdringlichen Eindruck. Sie unterstützen den Fahrer wirkungsvoll, ohne mit übertriebenen Eingriffen oder ständigen Warnmeldungen zu nerven.

Ausstattung/Kosten
Basiert der Honda ZR-V e:HEV technisch auf dem Honda Civic e:HEV, fällt der Aufpreis gegenüber dem Kompaktmodell mit je nach Ausstattung rund 3.000 bis 3.700 Euro aus. Der Einstieg in die ZR-V-Baureihe beginnt mit der Ausstattung Elegance zu Preisen ab 40.900 Euro. Darüber positioniert sich die im Test gefahrene Sport-Version für 42.600 Euro, während das Topmodell Advance mindestens 45.100 Euro kostet.
Schon die mittlere Sport-Ausstattung macht deutlich, dass Honda beim ZR-V nicht mit Extras geizt. Gegenüber der Basisversion gewinnt das SUV unter anderem eine sensorgesteuerte elektrische Heckklappe, abgedunkelte Heckscheiben, eine kabellose Ladeschale für Smartphones sowie zusätzliche optische Akzente, die den ohnehin hochwertigen Gesamteindruck nochmals spürbar aufwerten.
Hinzu kommen die serienmäßigen 18-Zoll-Leichtmetallräder in Matt Berlina Black, die markante Wabengitter-Front, hochwertige Sitzbezüge in Stoff-Kunstleder-Kombination sowie das umfangreiche Honda SENSING Sicherheitspaket. Auch bei Konnektivität und Komfort lässt der ZR-V Sport kaum Wünsche offen.

Damit erweist sich die Sport-Variante als besonders stimmige Wahl innerhalb der Baureihe. Sie kombiniert die komplette Hybridtechnik mit einer umfangreichen Sicherheitsausstattung und genau jenen Komfortdetails, die den Alltag angenehmer machen und dem ZR-V den Hauch von Premium verleihen, der so gut zu seinem Charakter passt.
Natürlich bewegt sich der Honda ZR-V preislich bereits auf einem ambitionierten Niveau. Betrachtet man jedoch die hochwertige Verarbeitung, den kultivierten Hybridantrieb, das überzeugende Fahrverhalten und die umfangreiche Serienausstattung, erscheint das Preisniveau nachvollziehbar.
Stand: Mai 2026; Test und Fotos: Lexi Lind; Innenraumfotos: Honda



