Die Lifestyle-Ikone Citroën C4 Cactus.

Citroen C4 Cactus 03Alles andere als herkömmlich, rangiert der Citroën C4 Cactus in keinem bestimmten Segment. Er ist kein wirklicher Kleinwagen, kein klassisches Kompakt-Fahrzeug, kein Van aber auch kein richtiges SUV … dafür aber zweifelsohne schon jetzt eine Lifestyle-Ikone.

Karosserie/Design

Die Airbumps, in den Farben Black, Chocolate, Grey und Dune erhältlich, zählen gewiss zu den markantesten Designelementen am Cactus, dabei sollen die in den Flanken des Fahrzeugs angebrachten Airbumps aus Kunststoff auch eine Schutzfunktion einnehmen und so beispielsweise vor unschönen Remplern schützen.

Wenn auch der Hersteller eine hohe Haltbarkeit verspricht, so bleibt für mich die Frage, wie hält es sich mit den Abnutzerscheinung der Kunststoffteile? Sollten die Airbumps tatsächlich ausbleichen oder von unschönen Kratzern geziert sein, sei jedoch ein problemloser Austausch der Elemente möglich.

Zu einer weiteren prägenden Designkomponente zählt das schmal geschnittene und weit oben sitzende LED-Tagfahrlicht (Serie). Die darunter platzierten Scheinwerfer rücken regelrecht in den Hintergrund, viel mehr stechen dagegen die auch hier farblich abgesetzten Kunststoffteile hervor. Diese zieren auch großflächig das Heck, dessen Gestaltung ebenso glattflächig und clean ist wie die gesamte Karosseriestruktur.

Citroen C4 Cactus 02Innenraum/Kofferraum

Die vier Farben der Airbumps sind nicht nur mit zehn Karosseriefarben kombinierbar, dem Kunden stehen auch drei Innenausstattungen „Ambiente Stone Grey“, „Pack Habana Inside“ und „Pack Purple Inside“ zur Wahl. Je nach getroffener Wahl unterscheidet sich zudem die Struktur der Stoffe, sowohl an den Sitzen wie auch am tief montierten Armaturenbrett.

Doch teils macht es den Anschein, die Verantwortlichen hätten sich nur auf exklusive Optik und das gewisse „Anders sein“ konzentriert und den Nutzfaktor sowie die Materialanmutung dabei etwas außer Acht gelassen.

Denn während Citroën mit solchen Details wie den sogenannten Airbumps, einer neuartigen Scheibenwischanlage mit integrierten Waschdüsen, den ausstellbaren Fondfenstern, Kofferschlaufen als Türgriffe, den Sofa-Sitzen und dem im Dach platzierten Beifahrer-Airbag pfiffigen Ideenreichtum beweisen, lassen sich im C4 Cactus beispielsweise die Lehnen der ohnehin kargen Rücksitzbank nur in einem Stück umlegen, den normalen Einzelsitzen fehlt gänzlich der Seitenhalt und das Lenkrad lässt sich nur in der Höhe verstellen.

Größte Schwachstelle stellt ohne Zweifel der Kofferraum dar. Mit einem Fassungsvermögen von 348 bis 1.170 Liter an sich noch durchschnittlich, ist die Ladekante allerdings unangenehm hoch und die darauffolgende Schwelle sehr tief.

Während solche Nachteile auf die geforderten Sicherheitsstandards zurückzuführen sind, so ist die altertümliche Rückbank für heutige Zeiten eigentlich nicht zu entschuldigen. Nicht nur, dass die Lehne einzig am Stück umgelegt werden kann, der Vorgang fordert auch noch zwei Personen, da eine Hand jeweils an der Entriegelung auf der linken als auch auf der rechten Citroen C4 Cactus 09Seite von Nöten ist. Zu einem späteren Zeitpunkt soll zwar eine geteilt umlegbare Fondlehne folgen, aber die ist dann auch nur als Option erhältlich. Diese Entscheidungen sind laut Hersteller allesamt der Gewichtsersparnis geschuldet.

Die verbauten Materialien wissen leider auch nicht immer zu überzeugen, doch ob das der allgemeinen Begeisterung Abbruch tut, wird letztlich jeder Interessent für sich entscheiden müssen.

Im minimalistischen Stil gehalten, verzichten die Franzosen auf eine Armada an Schalter und Regler und konzentrieren sich neben vereinzelt verbauten Tasten bei der Bedieneinheit rein auf den Siebenzoll-Touchscreen.

Dieser dient als digitale Schnittstelle, per Applikation lassen sich sowohl die Funktionen der Klimaanlage als auch des Media- und Navigationssystems, die Fahrzeugeinstellungen, das Telefon und Internetdienste steuern. Citroën Multicity Connect bietet hier eine Reihe von Diensten an. Mittels speziellen USB-Stick, der am Armaturenbrett angeschlossen wird, stellt das System eine Verbindung mit dem 3G-Netz und somit den Zugang her.

