Felbertauern: Die Straße des Wassers

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Das Gschlößtal – Foto by Manuel Egger

Die Felbertauernstraße mitten durch den Nationalpark Hohe Tauern ist die landschaftlich reizvollste Strecke für Urlauber, die es in den Süden zieht. Schon seit fast 50 Jahren nutzen Auto- und Motorradfahrer sowie Camper die Route über den Alpenhauptkamm Richtung Osttirol, Kärnten und die Adria als preisgünstige und staufreie Alternative zum Brenner oder zur Tauernautobahn. Wer diesen Weg wählt, kann nicht nur das Panorama beindruckender Berge, sondern auch das Element Wasser in jeglicher Form genießen: Vom rauschenden Wasserfall über den lauschigen Gebirgsbach bis zum Gletscherweg mit Pioniervegetation – vom Auto aus im Vorbeifahren genauso wie bei dem ein oder anderen lohnenden Zwischenstopp.

Die erste Wasser-Attraktion an der Felbertauernstraße ist das Naturdenkmal Hintersee – nur wenige Minuten von der Straße entfernt und ein geologisches Highlight. Entstanden ist der See bereits 1495 durch einen riesigen Felssturz. „Von hier gehen zahlreiche Wanderwege und hochalpine Bergtouren ab, zum Beispiel der steile Anstieg auf den Gebirgspass Felbertauern, schon zur Römerzeit ein bedeutender Übergang“, weiß Ranger Emanuel Egger vom Nationalpark Hohe Tauern.

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Das „Auge Gottes“ – Foto by Anneliese Senfter

Damals war der Pass natürlich nicht bequem via Felbertauerntunnel überquerbar, sondern nur über einen schmalen, mühsam begehbaren Saumpfad. Wer lieber kurz spazieren geht, wählt den Aussichtspunkt „Gamsblick“ am Fuße des Tauernkogels. Hier kann man nicht nur Gemsen in freier Natur beobachten, sondern sich bei der dazugehörigen Jausenstation gleich für die Weiterfahrt stärken.

Für einen Zwischenstopp auf der Fahrt bestens geeignet ist auch der glasklare Elisabethsee, der romantisch zwischen mächtigen Felswänden liegt und mit mehreren Natur-Phänomenen aufwartet. Zum Beispiel den 10 Meter hohen Gesteinsblock am Südende, der so ausgehöhlt ist, dass er sich wie eine „heidnische Kirche“ kuppelartig wölbt. Daneben sorgen die „Windlöcher“ für willkommene Erfrischung an heißen Tagen. Die Eiszeit hat die Gesteinsmassen abstürzen lassen; im Laufe der Zeit hat sich ein über mehrere hundert Höhenmeter langes unterirdisches Röhrensystem gebildet. Die kalte Luft aus den höheren Lagen sinkt hier nach unten und kühlt dabei weiter ab, bevor sie als eisiger Lufthauch aus den Windlöchern strömt. Der ist so kalt, dass sich hier sogar eine eigene Vegetation gebildet hat.

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Der Schildbachfall – Foto by Peter Gruber

Der Panoramablick in den Nationalpark Hohe Tauern wird nur kurz durch den Felbertauerntunnel unterbrochen, dann wartet auf der anderen Seite schon das nächste Highlight: Das autofreie Gschlößtal mit zwei Almdörfern, der berühmten Felsenkapelle und drei Gasthäusern. Es ist mit seinen Dreitausendern und einem Gletscher hochalpin und gleichzeitig durch einen kinderwagentauglichen Almweg leicht zugänglich. Das Auto lässt man am besten beim Matreier Tauernhaus stehen. Tipp: Auf der Sonnenterrasse mit der legendären Tauernhaus-Forelle stärken, den Blick auf den Löbbenwasserfall genießen und danach eine Stunde lang gemütlich ins Tal wandern. Am schönsten Talschluss der Ostalpen wartet dann der Gletscherweg, der mit Moränen, Mooren, uralter Vegetation, Gletschereis und dem Salzbodensee einiges zu bieten hat. Nicht zu vergessen „das Auge Gottes“ – ein dreieckiger Tümpel mit einer wunderschönen Wollgrasinsel in der Mitte.

Über die Felbertauernstraße

Die einfache Fahrt kostet 11 Euro, wer sich vor Beginn der Reise ein ADAC-Vorteilsticket kauft, zahlt hin und zurück 20 Euro. Weil bei der Maut kein Unterschied zwischen Pkw, Wohnmobil, Camping-Bus oder Gespann gemacht wird, ist die Route besonders für Camper interessant: Wer bei Kiefersfelden von der A12 abfährt, spart die österreichische Autobahnmaut und insgesamt auf dem Weg zur Adria je nach Größe des Gefährts bis zu 60 Euro bei der einfachen Fahrt.

Stand: Juli 2016;

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