Im Citroën Multicity Connect Starter-Paket sind bereits elf Apps enthalten, weitere sind außerdem im Citroën App Store erhältlich. Der Multi-Screen-Modus ermöglicht dabei die Anzeige von bis zu vier verschiedenen Apps gleichzeitig.

Komfort/Fahrwerk/Bremsen

Während die Karosserie nicht unbedingt in eine Sparte zu zwängen ist, so ist das Fahrwerk Citroen C4 Cactus 07doch deutlich auf „Cruiser“ getrimmt. So muss sich das Fahrwerk beim sportlichen Ritt Schwächen eingestehen und wankt in Kurven nicht nur spürbar, sondern wirkt auch schwammig. Wenn die elektronische Servolenkung an sich auch ein gute Rückmeldung bietet und ausreichend direkt ausgelegt ist.

Wahrlich nicht das übersichtlichste Fahrzeug, erweist sich der Cactus mit 10,9 Meter Spurkreis aber als angenehm wendig. Der aufpreispflichtige Park Assist findet auf Wunsch nicht nur die passende Lücke, sondern parkt auch selbständig in diese ein. Als Fahrer kann man das Ruder aus der Hand geben und muss nur noch Gas und Bremse betätigen.

Das hinten nur Trommelbremsen zum Einsatz kommen, ist für ein Fahrzeug dieser Fahrzeugklasse jedoch sehr überraschend.

Motor/Getriebe

Das sparsamste Aggregat im Motorenprogramm stellt der von uns getestete BlueHDi 100 Stop&Start mit 3,1 l/100 km und 82 g/km CO2-Ausstoß in Verbindung mit dem Schaltgetriebe dar. Die neue 1,6-Liter-Motorisierung erfüllt außerdem die Euro 6 Abgasnorm. Dass diese Werte im realen Fahrbetrieb nicht zu erreichen waren, sollte jedoch klar sein. Nichts desto trotz, waren wir auch bei geforderter Drehzahl (maximales Drehmoment liegt bei 254 Nm) Citroen C4 Cactus 08sparsam unterwegs.

Das Getriebe hat leider nur fünf Gänge und ist auch nicht frei von jedem Hakler, der groß ausgeführte und in Leder gehüllte sowie mit Chrom versehene Schalthebel ist allerdings hochwertig und liegt gut in der Hand.

Auf der Autobahn wäre ein sechster Gang durchaus wünschenswert, alles in allem sorgt der Diesel aber auch hier für ausreichend zügigen Vortrieb und wird maximal 184 Stundenkilometer schnell. Der Motor hält sich hierbei akustisch ausreichend im Hintergrund und tritt auch in der Stadt nicht störend in Erscheinung.

Sicherheit

Mit sechs Airbags, ISOFIX-Befestigungen auf den seitlichen hinteren Sitzplätzen, Kindersicherungen in den Fondtüren und solchen Gimmicks wie den Reifendrucksensor und das statische Kurvenlicht zeigt sich der Cactus in Sachen Sicherheit grundsolide, kann jedoch nicht mit solch Assistenten wie einem Spurverlassenswarner, einer Verkehrzeichenerkennung oder einem Notbremsassistenten aufwarten. Noch nicht.

Ausstattung/Kosten

Wenn auch der Einstieg mit 13.990,- Euro wahrlich günstig angesetzt ist, so geht die Basisvariante mit reichlich Verzicht einher und der besondere Lifetyle-Flair verlangt seinen Citroen C4 Cactus 01Aufpreis.

Wer auf Individualität nicht verzichten möchte, ist ohnehin gezwungen mindestens mit der Feel Edition einzusteigen, dessen Preise sich je nach Motorisierung von 16.490,- bis 20.990,- Euro erstrecken. Denn die unterschiedlich farbigen Airbumps stehen dem Käufer überhaupt dann erst zur Wahl und verlangen, ausgenommen in der Farbe Schwarz, mindestens 150,- Euro zusätzlich.

Der von uns gefahrene Citroën C4 Cactus BlueHDi 100 Stop&Start Shine startet bei 22.490 Euro und beinhaltet als Topausstattung bereits die Airbumps und auch zahlreiche Ausstattungsfeatures wie die Rückfahrkamera, eine Einparkhilfe hinten oder beispielsweise die Connect Box inklusive Navigationssystem, die dann mit an Bord sind.

Weitere Bilder (zum Vergrößern bitte anklicken):

Stand: Juni 2015; Test und Fotos: auto-reise-creative

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